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  #1  
Alt 29.06.2001, 00:14
OSmartin OSmartin ist offline
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Standard L-Carnitin

Grüssing, Sportsfreunde
Wo bekomme ich das Produkt L-Carnitin her?
Es handelt sich dabei um ein Mittel, welches bewirken soll, dass beim Fliegen, insbesondere bei den weiteren Strecken, weniger Milchsäuren gebildet werden und daher weder Krämpfe noch Muskelbrand entstehen.
Das Mittel enthält: Carnitin, Lysin, Methionin und Vitamin B12.
Gibt es eventuell ein anderes Mittel mit ähnlicher Zusammensetzung und Wirkung?
Dieses Produkt wurde von der Fa. Tollisan vertrieben, aber ich kenne weder die Anschrift noch eine Tel. oder Fax. - Nr. von Tollisan.
Für Eure Hilfe wäre Euch sehr dankbar, zumal das Mittel nicht für mich, sondern für einen befreundeten Züchter, dem ich viel zu verdanken habe, bestimmt ist.
Mit Dank und Sportsgruß, Martin.
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  #2  
Alt 30.06.2001, 00:38
OSmartin OSmartin ist offline
Erfahrener Benutzer
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Ort: Nachrodt
Beiträge: 271
Standard RE: L-Carnitin

Halo Sportsfreunde
Habe auf meine Anfrage eine Antwort an meine
E-mailadresse direkt bekommen - hat mir weitergeholfen.
Mich srört daran lediglich die Tatsache,das dieser hilfsbereite Sportsfreund deshalb diesen Weg gewählt hat,um von unfairen Angriffen verschont zu bleiben.
Ich (und sicher nicht ich alleine)wäre echt traurig, wenn diese wunderbaren Foren darunter leiden müssten, dass wir nicht imstande sind sachlich und fair miteinander umzugehen.
Es ist wie mit der rückläufigen Zahl der Züchter -
keiner fühlt sich dafür zuständig,aber mit jedem Beitrag den wir schreiben und der Art wie wir miteinander umgehen, bestimmen wir auch die Richtung in die sich diese Foren entwickeln!
Ich hoffe die Zahl der Aktiven Schreiber und damit die Meinungsvielfalt kann noch gesteigert werden, denn: wo sonst kann man sich besser informieren ??

mit freundlichem Gruß,
OSmatrin
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  #3  
Alt 25.07.2001, 14:48
Berger OVATOR
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Beiträge: n/a
Standard RE: L-Carnitin

Guten Tag Sportfreund Martin,
das von Muskator produzierte und über den gut sortierten Taubensport-Fachhandel zu beziehende Ergänzungsfuttermittel OVATOR AKTIV KORN enthält 10.000 mg/kg L-Carnitin.
Fütterungsempfehlung: täglich 5 Gramm pro Taube

5 Gramm AKTIV KORN enthält 50 mg L-Carnitin!!!

Der Einsatz von L-Carnitin ist sehr empfehlenswert. Wichtig ist eine tägliche Fütterung (Aufnahme) dieses Wirkstoffes über die gesamte Reisesaison.
Dabei sollten täglich mindestens 50 mg L-Carnitin aufgenommen werden.
Prüfen Sie L-Carnitin-Produkte auf den Gehalt und errechnen über die Dosierungsempfehlung die Wirkstoffaufnahme pro Taube. Wird die Menge von 50 mg pro Taube (z.B. 1 Gramm 100%iges L-Carnitin pro Liter Trinkwasser) erreicht, kann das Carnitin-Produkt die positiven Wirkungen auf den Stoffwechsel erreichen. 100%iges L-Carnitin gibt es nicht zu kaufen, deswegen muss der tatsächliche L-Carnitin-Gehalt des jeweiligen Produktes beachtet werden.

Gut Flug
Dipl.-Biol. Alfred Berger
OVATOR Heimtiernahrung
Qualitätsfutter für Tauben
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  #4  
Alt 27.07.2001, 03:22
Tiberius Mohr, Tierarzt
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard L-Carnitin, Richtigstellung

Dosierungsempfehlung und Verabreichungshäufigkeit in der Reisesaison stimmen – wie wir es von Herrn A. Berger auch gewohnt sind.
Die Information zum Erwerb der Reinsubstanz (also L-Carnitin 100%) ist aber nicht korrekt. Die Reinsubstanz gibt es über den Tierarzt (100g, 250g und 1000g). Da es sich dabei um den reinen Wirkstoff handelt, ist die Versorgung der Tauben damit sehr viel preiswerter als mit einem „verschnittenen“ Präparat, wo die Füllstoffe und die übrigen Inhaltsstoffe auch bezahlt werden müssen, ganz gleich ob man sie benötigt oder nicht. 100 g Reinsubstanz reichen für 100 Liter Trinkwasser. Bei einer Mannschaftsstärke von durchschnittlich 20 Tauben reicht die 100g-Packung für die tägliche Versorgung über die gesamte Flugsaison (14-15 Wochen).
Bei einem Preis von ca. 130 - 140 DM / 100g (abhängig von den Einkaufskonditionen des Tierarztes) betragen die Kosten pro Taube lediglich ca. 5-6 Pf. Die Reinsubstanz ist zwar nicht gerade billig, aber äußerst ergiebig und dadurch preiswert. Auf jeden Fall preiswerter als jedes Präparat, das unter anderem auch L-Carnitin enthält — meistens sogar in viel zu geringen Mengen.

Bitte nicht falsch verstehen: damit will ich keineswegs vom Einsatz von „Aktiv Korn“ abraten, in der Wirkstoffversorgung müssen ohnehin alle Wirkstoffquellen aufeinander abgestimmt werden, damit weder Überversorgung noch Lücken entstehen. Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, daß man durchaus reines L-Carnitin kaufen und in die Versorgung der Reisemannschaft einbauen kann. Somit braucht der bestehende und gut funktionierende Wirkstoff-Versorgungsplan nicht auf den Kopf gestellt zu werden, wie im Falle eines Kombinationsproduktes, das neben L-Carnitin noch verschiedene Vitamine, Spurenelemente etc. beinhaltet.

Kurz nach Eröffnung des Forums im Jahr 2000 habe ich einen Beitrag über Kreatin und Carnitin veröffentlicht. Hier zur Erinnerung der Carnitin-Teil:


L-Carnitin

Der Stellenwert einer richtigen L-Carnitinversorgung im Brieftaubensport ist sehr hoch. Zum besseren Verständnis nun einige Einzelheiten.

Vom Chemiker zum Taubenzüchter
L-Carnitin (Vitamin BT, Vitamin T, Torutilin, Termitin) ist aus der Sicht des Chemikers eine wasserlösliche, ethanollösliche, quartäre Ammoniumverbindung, die nicht in Aceton, Diethylether und Benzol aufgelöst werden kann.
Aus der Sicht des Physikers ist L-Carnitin ein weißes, sehr wasseranziehendes, kristallines Pulver.
Der Züchter sieht die Sache etwas bequemer: aus seiner Sicht ist L-Carnitin das weiße „Leistungspulver“ mit dem eigentümlichen Geruch und süßlichen Geschmack — oder einfach nur einer der unaussprechlichen Besttandteile seines Wirkstoffpräparates (so einfach kann das Leben sein...).
Für den Biochemiker und Arzt, für den die Wirkung im Körper im Vordergrund steht, gehört L-Carnitin zur Gruppe der sogenannten VITAMINOIDEN (also der Stoffe mit vitaminähnlicher Wirkung).

Geschichtliches
Zum ersten mal wurde L-Carnitin im Jahre 1905 (von Gulewitsch und Krimberg) aus einem Fleischextrakt isoliert, daher auch der Name (lat. carnis = Fleisch). 1935 wurde die chemische Verwandtschaft zu Cholin (in Lecithin) entdeckt. 1958 fand man heraus, daß L-Carnitin die Fettverbrennung steigert. 1980 feierten italienische Ausdauersportler große Erfolge nach der Einnahme von L-Carnitin, 1982 wurde Italien überlegen Fußballweltmeister — auch hier war nachweislich L-Carnitin „im Spiel“. 1986 gelang die biotechnische Herstellung von L-Carnitin (leider nur in Verbindung mit D-Carnitin).

Vorkommen
L-Carnitin ist ein natürlicher Bestandteil der Herz- und Skelettmuskulatur. In Pflanzen und Pflanzenprodukten (= Taubenfutter) kommt L-Carnitin in nur unbedeutenden Mengen vor, die den Bedarf eines Körnerfressers (= Taube) nicht decken können — schon gar nicht, wenn hohe Leistung erbracht werden soll.
Nun werden sich jetzt einige Leser Fragen, wie das die freilebenden Tauben regeln, denn einen Zugang zu hochwertigen Roborantia kann man der Felsentaube beim besten Willen nicht unterstellen. Um die Frage zu beantworten muß man den Lebens- und jahreszeitlichen Rhythmus freilebender Tauben betrachten. Hier einige Tatsachen:
1) die Felsentaube beitreibt von sich aus weder große Wanderungen (kein Zugvogel!) noch Taubensport
2) Felsentauben nehmen in Zeiten hoher Beanspruchung des Stoffwechsels (Jungenaufzucht, Wachstum) regelmäßig tierische Nahrung auf (Schnecken, Raupen, Muscheln, Krebse — je nach den örtlichen Gegebenheiten)
3) in Gefangenschaft gehaltene Felsentauben können ihre Jungen ohne Zusatzprodukte oder tierische Nahrung nur mühsam aufziehen

Im Körper der Taube wird L-Carnitin in Leber und Nieren aus den Aminosäuren L-Lysin und L-Methionin gebildet. Nur ca. 10% des Bedarfs an L-Carnitin kann jedoch vom Körper selbst hergestellt werden, der Rest muß über die Nahrung aufgenommen werden. Somit ist L-Carnitin ein semiessentieller Stoff — das bedeutet so viel wie „nicht ganz essentiell, aber irgendwie doch.
An der Synthese sind die Vitamine B6, C und Niacin sowie Eisen beteiligt. Und genau hier liegt der Schwachpunkt in der Bildungskette während der Wettflugsaison: beim Eisen. Die Eisenversorgung in der Reisezeit ist ohnehin kaum gewährleistet, denn oral aufgenommen (Futter, Eisenpräparate über das Trinkwasser) ist Eisen für den Körper schlecht verfügbar (siehe dazu „Medizinische Versorgung im Brieftaubensport“ Seite 115-116). Ab dem 4. bis 5. Wettflug — je nach Witterung bzw. Anstrengung — reichen die Eisenspeicher in der Milz gerade für die Bildung von roten Blutkörperchen (wenn das nicht so wäre, hätte EPO keinen so überwältigenden Einfluß auf die Leistung). Einer Studie der Universität Gießen zur Folge leiden ALLE Reisetauben ab Mitte der Saison an einem zumindest unterschwelligen Eisenmangel. Unter diesen Bedingungen ist auch die L-Carnitinversorgung aus körpereigener Produktion nicht sichergestellt (zumal bei hoher Beanspruchung der Muskulatur und des Herzens ohnehin lediglich 10% des Bedarfs über die körpereigene Produktion gedeckt werden kann...).

Eigenschaften
L-Carnitin bewirkt über einen speziellen Mechanismus das Einschleusen langkettiger, aktivierter Fettsäuren in die Mitochondrien (= "Kraftwerke" der Zellen). Fettsäuren sind von Natur aus relativ reaktionsträge und lassen sich nicht gerne freiwillig im Muskel verbrennen. Führt man sie aber mit Hilfe von L-Carnitin in Thioester-Form über, so wird ihre Reaktionsfähigkeit beträchtlich erhöht, sie werden „gefügiger“. Es entsteht sozusagen die Transportform der Fettsäuren, welches — im Gegensatz zu den langkettigen Fettsäuren selbst — die innere Membran der Mitochondrien „freiwillig“ (durch Diffusion) passieren kann. Langkettige aktivierte Fettsäuren werden in den Mitochondrien der Muskelzellen (in den "Kraftwerken" also) zur Energiegewinnung gebraucht. Man spricht von Oxidation oder umgangssprachlich von Fettsäureverbrennung. Demzufolge ist bei einem Mangel von L-Carnitin dieser Vorgang, — einer der bedeutendsten Energiequellen des Organismus — stark beeinträchtigt. Insbesondere das Herz bezieht seine Energie aus der Oxidation von langkettigen Fettsäuren. Ohne ausreichend L-Carnitin kann das Herz nicht die während des Wettflugs erforderliche Leistung in vollem Umfang erbringen und die Tauben fliegen „aus unerklärlichen Gründen“ nicht die erhofften Preise.

Da L-Carnitin in pflanzlicher Nahrung — also auch im Taubenfutter — lediglich in Spuren vorhanden ist, reicht in Zeiten hoher Belastung (= Wettflug) die täglich aufgenommene Menge nicht aus. Bei starker körperlicher Beanspruchung leiden das Herz, die Nieren und die Muskulatur. Aus diesem Grund haben wir in unseren Präparaten Roborans BT-1 und Roborans BT-2 die L-Carnitinmenge dem tatsächlichen Wettflugbedarf angepaßt und durch L-Carnitinkatalysatoren (Vitamine B6, C und Niacin) dafür gesorgt, daß auch im Körper genügend L-Carnitin gebildet werden kann, wenn der Flug länger dauert und die Kapazität der L-Carnitinspeicher erschöpft sind (dafür bieten wir das Präparat Roborans BT-2 an, für die Langstreckenflüge). Die Eisenversorgung ist in unserem Programm durch die Verabreichung von Ferridextran III (als Injektion in den Muskel am Anfang der Saison) gewährleistet.

Vorsicht ist bei Präparaten geboten, die als Inhaltsangabe lediglich „Carnitin“ und nicht „L-Carnitin“ aufführen, denn es könnte sich dabei um „D-Carnitin“ handeln — den „billigen Bruder“ des L-Carnitin. D-Carnitin ist sehr günstig in der Herstellung (eigentlich ein Abfallprodukt) und hat im Körper keinerlei biologische Bedeutung, denn in der Natur kommt D-Carnitin nicht vor, es ist ein unerwünschtes Nebenprodukt der L-Carnitinherstellung. In höheren Mengen oder regelmäßig aufgenommen ist D-Carnitin giftig.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß Spitzenleistungen im Brieftaubensport, so wie sie heute erwartet werden, ohne eine ausreichende und strategisch gut durchdachte Versorgung mit L-Carnitin und L-Carnitinkatalysatoren nicht möglich sind (auf welchem Wege auch immer diese Wirkstoffe in den Körper der Taube gelangen...).

Abschließend soll noch vor billigen Wirkstoffprodukten mit L-Carnitin-Zusatz gewarnt werden. L-Carnitin ist sehr teuer, der Bedarf während der Reise sehr hoch (wird täglich verabreicht). In einem günstigen Präparat können nicht ausreichende Mengen L-Carnitin enthalten sein, es sei denn, der Hersteller möchte absichtlich in Konkurs gehen. Das ist jedoch sehr selten der Fall. Folglich dienen (meist fettgedruckte) Angaben über L-Carnitin lediglich zum Anlocken halbinformierter Züchter, die schon mal gehört haben, daß L-Carnitin „irgendwie“ gut sei. Um die Menge beim flüchtigen Lesen im Verhältnis zu den übrigen Bestandteilen größer erscheinen zu lassen, geben einige Hersteller die L-Carnitin-Menge in Mikrogramm an, während die übrigen Bestandteile in Milligramm angegeben werden. Rechtlich ist das erlaubt (leider!) — man muß also genau hinsehen.


Tiberius Mohr
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  #5  
Alt 27.07.2001, 10:21
Barca Barca ist offline
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Beiträge: 246
Standard RE: L-Carnitin, Richtigstellung

Sehr geehrter Herr Dr. Mohr,

von meiner Tierärztin wurden 25 - 85 mg als Tagesdosis für
Brieftauben genannt, je nach Leistungsanforderung.

Ab dem 01.06 wurde L-Carnitin täglich über das Wasser mit
steigender Dosierung ( + 10 mg je Woche ) verabreicht.

Bei unserem 675 km Flug zeigten die jährigen Tauben nach
2-tägigem Korbaufenthalt sich in bester Verfassung.

Bei meinen Internationalen Tauben von Pau, Barcelona und
Marseille war ein deutlicher körperlicher Verschleiss zu
erkennen. Diese habe ich in den 15 Jahren vorher so nicht
erlebt. Die Tauben befanden sich 4 - 6 Tage in den Körben.
Auch waren erfahrene Tauben dabei. ( 730 - 1007 km )

Meine Frage ist :

L-Carnitin wird als Fettverbrenner auch zum Abnehmen (?)
verwendet. Es soll bei Verwendung im Brieftaubensport mit
einer Fettreicheren Fütterung ausgeglichen werden.

Wie wirken sich 4 - 6 Tage im Korb ohne L-Carnitin aus ?
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  #6  
Alt 29.07.2001, 02:14
Tiberius Mohr, Tierarzt
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Beiträge: n/a
Standard RE: L-Carnitin, Richtigstellung

>Sehr geehrter Herr Dr. Mohr,
>
>von meiner Tierärztin wurden 25 - >85 mg als Tagesdosis für
>Brieftauben genannt, je nach Leistungsanforderung.
>
>Ab dem 01.06 wurde L-Carnitin täglich über das Wasser mit
>steigender Dosierung ( + 10 mg je Woche ) verabreicht.
>
>Bei unserem 675 km Flug zeigten die jährigen Tauben nach
>2-tägigem Korbaufenthalt sich in bester Verfassung.
>
>Bei meinen Internationalen Tauben von Pau, Barcelona und
>Marseille war ein deutlicher körperlicher Verschleiss zu
>erkennen. Diese habe ich in den 15 Jahren vorher so nicht
>
>erlebt. Die Tauben befanden sich 4 - 6 Tage in den Körben.
>Auch waren erfahrene Tauben dabei. (>730 - 1007 km)
>
>>Meine Frage ist :
>L-Carnitin wird als Fettverbrenner auch zum Abnehmen (?)
>verwendet. Es soll bei Verwendung im Brieftaubensport mit
>einer Fettreicheren Fütterung ausgeglichen werden.
>
>Wie wirken sich 4 - 6 Tage im Korb ohne L-Carnitin aus ?


Die gestaffelte Dosierung, die Ihnen empfohlen wurde, ist zwar logisch, aber medizinisch kaum begründbar. Wenn die Versorgung regelmäßig und über einen längeren Zeitraum sichergestellt ist, dürfte Ihre Art der Dosierung keine Vorteile gegenüber der gleichbleibenden Versorgung mit täglich 1g / Liter Trinkwasser bringen. Die Dosierung nach „Leistungsanforderung“ ist in der Praxis ziemlich schwierig zu realisieren, da man schlecht einschätzen kann, wie die Anforderungen während des Fluges wirklich sein werden. Ein 300 km-Flug kann bei ungünstigen Witterungsverhältnissen schnell zu einem sehr schweren Flug werden, bei dem die Tauben mit einer höheren täglichen Dosis besser gestellt wären. Darüber hinaus läuft man bei einer Versorgung mit über 80 mg / Taube / Tag Gefahr, etwas zu viel des Guten zu tun (vor allem bei heißem Wetter, wenn die Tauben mehr trinken). Die von uns betreuten Bestände versorgen nach dem Muster: 1g / 1 L TW / Tag – und auch wenn es nicht nur an der L-Carnitinversorgung liegt, auch dieses Jahr werden sich einige Deutsche Meister darunter befinden, sowie unzählige RV-Meister usw.

L-Carnitin wird sehr oft in „Hungerdiäten“ eingebaut, um zumindest einen Teil der Stoffe auszugleichen, die man in dieser Zeit mit der (dann sehr einseitigen) Nahrung nicht zu sich nimmt – das ist der Hauptgrund. Ohne L-Carnitin würde der Muskelabbau während der Diät zu stark werden. Der Körper würde Muskelsubstanz abbauen, um daraus einige wichtige Verbindungen für die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels zu gewinnen, darunter auch L-Carnitin.

Im Brieftaubensport ist ein Ausgleich durch eine fettreiche Ernährung (Sonnenblumenkerne, Hanf) sicher vorteilhaft. Schließlich soll L-Carnitin Energiereserven freistellen. Um sie freistellen zu können, müssen diese logischerweise erst einmal vorhanden sein. Fett ist der wichtigste Energielieferant im Körper. Die gleiche Strategie verfolgt man bei der Versorgung mit Jodpräparaten (die den Grundumsatz auch nur steigern können, wenn genügend Reserven vorhanden sind). Ich meine, daß Herr A. Berger diesen Zusammenhang in einem seiner früheren Beiträge erläutert hat. Eventuell im Archiv nachblättern...

4-6 Tage ohne L-Carnitin wirken sich nachteiliger aus, wenn die Tauben in der Vorbereitungszeit überhaupt kein L-Carnitin erhalten haben (genau anders herum als bei Kreatin – siehe dazu mein Beitrag vom 12.08.2000).
Sicherlich wäre es besser, die Tauben auch während des Aufenthaltes im Korb mit L-Carnitin zu versorgen, dies dürfte aber wohl ausgeschlossen sein. Zumindest sollte man durch eine tägliche Verabreichung in der Vorbereitungsphase dafür sorgen, daß die Speicher am Einsatztag „randvoll“ sind.

Der von Ihnen beobachtete „Verschleiß“ hängt also wohl nicht mit der Art der Carnitinversorgung zusammen. Vermutlich sind die Tauben nicht ganz gesund. Die erhöhte Belastung auf dem Langstreckenflug führt dann zum „Aufbäumen“ der Erreger (wahrscheinlich Parasiten).

Tiberius Mohr
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  #7  
Alt 08.08.2001, 18:42
Berger OVATOR
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: L-Carnitin, Richtigstellung

Zur Info:
Im Futtermittelrecht wird L-Carnitin zur Zeit innerhalb der Kategorie "andere Vitamine ohne max. Gehalt" ohne Abgabebeschränkungen geführt.
Der Anwender bzw. Inverkehrbringer muß jedoch über den Status eines registrierten Herstellerbetriebes verfügen.
Dies ist meines Erachtens für viele Tierärzte und vor allem für Privatpersonen (Brieftaubenzüchter) nicht der Fall.
An diese Gruppe (Tierärzte ohne Anerkennung bzw. Privatpersonen) kann demnach L-Carnitin ausschließlich inform eines L-Carnitinhaltigen Ergänzungs- oder Mischfuttermittel (z.B. OVATOR AKTIV KORN) abgegeben werden.
Ergänzungsfuttermittel bedeutet eine Abmischung aus mindestens 2 Einzelfuttermitteln. Interpretiert man im futtermittelrechtlichen Sinn Wasser als Einzelfuttermittel, so wäre in Wasser gelöstes L-Carnitin sowie ein weiteres Einzelfuttermittel (z.B. ein Mineralstoff) erst ein verkehrsfähiges Ergänzungsfuttermittel.
D.h.: Futtermittelrechtlich darf reines L-Carnitin nur von Personen bzw. Herstellerbetrieben in Verkehr gebracht werden die eine entsprechende Anerkennung als registrierter Herstellerbetrieb haben.
Ferner müssen auch die Anwender diese Anerkennung haben.
Liegt diese nicht vor, was für Züchter sicher zutrifft, können nur Ergänzungsfuttermittel angewandt werden.
Ergänzungsfuttermittel bestehen aber immer aus mehreren Inhaltsstoffen.

PS: das Futtermittelrecht ist nicht immer nachvollziehbar. Ich sehe keinen Grund, L-Carnitin nicht auch an Verbraucher/Züchter als Reinsubstanz abzugeben.

PS2: OVATOR AKTIV KORN ist auf dem Markt das preiswerteste mir bekannte L-Carnitin-Produkt!
Dosierung von L-Carnitin: 1 g L-Carnitin für 20 Tauben täglich.
Dosierung Aktiv Korn: 5 g/Taube = 100 g / 20 Tauben täglich
In 100 Gramm AKTIV KORN sind 1 Gramm L-Carnitin enthalten.
10 kg OVATOR AKTIV KORN (= DM 78,60/10kg) reichen für 20 Reisetauben über eine Reisesaison von 15 Wochen (=105 Tage).
Die Kosten pro Taube betragen knapp 4 Pfennig pro Tag.
Vergleiche mit Wettbewerbern sind erwünscht!!!
Ferner erhält der Züchter noch die weitere aufeinander abgestimmte Palette der Aminosäuren, Elektrolyte, Mineralstoffe .......

Gut Flug
Dipl.-Biol. Alfred Berger
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  #8  
Alt 09.08.2001, 00:22
Tiberius Mohr, Tierarzt
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: L-Carnitin, Info

Die Anwendungsbeschränkungen beziehen sich ausschließlich auf L-Carnitin als FUTTERMITTEL bzw. FUTTERMITTELZUSATZSTOFF. Aus dieser Sicht haben Sie sicherlich Recht.
Als Tierarzt ist man aber berechtigt, L-Carnitin als ARZNEIMITTEL abzugeben oder zu verschreiben — und hier gelten das Arzneimittelrecht und die Arzneimittelpreisverordnung, nicht das Futtermittelrecht.
Wie es aussieht, haben wir beide Recht...

Tiberius Mohr
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  #9  
Alt 17.01.2010, 15:10
Benutzerbild von KlausK
KlausK KlausK ist offline
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Registriert seit: 08.01.2005
Ort: Bochum
Beiträge: 1.599
Standard

Hallo Sportfreunde,

ich möchte gerne dieses schon 9 Jahre alte Thema wieder aufgreifen und fragen, welche neuen Erkenntnisse es dazu gibt.
Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter und daraus kann man schließen, das auch ein Markt/Bedarf vorhanden ist.

Wer setzt es ein ? Wann ? In welcher Kombination ? Mit welchen Vorteilen ?
Wenn Ihr auch Interesse am Thema habt, wäre es schön etwas Neues zu erfahren. Im Beitrag von Dr. Mohr wir auch ausführlich auf die Eisen Problematik eingegangen.
__________________
Mit sportlichem Gruß Klaus
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  #10  
Alt 17.01.2010, 15:19
Benutzerbild von argail
argail argail ist offline
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Registriert seit: 18.03.2008
Ort: Bad Bevensen
Beiträge: 3.238
Standard

Moin.Ich habe letztes Jahr bei den Tauben das L-Carnitin-Produkt von Röhnfried eingesetzt und konnte keine wesentlichen positiven Effekte feststellen.Mein Vater ohne das Produkt flog die Pfanne vom Dach........ich weiss nicht obs was bringt man müsste vielleicht 2 sonst identische Vergleichsschläge bilden,einen mit Carnitin-Einsatz,einen ohne...dann könnte man wohl mehr sagen....

Michael
__________________
Das Heide-Derby auf www.heidederby.de
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