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Home  Magazin  Bundesarbeitsgruppe Stadttauben Teil 4 

C.04: Die Symbolbedeutungen der Taube
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Die Taube vereinigt als zentrales Symbol des Christentums ältere orientalische und jüdische Vorstellungen in sich.

Verschiedene Theologen haben die Taube des Heiligen Geistes von der Taube der vorderorientalischen Liebesgöttin abgeleitet. So könnte die Heiliggeisttaube auf den mesopotamisch-syrischen Ischtar-Astarte-Kult zurückgeführt werden.

Antike Götter trugen das heilige Vogelsymbol oft auf dem Kopf und wurden dadurch als Gottheit gekennzeichnet. Entsprechend könnte die Taufe Jesu als Königsberufungssage (Greßmann) durch eine Göttin verstanden werden.
(Haag-Wackernagel Die Taube, S.90)

Im Laufe der Geschichte hat die Taube ihre Beziehung zur weiblichen Liebesgottheit verloren und fand als unerotisches Symbol des männlichen Geistes (spiritus) in der Kirche ihren Platz. (Schroer, ebd , S.91)

Die Kirchenväter begründeten die Wahl der Taube als Symbol des Heiligen Geistes nicht wegen dessen Verwandtschaft zur Liebesgöttin, sondern sie suchten nach anderen Begründungen. So erklärt Augustinus (354-430) die Taubenerscheinung bei der Taufe von Jesus damit, daß der Heilige Geist den Menschen "die geistige Liebe zeigen wollte, was in der Taubengestalt versinnbildlicht ist". (ebd., S.93)

Für die christliche Ikonographie wurde die Geschichte der Taufe Jesu von zentraler Bedeutung.
"Und da Jesus getauft war, ...siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe". (Matth. 3,16 ff.)

Die Erscheinungsform des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube (auch Mk.1, 1 0, Luk. 3,21-22, Joh. 1, 29-32) kommt nur hier vor, sonst nirgends in der Bibel. Die vielen Abbildungen in der christlichen Kunst gehen nicht auf die Bibel zurück, sondern auf einen Beschluß des Konzils von Nicäa (325 n.Chr.), der die weiße Taube als Symbol der Person des Heiligen Geistes festlegte.

Die Taube als Symbol des Heiligen Geistes - die "Geisttaube"
Die Geisttaube ist weiß. Weiß ist die Farbe des ungeteilten Lichtes und somit der Gottheit und zugleich Sinnbild der Reinheit. Ihre Darstellungsform reicht von naturalistischem Realismus bis hin zu einer vergeistigten, fließenden Lichterscheinung.
Das Bild der Taufe Jesu hat durch alle Zeiten seine Bedeutung behalten. Bisweilen wird die Bevollmächtigung Jesu zum Gesalbten (Messias) sichtbar gemacht durch das Salböl, das die herabkommende Taube auf das Haupt Jesu ausströmen läßt.

Auch das Mysterium der Dreieinigkeit wird im Taufbild häufig veranschaulicht: senkrecht von oben nach unten die weisende Hand Gottvaters, darunter die Geisttaube, darunter Jesus im Jordan.

Seit dem 5. Jahrhundert kommt die Geisttaube auch in weiteren Darstellungen vor.

Das Verkündigungsbild
Luk. 1, 35: "Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten ..... ".
Die erste bekannte Darstellung der Taube bei der Verkündigung an Maria stammt aus dem 5. Jahrhundert. Aber erst vom 11./12. Jahrhundert an wird sie ein fester Bestandteil des Verkündigungsbildes.

Das Pfingstbild
Apg. 2, 1-4: "Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie vom Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen; und sie wurden alle voll des heiligen Geistes ..... ".
Gottes Geist manifestiert sich in Sturm und Feuer. Dennoch hat man auch in die Pfingstdarstellungen die sanfte Geisttaube übernommen.

Die Schöpfung
1.Mose 1, 1-2: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und Finsternis lag über dem Urmeer, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern."
Erst im hohen Mittelalter wird die Schöpfung in den Bildzyklen des Sechstagewerkes dargestellt und damit auch die mit ausgebreiteten Flügeln über der Urflut schwebende Geisttaube.

Die Darstellung der Trinität
Von besonderer Bedeutung wurden Bildformen, in welcher der Heilige Geist durch die Taube symbolisiert wird. Meist schwebt die Geisttaube zwischen Gottvater und Sohn.

Warum wurde gerade die Taube Symbol des Göttlichen?
Nicht nur die Erscheinung, sondern auch ihr Verhalten prädestinierten die Taube dazu, Symbol des Göttlichen zu werden.
Nach dem Kirchenlehrer Augustinus verdient die Taube Bewunderung, weil sie nicht raubt, nicht zerfleischt, nicht tötet, ihrer Natur gernäß Kadaver meidet, weil sie sich nicht vom Tod, sondern von den Früchten der Erde ernährt und ihr Lebensunterhalt dadurch niemanden schädigt.
Die Taube fühlt sich nur in der Gemeinschaft wohl, hat keine Galle und ist daher friedfertig und sanftmütig, obwohl sie entschieden ihr Nest verteidigt. Dabei fehlt ihrer Wut aber die Erbitterung. Sie verständigt sich durch ihr Seufzen, das Augustinus zugleich als Ausdruck der unter den Tauben herrschenden Liebe versteht, die selbst im Zank nicht aufhört und deshalb ohne Haß ist.
Die Taube gilt Augustinus als keusch, sittsam, klug, insbesondere aber als - im guten Sinne - einfältig.

Im Mittelalter schrieb man der Taube die folgenden sieben Tugenden zu:
(Münchner Pergamenthandschrift 39, aus dem 12. Jh.)
1. Sie hat keine Galle
2. Sie frißt weder Aas noch Würmer
3. Sie ernährt sich von Samen: die besten frißt sie, die schlechten verweigert sie
4. Ihr Gesang ist nur klagend und seufzend
5. Sie zieht auch fleißig fremde Junge auf
6. Sie hält sich gerne am Wasser auf, damit sie den Schatten sieht, wenn der Habicht sie fangen will
7. In den Felsen und Höhlen macht sie ihr Nest"
    (Haag-Wackernagel: Die Taube, Basel 1998)

Die Taube dient in der christlichen Kunst nicht nur als Symbol des Heiligen Geistes in all seinen Funktionen (Verkündigung an Maria, Pfingstbild, Schöpfung, Trinität), sondern hat daneben noch viele andere Symbolbedeutungen:
  • Die Taube als Sinnbild der Geistbegabung
  • Die sieben Geistesgaben
  • Zwölf Tauben als Sinnbild der geisterfüllten Apostel
  • Die Taube als Sinnbild der Geistbegabung von Heiligen
  • Die Taube in der Hand des Jesuskindes
  • Die eucharistische Taube
- Die Taube als Sinnbild des Friedens - die "Friedenstaube"
- Die Taube als Sinnbild der erlösten Seele
- Die Taube als Attribut
- Tauben als Armenopfer


Weitere symbolische Bedeutungen der Taube:
  • Taube und Ölzweig: Frieden, Vergebung, Erlösung
  • Taube und Palmzweig: Sieg über den Tod
  • Schwarm Tauben: die Gläubigen
  • weiße Taube: gerettete und gereinigte Seele
  • Tauben im Weinstock: die Gläubigen
  • Zwei Tauben: eheliche Zuneigung
Die Taube als Symbol der Liebe
Höhlen und Grotten in denen Quellen entspringen, galten in alten Religionen als heilige Orte und waren meist einer Gottheit geweiht.
Felsentauben bevorzugten solche Orte als Brutplätze. Da sie sich damit sozusagen freiwillig in den Schutz der Gottheit begeben hatten, wurden sie zum Symbol dieses Gottes. So wurden die durch Mutation spontan auftretenden weißen Tauben bereits im 4.Jahrtausend v.Chr. im mesopotanischen Babylon der Liebesgöttin Istar, der Göttin der Fruchtbarkeit, des Werdens und Vergehens, zugeordnet und als heilige Vögel verehrt. Das Paarverhalten (lebenslange Einehe, starke Paarbindung), das Brutverhalten und die Fruchtbarkeit der Tauben prädestinierten sie zum Symboltier der Liebesgöttin.

Im syrisch-palästinensischen Kulturbereich wurde die vorderasiatische Taubengöttin Istar zur Göttin Astarte. Ihr Kult verbreitete sich im ganzen Mittelmeerraum und in Kleinasien und mit ihm die Taube als Symbol der Liebe.

In Griechenland wurde Astarte zu Aphrodite, der griechischen Liebesgöttin. Auch die Griechen behielten die Taube als heiliges Tier bei und integrierten sie in ihre Mythologie.

Die Römer nahmen die griechische Aphrodite als Venus in den Kreis ihrer Götter auf und mit ihr die Taube als Symbol. Als Sinnbild der ehelichen Liebe und Treue spielte sie eine wichtige Rolle. Beim Verlust eines geliebten Ehepartners wurde ihm, als Zeichen der Treue und Liebe über den Tod hinaus, eine tönerne Taube mit ins Grab gegeben.

Im Christentum tauchte die weiße Taube der archaischen Urgöttin der Liebe in Form des Heiligen Geistes auf, der die Aufgabe der geistigen (z.B. Jünger an Pfingsten) und körperlichen Befruchtung (Empfängnis der Maria) erfüllte.

Bis in unsere Zeit spielt die weiße Taube als Symbol der Liebe, Treue und Unschuld eine besondere Rolle. Künstler bedienen sich ihrer Symbolik. Sie schmückt Alltagsgegenstände, wird auf Postkarten gedruckt und vorwiegend zu Hochzeiten versandt, findet sich auf Glückwunschkarten und Albumbildern wieder und dient in Porzellan geformt als Geschenk-und Dekorationsgegenstand.

Die weiße Taube erhielt durch ihre lange Geschichte als Symbol der Liebe, Unschuld und Reinheit eine große Wertschätzung.

Die Friedenstaube
Neben der Taufe Jesu hat die Erzählung von Noah in der Arche am Ende der Sintflut die Taubensymbolik stark geprägt.
"Und (Noah) ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da merkte Noah, daß das Gewässer gefallen wäre auf Erden." (1.Mose 8,10-11)
Noah, der meist in einer stilisierten Arche dargestellt wird und die Hand nach der Taube ausstreckt, gehört zu den häufigsten Motiven frühchristlicher Grabkunst. Die Darstellung ist ein Bild der Hoffnung und des Friedens inmitten einer untergehenden Welt.

Die eigentliche Friedenssymbolik der Noahtaube geht ursprünglich vom Ölzweig und nicht von der Taube aus. Der Ölzweig als Sinnbild des Friedens läßt sich auf das alte Symbol des Lebensbaumes zurückführen und war auch bei den Griechen und Römern bekannt. Die Noahtaube war nur die Botin, die den Ölzweig als Symbol des Friedens überbrachte. Erst später wurde die Taube selbst zum eigenständigen Friedenssymbol.

Im frühen Christentum galt die Taube als Symbol des Friedens zwischen Gott und Menschen und nicht des politischen Friedens zwischen den Völkern. Erst seit dem 14. Jahrhundert taucht die Taube (etwa in Fabeln) als Friedensstifterin auf und nach und nach in allegorischen Darstellungen auch als Symbol des politischen Friedens. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und danach wurden Friedensmünzen geprägt, auf denen Tauben mit Ölzweig abgebildet sind. In Verbindung mit Waffen dürfte wohl immer der politische Frieden zwischen Völkern und Menschen gemeint sein. In Kriegszeiten symbolisiert die Taube verstärkt die Sehnsucht der Menschen nach Frieden.

Der Theologe Theodor Fliedner, Begründer der Rheinisch-Westfälischen Gefängnisgesellschaft, bestimmte 1848 die weiße Taube zum Symbol der evangelischen Diakonissen, die sich der Kranken-, Armen-, Gefangenen-und Kinderpflege widmeten. Später erhielten die Diakonissen den Ehrennamen "Tauben von Kaiserswerth". Sie sollten Friedensbotinnen des Herrn für in Not geratene Menschen sein.

Die kommunistische Friedenstaube

Die weiße Taube wurde auch zum Symbol der kommunistischen "Weltfriedensbewegung". 1949 fand der erste große Weltfriedenskongreß statt.
Die dort als Symbol verwendete Taube geht zurück auf Pablo Picasso (1881-1973). Es handelte sich um eine Lithographie, die eine weiße Rassetaube mit befiederten Beinen und Füßen und einer Haube zeigt. Diese Taube erschien auf dem Plakat des Kongresses überall in Paris. Später stellte Picasso seine Friedenstaube mit einem Ölzweig dar. Die Friedenstaube blieb das Symbol des kommunistischen Friedens. Die Taube breitete sich schließlich im ganzen sozialistischen Raum, einschließlich China, aus.
Auf diese Weise gelangte das uralte christliche Symbol des Friedens in den Dienst des Weltkommunismus und damit des erklärten Atheismus. So wie die Taube einst als Symbol der Liebe von Mesopotamien aus die ganze Welt eroberte, tat sie dies als Symbol für die politische Idee der kommunistischen Weltfriedensbewegung -ein unvergleichlicher Siegeszug!" (Haag-Wackernagel: Die Taube, S. 125)

Die Aktualität der weißen Taube als Symbol des politischen Friedens und der Völkerverständigung ist weltweit bis heute ungebrochen.

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