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Home  Magazin  Bundesarbeitsgruppe Stadttauben Teil 6 

C.06: Von der Botentaube zum Brieftaubensport
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Eine Taube findet aus beliebigen Richtungen und Entfernungen in ihren Heimatschlag zurück. Setzt man eine erwachsene Taube an einem fremden Ort aus, kehrt sie unverzüglich und ungeachtet aller Strapazen und Gefährdungen in ihren Heimatschlag zurück.
Dieser Heimkehrtrieb (= Sehnsucht nach dem eigenen Schlag) und das Heimfindevermögen der Taube wurden schon sehr früh vom Menschen erkannt und genutzt, aber auch missbraucht.

Heimkehrtrieb und Heimfindevermögen sind die Grundlage für die Verwendung der Taube als Boten- oder Brieftaube.

Erste schriftliche Überlieferungen von der Taube als Nachrichtenübermittlerin stammen aus Ägypten zur Zeit des Königs Djoser zwischen 2600 und 2500 v. Chr. Entlang der Grenze seines Reiches ließ er in den Wachtürmen Botentaubenschläge einrichten, um herannahende Feinde schnell dem Heer im Hinterland melden zu können.

Eine Schrift aus der Zeit Cheops II. (2230 v. Chr.) bekundet, daß Kaufleute ihren Schiffen und Karawanen Botentauben mitgegeben haben, um möglichst früh von Art und Menge der mitgeführten Handelsgüter unterrichtet werden zu können.

Ramses II. hatte Botentauben in seinem Dienst. Im Jahre 1260 v. Chr. trugen sie die Botschaft von seiner Krönung in alle Teile seines Reiches.

Um 1000 v. Chr. war die Sitte, Tauben für Botendienste zu verwenden, weit verbreitet. Sie übermittelten Nachrichten von Herrschern, Feldherrn, Kaufleuten, aber auch ganz private Botschaften.

600 v. Chr. ist die Aussage des griechischen Troubadours Anakreon dokumentiert, der Brieftauben in seinen Diensten hatte.

Im Jahre 444 v. Chr. flog eine Taube um einen olympischen Sieg zu verkünden von Olympia nach Ägina. Der Athlet Taurethenes hatte zu den Wettkämpfen eine Taube mitgebracht. Sie flog nach seinem Sieg in wenigen Stunden den Weg zurück und kündete durch ein am Bein angebrachtes rotes Band vom Erfolg des Athleten. Ein Reiter hätte für die Wegstrecke drei Tage gebraucht.
 
Die Römer verwendeten Brieftauben zur Nachrichtenübermittlung im militärischen und zivilen Bereich.

In einigen Militärlagern waren Botentaubenstationen eingerichtet, und es ist überliefert, dass römische Soldaten gut mit Botentauben umzugehen wussten.
Römische Bürger nahmen beim Verlassen ihres Heimatortes häufig Botentauben mit, um ihren Angehörigen ihre glückliche Ankunft am Reiseziel mitzuteilen.

Julius Caesar erfuhr durch Botentauben von den Unruhen in Gallien.

Im Jahre 43 v. Chr. spielten Botentauben ne wichtige Rolle bei der Belagerung der Stadt Mutina (heutiges Modena). Die Eingeschlossenen hielten per Taubenpost Verbindung zu den Konsuln.

In den Wirren der Völkerwanderung ging in Europa das Wissen um die Fähigkeiten der Botentauben verloren.

Wieder entdeckt wurde die Taube als Bote während der Kreuzzüge im 11. Jahrhundert n. Chr. Die Kreuzritter und später die Kaufleute lernten das funktionierende System der Nachrichtenübermittlung durch Botentauben im Orient kennen und brachten das Wissen und auch die Tauben nach Europa mit.

Von nun an wurden Tauben regelmäßig im militärischen und zivilen Bereich als Boten eingesetzt.

1572 - 1574 benützte der Prinz von Oranien im Unabhängigkeitskrieg der Niederlande gegen Spanien Tauben als Kommunikationsmittel. Die in Harlem und Leyden eingeschlossenen Stadtbewohner hielten durch, weil sie über Botentauben von ihrer baldigen Befreiung erfuhren.

Einen besonderen Coup landete die Bankiersfamilie Rothschild im Jahre 1815 mit Hilfe der Botentauben. Rothschild hatte in die Armee Napoleons einige Gewährsleute mit Tauben eingeschleust. Täglich flogen Tauben nach London und hielten den Bankier über das Kriegsgeschehen auf dem laufenden. Als Napoleon am 18. Juni 1815 von den Engländern bei Waterloo vernichtend geschlagen wurde, erfuhr dies das Londoner Bankhaus noch am selben Tag. Während alle Welt noch an den Sieg Napoleons glaubte, kaufte Rothschild alle verfügbaren englischen Wertpapiere billig auf. Drei Tage später erfuhr jedermann vom Sieg der Engländer. Der Wert der britischen Papiere stieg ins Astronomische. Rothschilds hatten den Grundstein zu ihrem legendären Vermögen gelegt.

Hilfreich war die Taubenpost in den Jahren 1870 - 1871 bei der Belagerung von Paris, als sämtliche Verkehrsadern der Stadt mit den Provinzen unterbrochen waren.
15 000 amtliche Depeschen und ca. 1 Million Privatnachrichten wurden in dieser Zeit durch Tauben nach Paris geflogen.
 
Die Zeit des 1. Weltkriegs bildete den Höhepunkt des militärischen Botentaubeneinsatzes.
In der deutschen Armee wurden zwischen 1914 und 1918 etwa 120 000 Brieftauben eingesetzt. Rechnet man die der französischen und belgischen Armeen hinzu, kommt man auf etwa 500 000 Tauben, von denen 200 000 ihren Heimatschlag nicht mehr erreichten.

Im 2. Weltkrieg warfen die Engländer in den Jahren 1943 und 1944 in kleinen Käfigen an Fallschirmen über Frankreich 20 000 Brieftauben ab, die später Tausende von Meldungen nach England transportierten. Viele Armeebrieftauben wurden mit Orden ausgezeichnet und als Kriegshelden gefeiert.

Heute spielen die Tauben im militärischen Bereich keine Rolle mehr. 1995 schaffte die Schweizer Armee als letzte ihre Brieftauben ab. Tauben flogen aber auch zivile Einsätze. Sie übermittelten Depeschen an Redaktionen und Nachrichtenagenturen, Börsendaten, Drogen, Blutproben, Diamanten, Mikrofilme, chiffrierte Nachrichten für die Unterwelt.

Heute fliegen Tauben als Reisetauben nur noch bei Wettflügen zum Vergnügen und zur Ehre ihrer Besitzer. Sie erringen für sie Pokale und Preise. Allein in der Bundesrepublik gibt es heute 79 000 Brieftaubenzüchter, die etwa 4 Millionen Brieftauben halten. Weltweit sind es in 50 Ländern 1,2 Millionen Brieftaubenzüchter mit rund 60 Millionen Tieren. (Haag-Wackernagel, a.a.O. S.179)

Doch die Taube will weder Kriegsheld sein noch bedeutet ihr ein Orden etwas. Auch Pokale und Preise sind für sie bedeutungslos. Sie will nur eines: möglichst schnell nach Hause.

Das Orientierungsvermögen der Brieftaube
Die Fähigkeit der Tauben - insbesondere der Brieftauben - sich ohne Kompass und Landkarte über Hunderte von Kilometern vom Heimatschlag entfernt zu orientieren, bereits nach wenigen Sekunden zielsicher die Richtung für den Heimflug zu finden und sich unverzüglich dorthin auf den Weg zu machen, hat den Menschen schon immer Rätsel aufgegeben.

Trotz intensiver Forschungen konnte das Geheimnis des Orientierungsvermögens der Tauben bis heute nicht gelüftet werden. Einig sind sich die Wissenschaftler, dass dem ein komplizierter Prozess zugrunde liegt, an dem mehrere Faktoren beteiligt sind.
 
Vor allem drei Mechanismen sind es, auf denen das Orientierungsvermögen beruht:
  1. Im Nahbereich innerhalb eines Radius von zwei bis drei Kilometern orientieren sich Brieftauben anhand von sichtbaren charakteristischen Merkmalen der Landschaft: Berge, Hügel, Seen, Wälder Felder, Bauwerke ...
  2. Sind Tauben gezwungen, größere Strecken zurückzulegen, sind sie in der Lage, für ihre Orientierung das Magnetfeld der Erde zu nutzen, eine Fähigkeit, die ihnen angeboren ist.
  3. Darüber hinaus können Tauben die Himmelsrichtungen mit Hilfe einer inneren Uhr und des Sonnenstandes bestimmen. Dazu müssen sie wissen, wann die Sonne wo steht. Junge Tauben lernen dies mit etwa zwölf Wochen. Weil sie polarisiertes Licht benützen können, ist es ihnen möglich, die Sonne auch bei bedecktem Himmel wahrzunehmen. Außerdem setzen sie das für Menschen unsichtbare UV-Licht zur Bestimmung des Sonnenstandes ein.
Zusätzlich zu diesen Hauptmechanismen der Orientierung spielen Geruchsinformationen eine Rolle, die die Tauben beim Überfliegen der Gebiete aufnehmen (z.B. vegetationsbedingte Gerüche oder den Salzgehalt der Luft). Fest steht, dass Tauben alle ihnen zur Verfügung stehenden Richtungsinformationen kombinieren, um ihren Heimatschlag so schnell wie möglich zu erreichen, ungeachtet aller Strapazen und Gefährdungen durch Wetterunbilden oder Greifvögel.

Wie Brieftauben zu Höchstleistungen gebracht werden
In einer Zeit, in der nur noch Rekorde zählen, wundert man sich kaum, dass auch Züchter von den Brieftauben immer größere Leistungen fordern. "Immer weiter, immer schneller", heißt die Devise.
Während im Jahre 1800 Brieftauben 20 bis 30 Kilometer, im Jahre 1830 schon 300 Kilometer weit fliegen mussten, legen sie heute unter optimalen Bedingungen über 1000 Kilometer mit einer mittleren Fluggeschwindigkeit von 80 km/h zurück.
Diese Leistungen bringen dem Halter Anerkennung, Auszeichnungen, Pokale, Preise und beim Verkauf der erfolgreichen Taube zur Zucht einen ordentlichen Batzen Geld. Fünfstellige Beträge sind keine Seltenheit. Die Rechnung aber "bezahlen" die Tauben. Durch rigorose Auslese (Selektion) der Eier, der Nestlinge und der Jungtauben, durch Weiterzucht mit erfolgreichen Tauben (Zuchtwahl, oft auch Inzucht), durch ausgeklügelte Ernährung und durch spezielles Training werden "Siegertauben" geschaffen.
 
Schaufenberg berichtet bereits 1936: "Ich kenne eine Reihe guter Liebhaber, die jede Jungtaube, die ermüdet von den kleinen Flügen von 100 -200 km zurückkehrt, sofort der Küche überweisen."

Großer Heimkehrwille und eine starke Heimkehrmotivation sind nötig, um die Brieftauben zu diesen enormen Leistungen zu zwingen. Deshalb werden arttypische Bedürfnisse der Tauben zur Motivierung ausgenützt:

Die Schlagtreue:
Tauben haben eine starke Bindung an den Schlag in dem geboren werden. Die Nestlinge werden in der 7. Lebenswoche auf ihn geprägt, halten zeitlebens hartnäckig an ihm fest und kehren immer wieder zu ihm zurück. Es ist sehr schwierig erwachsene Tauben in einem neuen Schlag einzugewöhnen.

Die Paarbindung:
Zwischen Täuber und Täubin besteht eine enge Paarbindung. Bereits nach 5 - 6 Monaten werden Tauben geschlechtsreif. Die Paare, die sich da zusammenfinden, bleiben meist ein ganzes Taubenleben lang in Einehe verbunden. Nach dem Tod eines Partners trauert der Überlebende oft wochenlang, geht sogar manchmal keine neue Bindung mehr ein.

Brutverhalten:

Täuber und Täubin betreiben gemeinsam eine intensive Brutpflege. Sie bebrüten abwechselnd (der Täuber von 10-16 Uhr, die Täubin die übrige Zeit) 17 Tage lang das Gelege von zwei Eiern. Die hilflosen Nestlinge werden von beiden Eltern mit Kropfmilch gefüttert, abwechselnd gehudert und bewacht. Fällt ein Partner aus, ist die Brut in Gefahr.

Mit ausgeklügelten, tierfeindlichen Methoden nützen die Züchter diese arttypischen Bedürfnisse der Tauben, um enorme Flugleistungen zu erreichen.

Die Witwerschafts-oder Schonmethode:
Die Paarbindung der Tauben dient hier zur Motivation. Die Taubenpaare werden für die Dauer der Flugsaison getrennt gehalten, die Alttiere von Mai bis Juli (12 bis 14 Flüge über jeweils 200 bis 700 km) die Jungtiere im August und September (6 Flüge über 100 bis 250 km). Vor dem Flug werden die Täubinnen zu den Täubern gebracht die sofort mit der Balz beginnen. Kurz vor der Kopulation werden die Partner getrennt und zu verschiedenen Auflaßorten transportiert.
Die Tiere setzen nun alles daran, um in den Schlag und zum Partner zurückzukommen. Unmittelbar nach der Rückkehr wird ihnen eine kurze Zeit Sozialkontakt als Ansporn für den nächsten Flug gestattet.

Die Eifersuchtsmethode:
Um das Bedürfnis der Partner, möglichst schnell zueinander zu kommen, noch zu steigern, praktizieren die Züchter eine Variante der oben beschriebenen Methode.
Der Täuber wird in einen Kasten mit Guckloch gesteckt. In den benachbarten Käfig der Täubin läßt man einen fremden Täuber, der unverzüglich der Täubin "den Hof macht". Diese Szene versetzt den regulären Partner in ne solche Eifersucht, daß er, wenn er dann Hunderte von Kilometern entfernt aufgelassen wird, alle Kräfte mobilisiert, um in den Schlag zurückzukehren und den Nebenbuhler zu vertreiben.
 
Die Nestmethode:
Sehr stark ist der Heimkehrtrieb bei Täuber und Täubin während des Brutgeschäfts, wenn Eier oder Junge im Nest sind. Diese Methode ist also für den Züchter besonders erfolgversprechend.
Täuber und Täubin werden von ihren Eiern kurz vor dem Schlüpfen der Jungen - oft simuliert durch in Plastikeier eingeschlossene, sich bewegende Mücken - oder ihren gerade geschlüpften Nestlingen entfernt, an verschiedene, weit entfernte Auflaßorte transportiert und dort freigelassen.
Die Sorge um das Gelege bzw. die Nestlinge läßt die Tauben besonders schnell heimfliegen.

Daß ein hoher Prozentsatz der Brieftauben trotz dieser psychischen Motivierung und der körperliche Konditionierung den Heimflug nicht schafft, ist wissenschaftlich belegt. Sie sind Opfer von Überanstrengung, Wetterunbilden, Hindernissen, Greifvögeln. Manche Brieftauben schließen sich zeitweise oder für immer den Stadttauben an und vermehren den von vielen Leuten als zu hoch beklagten Bestand der Population. Andere kehren erst nach Tagen oder Wochen, ja Jahren in ihren Schlag zurück.
  • Eine Taube kehrte nach 5 Jahren von Warschau in ihren heimatlichen Schlag nach Dortmund zurück.
  • Einem Züchter in Belgien flog eine Brieftaube aus Kimberley in Südafrika zu.
  • Eine Brieftaube aus England tauchte 4 Jahre nach ihrem Auflaß in Nordchina auf.
Die meisten "Spätheimkehrer" sind für den Züchter wertlos, sind einkalkulierter Schwund.

Die Durchführung von Wettflügen
Im Alter von sieben Tagen erhalten Brieftauben einen Metallring. Der Ring enthält neben der Abkürzung DV (= Deutscher Verband) die Nummer des Vereins, das Geburtsjahr und eine laufende Nummer als Kennzeichnung des Einzeltieres. Er ist der "Ausweis" der Taube.
Beispiel: 02723 =Vereinsnummer
                 98 = Geburtsjahr der Taube
                 17 = Zuchtnummer, Nummer der Taube des Züchters

Nummer im Ring: DV 027239817
 
Am Wettflugtag erhält die Taube zusätzlich für den Wettflug einen Gummiring mit einer fortlaufenden Nummer. Beide Nummern werden in eine Einsatzliste eingetragen.

Mit einem speziell für den Taubentransport konstruierten Lastwagen (Kabinenexpreß) werden die 4000 bis 5000 Reisetauben zum oft 1000 Kilometer weit entfernten Auflaßort transportiert und dort gefüttert und getränkt.

Vor dem Auflaß werden von den Wetterwarten ausführliche Wetterberichte eingeholt. Wenn alles für einen guten Flugverlauf spricht, werden die Tauben aufgelassen. Tauben fliegen in einer Höhe von 100 - 200 m über dem Boden mit einer Geschwindigkeit von 60 - 120 km/ho Sie fliegen am liebsten über freies Land und vermeiden Gebirge und größere Wasserflächen.

Inzwischen erhält der Züchter am Heimatort eine plombierte Uhr (Konstatieruhr), in die später der Gummiring der heimgekehrten Taube eingedreht wird. Die Uhr stempelt den genauen Zeitpunkt der Ankunft. Eine Kommission errechnet die Fluggeschwindigkeit jeder Taube, erstellt eine Platzierungsliste und verteilt die Preise.

Brieftaubensport und Tierschutz
(Siehe dazu auch Info 0.01: Rechtssituation der Stadttauben)
Der Brieftaubensport kann gegen Paragraphen des Tierschutzgesetzes, des BGB oder Strafgesetzbuches verstoßen.

Nach §1 TSchG darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
  • Brieftaubenzüchter aber trennen Tauben gewaltsam von ihren Partnern, Eiern oder Nestlingen, um sie zu außergewöhnlichen Flugleistungen zu zwingen.
  • Sie transportieren die Tauben über Hunderte von Kilometern in engen Käfigen in einem LKW, dem sog. Kabinenexpreß.
  • Sie gefährden Leben und Gesundheit der Tauben, indem sie die Tiere während des Fluges verschiedenen Gefahren (Hindernissen, Greifvögeln, ungünstigen Witterungsverhältnisse) aussetzen.
Nach §3 TSchG ist es verboten, einem Tier, außer in Notfällen, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen.
  • Brieftaubenzüchter verlangen ihren Tieren teilweise extreme Flugleistungen ab und setzen sie großen Strapazen aus.
 
Anmerkung:
Daß die Tiere überfordert werden, beweisen folgende Zahlen:
Die Verlustraten betragen bei Alttieren 28%, bei Jungtieren 32% der aufgelassenen Tiere (Du und das Tier, 5/93, S.24).

Nach §17 TSchG ist es verboten, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten.
  • Brieftaubenzüchter betreiben eine rigorose Selektion, so daß nach 2-3 Jahren nur noch 30% der Tauben eines Geburtsjahrganges am Leben sind, obwohl Tauben mehr als 25 Jahre alt werden können.
Sie töten Tauben,
- die die geforderte Leistung nicht erbringen, (Anmerkung: Mitunter erhalten "Spätheimkehrer" eine weitere Chance)
- die nach der Mauser ihr Federkleid nicht richtig erneuern,
- die dem Standard nicht entsprechen.

"Den stärksten Anteil am Zuflug unserer Stadttaubenschwärme haben heute verirrte und erschöpfte Brieftauben. Dies ist allein schon in der großen Zahl, aber auch der Streuung der verflogenen Tiere begründet."
(Landesanstalt für Umweltschutz, Baden-Württemberg 1995)



Benützte Literatur
  • Mackrott, Heinrich: Tauben halten. Stuttgart 1997
  • Grundel, Werner: Brieftauben, 4 Aufl , Stuttgart 1993
  • Haag-Wackernagel, Daniel Die Taube Vom heiligen Vogel der Liebesgöttin zur Straßentaube. Basel 1998
  • Dee, Andrea: Eine vergessene Leidenschaft -Von Tauben und Menschen, Wien 1994
  • Hesselmann, Stephan: Untersuchungen zur Brieftaubenzucht in der Bundesrepublik Deutschland auf der Basis statistischer und erbanalytischer Erhebungen, unter besonderer Berücksichtigung der Zuchtsituation und Leistung in verschiedenen Reisevereinigungen, Inaugural-Dissertation, Hannover (Tierärztliche Hochschule) 1989
  • Deutscher TIerschutzbund Brieftauben -Ein Hobby wird zur Qualerei. in Du und das Tier, 5/1993, S 23-26

 

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