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Home  Magazin  Bundesarbeitsgruppe Stadttauben Teil 8 

C.08: Das Leben der Taube in der Stadt
(Brutplatznot, Futter-und Wassermangel, Übergriffe)

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Der Mensch hat in einer 6500 Jahre andauernden Domestikation die Taube durch Züchtung beeinflußt und nach seinen Vorstellungen verändert und geformt.
"Er hat ihre Fruchtbarkeit gesteigert, ihre Scheu vor dem Menschen gemindert und eine Unzahl von Rassen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften hervorgebracht. Diese veränderten Tauben haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder in den Städten angesiedelt", sich verpaart, ohne in der Partnerwahl vom Menschen beeinflußt zu werden , und durch Kombination der Merkmale und Eigenschaften eine vielfältige Taubenpopulation hervorgebracht.
(Haag-Wackernagel: Die Taube -Vom heiligen Vogel der Liebesgöttin zur Straßentaube, Basel 1998, S. 222)

Dabei überlebten nur die Tauben, die sich den harten Lebensbedingungen der Stadt anpassen und sich im Überlebenskampf durchsetzen konnten.

"Eine erfolgreiche Stadttaube ist intelligent, zahm und vorsichtig zugleich , genügsam und weitgehend resistent gegen Krankheiten und Parasiten." (ebd . S.222) In den sechs Jahrtausenden ihrer Geschichte wurde die Stadttaube zur Spezialistin für das erfolgreiche Überleben in unseren heutigen Städten.

Vor allem zwei Probleme sind dabei von den Tauben zu bewältigen:
das Auffinden eines geeigneten Brutplatzes und die Deckung des täglichen Nahrungsbedarfes für sich und die Nestlinge.

Brutplatznot

Die Stadttaube betrachtet die Häuserschluchten der Stadt als Felsenersatz und nistet als ursprünglicher Fels-und Höhlenbrüter an reich strukturierten Gebäuden, in offenen Dachböden, halbdunklen Innenräumen, in Hinterhöfen, an windgeschützten, trockenen Plätzen unterm Dach, auf Simsen, Balkonen und unter Brücken.

Durch die zunehmende Sanierung oder Renovierung alter Bausubstanz, der Schließung von Speichern und Dachböden und der Durchführung von Abwehrmaßnahmen an betroffenen Gebäuden wird das Brutplatzangebot für die Tauben immer weiter eingeschränkt. Die Tauben sind gezwungen, ungeeignete Brutplätze anzunehmen und eng gedrängt zu brüten.
Die Massierung der Tauben an wenigen Plätzen hat eine starke Kotbelastung der Gebäude zur Folge. Dies führt in der Regel zu erneuter Aussperrung und Vertreibung und damit zu weiterer Konzentrierung der Tiere an den verbliebenen Brutplätzen.

Die Überbesetzung, verbunden mit der innerartlichen Konkurrenz, führt zu Streß und Aggressivität und begünstigt das Auftreten von Krankheiten und Parasiten. Die Nestlinge müssen unter ungünstigsten Bedingungen aufgezogen werden . Die Sterblichkeitsrate ist deshalb hoch. Bis zu 90% der Jungtiere sterben im ersten Lebensjahr. Da Tauben eine feste Bindung an ihren Brutplatz haben, versuchen sie oft monatelang hartnäckig ihre durch Abwehrmaßnahmen versperrten Plätze wieder zu besiedeln.
An Spikes und Zacken ziehen sie sich lebensgefährliche oder gar tödliche Verletzungen zu.

Durch Vernetzung ausgesperrten Tauben gelingt es immer wieder, hinter die Netze zu gelangen und dort zu nisten. Finden sie den Ausschlupf nicht, verfangen sie sich in den Maschen des Netzes und kommen qualvoll ums Leben.

Da Täuber und Täubin für die Aufzucht der Brut nötig sind , kommen die Nestlinge durch den Tod eines Elterntieres ebenfalls ums Leben. Herumliegende Fäden und Schnüre u.a. von zerrissenen Netzen führen zu schlimmen Fußverletzungen.

Die Tauben treten beim Umherlaufen in Fäden, Schnüre oder Haare und wickeln sich diese um Beine und Zehen. Da Tauben nicht an ihren Beinen herumpicken, ziehen sich die "Fesseln" immer fester zu, bis einzelne Zehen oder der ganze Fuß nicht mehr durchblutet werden und absterben. Solche Verletzungen bereiten den Tauben große Schmerzen und behindern sie bei der Futtersuche und bei der Flucht.

Futter-und Wassermangel

Die Tauben, ursprünglich Körner- und Samenfresser, entwickeln sich in der Stadt aus Mangel an artgemäßem Futter immer mehr zu Allesfressern. Sie picken alles auf, was irgendwie freßbar ist.
Ihre wichtigste Nahrungsquelle aber ist die Fütterung durch Taubenfreunde v.a. mit Getreide, Mais, Brot und Backwaren.

Um an das zum Überleben nötige Futter zu gelangen, sind die Stadttauben in der Lage, die Gewohnheiten der Fütterer zu durchschauen und ihren Tagesthythmus anzupassen. Sie kennen den Zeitplan des Fütterers und sind pünktlich zur Stelle. Schon von weitem erkennen sie ihren Wohltäter an seiner Gestalt, seinem Gang, seinen Bewegungen, seiner Kleidung, seinem Gepäck. Bereits vor dem Öffnen der Tasche umflattern sie ihn.

Eine weitere Futterquelle sind im Freien essende Menschen. Um diese zur Nahrungsspende zu veranlassen, entwickeln die Tauben, dank ihrer Intelligenz und ihrer Lernfähigkeit, die unterschiedlichsten Bettelstrategien.
Sie gehen gezielt auf den Esser zu, trippeln vor ihm hin und her und versuchen durch Blickkontakt eine Kommunikationsebene aufzubauen. Zeigt sich der Mensch bereit, nähern sie sich bis zur Fluchtdistanz, strecken ihren Kopf vor und fixieren den Menschen durch Hin-und Herwenden des Kopfes. Dieses Verhalten wirkt auf die meisten Menschen unwiderstehlich.
"Sie erfreuen sich an diesem lebendigen Kontakt mit einem schönen und intelligenten Tier" (ebd. S.217) und teilen freudig ihren Imbiß. Eine andere Nahrungsquelle für Stadttauben bilden herabgefallene oder weggeworfene Essensreste aus der Freiluftgastronomie, an Imbißständen, auf Schulhöfen oder Märkten und Getreidereste bei Mühlen, Brauereien und Lagerhallen.

Bei Nahrungsengpässen, vor allem im Winter, sind die Tauben den ganzen Tag auf Nahrungssuche, picken die kleinsten Krümel aus den Fugen des Straßenpflastern und setzen sich dabei den Gefahren des Verkehrs aus. Viele bezahlen mit ihrem Leben, da es nicht für alle Verkehrsteilnehmer selbstverständlich ist, Rücksicht auf hungrige Tiere zu nehmen.

Ein besonderes Problem für die Tauben im Winter ist die Versorgung mit Trinkwasser.

Liegt Schnee, picken sie diesen. Oft sind sie aber genötigt, ausgekipptes Putzwasser aufzunehmen, da alle Brunnen der Stadt abgeschaltet sind. Unverständlich ist das Verhalten von Passanten, Erwachsenen wie Kindern, für die die nahrungssuchenden, auf Fußwegen trippelnden oder an Pfützen trinkenden Tauben entweder Luft oder willkommenes Jagdobjekt zu sein scheinen.

Übergriffe

Auch brutale Übergriffe auf die wehrlosen Tiere sind zu beobachten.

An Perfidie und Brutalität kaum zu überbieten ist die Handlungsweise feiger, herzloser Menschen, die den Hunger der Tauben ausnützen, um sie auf grausame Weise mit vergifteten Körnern zu töten. Das qualvolle, langsame Sterben der Tiere, läßt sie nicht zurückschrecken. Auch die Möglichkeit, daß Kinder, Haustiere und andere Vögel mit dem Gift in Berührung kommen können, hält sie nicht ab. Sie erledigen ihr schmutziges Geschäft heimlich, damit sie bei ihrem verbotenen Tun nicht dingfest gemacht werden können.

Andere Personen fühlen sich durch Hetzkampagnen bestimmter Medien und die Tötungsaktionen der Kommunen zu Übergriffen auf Tauben und Taubenfreunde ermutigt.

"Die Stadttaube ist durch ihre Lebensweise sehr eng mit dem Menschen verbunden. Ihr Wohlergehen ist deshalb weitgehend von der Einstellung der Bevölkerung ihr gegenüber abhängig." (ebd.S.219)

Der Umgang mit ihr offenbart die Fähigkeit der Bürger zu Humanität, zu Toleranz, zu Mitgefühl, aber auch die Bereitschaft zur Koexistenz mit einem Lebewesen, das unsere immer trostloser werdenden Städte mit seiner Existenz bereichert.

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