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Jan Pappens – 3. nat. Meister KBDB "Kleine Halve Fond" 2011
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Markus Bauer
berichtet aus
Belgien
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Jan Pappens aus Hundelgem in Ostflandern.
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Die "Zwalmstreek" ist eine der schönsten und idyllischsten Gegenden von
Flandern, hügelig, ländlich und äußerst beliebt bei Wanderern und Bikern. Dieses
noch teilweise naturbelassene Stück Flandern zieht nicht nur Naturfreunde an,
sondern bietet auch für viele Taubenzüchter eine Möglichkeit der Taubenhaltung
ohne Probleme. Nicht umsonst hat die Provinz Ostflandern die meisten aktiven
Züchter von ganz Belgien! In der kleinen Zwalmgemeinde Hundelgem, in der ich mir
selbst vor mehr als 12 Jahren ein Stück Baugrund gekauft habe, ist die Welt in
Punkto Taubensport noch voll in Ordnung. In diesem kleinen Nest gibt es eine
Reihe stark spielender Taubenzüchter. Der beste Mittelstreckenspieler davon ist
der heute 60-jährige pensionierte Förster Jan Pappens.
Da ich die starken Reiseleistungen von Jan auf der Mittelstrecke bereits zwei
Jahre verfolge, habe ich vor einiger Zeit mit diesem Spitzenspieler Kontakt
aufgenommen. Ich bin voll von diesem Züchter und seinem erstklassigen Material
überzeugt. Nun finde ich es an der Zeit, Ihnen diesen ruhigen sympathischen Taubenfachmann
vorzustellen.
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Jan Pappens B-9630 Zwalm Hundelgem
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An einem goldenen Spätherbsttag Ende dieses Jahres saß ich bei Jan in der
Küche (mit Blick auf die Taubenschläge) und lies ihn nun selbst erzählen, wie
alles begann. Dazu Jan Pappens: "Für mich als 13-Jähriger waren die Wettflüge am
Wochenende in unserem Dorf das Erlebnis schlechthin. Mit unserem Nachbarn
wartete ich gemeinsam auf seine Tauben. Als die ersten Tauben vom Wettflug
fielen, sprang ich auf mein Fahrrad und informierte die anderen Züchter im Dorf,
wann unser Nachbar die erste Taube hatte und wie es lief. Damals gab es noch
kein Handy und die heutige moderne Technik! So war ich als junger Kerl
Überbringer der Wettfluginformationen. Mit diesen Erlebnissen hatte ich schon
die Taubenmikrobe in mir. Mein Onkel schenkte mir die ersten Tauben und damit
war ich in jungen Jahren selbstständiger Taubenzüchter geworden.
In den 1980-ziger Jahren war ich ein gefürchteter Kurzstreckenspieler und die
Konkurrenz hatte nicht mehr viel Spaß mit mir. Neid und Eifersucht wurden
einfach zu groß. Deswegen fasste ich den Entschluss auf die Mittelstrecke
umzusteigen. Meine Kurzstreckenasse verschenkte ich an meine Freunde (was mein
Schwiegervater überhaupt nicht verstanden hatte) und stellte mich meiner selbst
ausgesuchten neuen Herausforderung. Im Jahr 2000 machte ich (so denke ich) den
Kauf meines Lebens. Auf der Totalversteigerung von Willy Sachem, einem stark
spielenden Züchter damals hier in der Gegend, kaufte ich die teuerste Taube in
dieser Versteigerung. Der "Crack" von Willy hatte es mir angetan. Von meinem
Freund wusste ich genau, was dieser Vogel alles geflogen hatte, u. a. 5 x 1.
Konkurs und das der "Crack" ein außerordentlicher Vererber war. Dieser
Spitzenvogel, dann "De Crack Willy" genannt, wurde verpaart mit Blut von Gevaert-Van Schorisse, Charles Van Lancker und später noch von Robert Braem.
Daraus fielen bei mir reihenweise 1. Konkurssieger. Nicht nur die direkten
Kinder, sondern auch die Enkel und Urenkel fliegen unwahrscheinlich Spitze mit
vielen 1. Konkursen. Heute fließt in fast jeder Spitzentaube auf meinem Schlag
das Blut des Topvererbers "De Crack Willy". Wie ein roter Faden zieht sich diese
Ausnahmetaube durch meinen Bestand.
Dazu einige Beispiele: Zuerst also der "De Crack Willy" B-97-4550958; flog
selbst 5 x 1. Konkurs und ist zweifelsohne der Stammvater meines Schlages.
Dieses Jahr 2011 (als 14-jähriger Vogel) habe ich noch schöne Junge davon
gezogen. Einer seiner Nachfolger ist der "Klein Driebander" B-03-4021564 (Sohn
von "De Crack Willy"); flog selbst 1., 2., 3., 4. Konkurs und ist Vater vom "Pursan" B-08-4175241.
"Pursan" flog u. a. 1. provinzial Orleans vs. 3.951
Tauben, 2. provinzial Blois vs. 1.519 Tauben sowie 5. provinzial Orleans vs.
1.525 Tauben. Der nächste Supervererber ist der "Eeenoog" B-04-4311670 (Enkel "De Crack Willy"). Er stammt aus dem
"Lichte Willy" B-02-4095379, einem Sohn vom "De Crack Willy". Der "Eenoog" ist Vater vom
"Kleine As " B-08-4056550, war 4.
nat. As-Taube KBDB Kleine Halve Fond in 2010, flog u. a. 1. provinzial Blois vs.
988 Tauben, 1. lokal Orleans und 4. provinzial Orleans vs. 3.129 Tauben, 8.
provinzial Orleans vs. 1.029 Tauben sowie 2. Konkurs Angerville vs. 527 Tauben
und 2. Konkurs Angerville vs. 503 Tauben. Er war auch Miterringer der 3.
nationalen Meisterschaft KBDB Kleine Halve Fond in 2011. Flog u.a. 7. nat. Zone
A Bourges vs. 6.416 Tauben. Der "Eenoog" ist auch Großvater vom "Donkere Baloe
539"; fliegt 6 x 1. Konkurs und 3 x 2. Konkurs und war 2010 die 16. provinziale
As-Taube KBDB Halve Fond Ostflandern. Daher ist auch die Tochter vom "Eenoog",
die "Blauwe 458" B-06-4012458, eine wahre Zuchtperle. Sie ist Mutter von "Donkere Baloe 539"! Ein weitere Zuchtsäule ist der
"Wittekop" B-02-4095389, ein
Sohn von "De Crack Willy"; flog selbst 6 x 1. Konkurs sowie 5. provinzial Argenton vs. 2.245 Tauben und 6. provinzial Chateauroux vs. 3.805 Tauben. Er
steht seinem Vater in nichts nach. Ein weiterer Superstar, der noch nicht auf
dem Zuchtschlag sitzt, ist der Reisevogel "Crack 270" B-09-4175270; fliegt
bereits 7x 1. Konkurs und ist Miterringer der 3. nationalen Meisterschaft KBDB
Kleine Halve Fond 2011 und stammt aus einer Tochter "De Crack Willy" der "Witpen
307" B-01-4447307. Von diesem Klassevogel "Crack 270" werden wir noch viel
hören!
Derzeit sitzen 20 Paare in meinem Zuchtschlag, wovon man ehrlich sagen muss,
dass die Hälfte Zuchtpaare sind. Die restlichen Paare sind erfolgreiche Witwer,
die ich auf den Zuchtschlag gesetzt habe und über die ich noch nicht viel sagen
kann. Zwei Jahre gebe ich diesen Tauben Zeit um ihre Zuchtqualitäten unter
Beweis zu stellen. Angepaart werden die Zuchttauben Ende November je nach
Witterung.
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Meine Reisemannschaft besteht aus 24 alten Witwern und 16 jährige Vögeln,
wobei ich wie folgt verfahre: Nach der Reisesaison wandern die alten Witwer ab
Mitte September in die Voliere. Mitte Februar kommen diese wieder auf den
Witwerschlag. Anfang März werden sie mit ihren Weibchen
angepaart und nach dem Legen werden sie nach drei bis
vier Tagen getrennt. Anderseits kommen die neuen Jährigen Mitte
September auf den Witwerschlag und bekommen die freien
Zellen zum aussuchen. Dabei dürfen sie sich ein junges Weibchen
aussuchen. Sobald sie zellenfest und gut angepaart sind,
werden die Jährigen wieder getrennt und wandern ebenfalls in
die Voliere, bis sie zusammen mit den alten Witwern Anfang
März angepaart werden. Somit haben die jährigen Vögel sich
selbst ihre "Liebe" ausgesucht und daher gibt es dann nächste
Saison keine Ausrede während der Reise! Diese Methode finde
ich für die Jährigen die beste Motivation und habe damit sehr
gute Erfolge.
Zweimal im Jahr, d. h. vor und nach der Reise, gehe ich zum
Tierarzt und lasse alles untersuchen. Vor der Reise (Anfang Februar)
ist noch genügend Zeit um etwas zu unternehmen, sollte der Tierarzt etwas festgestellt
haben. Das Allerwichtigste ist, das die Reisetauben perfekt an
den Start gehen. An erster Stelle kommt trotzdem immer noch die
Superqualität der Tauben. Gewinnen kann man heute nur,
wenn man mit absoluten Spitzenfliegern arbeitet und so wenig
wie möglich Fehler in der Führung macht. Putzen allein ist
zu wenig. Dadurch fliegen sie nicht schneller. Beobachtung
und ein Fingerspitzengefühl ist absolut notwendig, d.h. zum
richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidungen treffen ist im
Taubensport der Weg zum Erfolg. Die Witwer werden bei mir
in ihren Zellen gefüttert. So weiß ich genau von jeder Taube
was sie braucht. Man muss so füttern, dass die Tauben immer
noch bis zum Einsetzen Appetit haben. Denn die letzten Mahlzeiten
sind die wichtigsten, da sie am Wettflugtag viel Energie
brauchen. Meine Witwer erhalten nur abends eine Stunde Freiflug,
in der sie richtig arbeiten und stark fliegen müssen. Sind
die Vögel in guter Form, muss ich sie nach einer Stunde herunter
holen. Sobald der Ausflug geöffnet ist, schießen sie in den
Schlag hinein und werden in der Zelle gefüttert. Da ich ein naturverbundener
Mensch bin, vertraue ich voll auf Naturprodukte.
Unter anderem gebe ich das ganze Jahr hindurch fünf Tage in der
Woche einen Blutreinigungstee der Marke Jouriet von Herbe Sante.
Eine Vitamin-Mineralmischung von Breedmax (ein Suppenlöffel
pro Kilo) ist meine ganze Vitaminversorgung während der Saison.
Wie gesagt glaube ich nur an absolutes Spitzenmaterial und
strenge Selektion. Dies ist der einzige Weg zum Erfolg!" So
die Ausführungen von Jan Pappens.
Markus Bauer
Für weitere Informationen und Auskünfte: E-Mail
markus.bauer@telenet.be oder
Telefon 0043-664-8366578











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