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Reiserichtung Süd-Ost Dieses Mal für Züchter
und Brieftauben Die Ernst-Barlach-Realschule in München
Nun ist mein erstes Schuljahr als Lehrer an der EBS schon vorbei.
Viele User des Forums oder des Chats haben die für mich und meine
Familie sehr aufregende Zeit des Umzuges miterlebt.
Einige von Euch haben mir nicht nur mit Offenen Ohren im Chat,
sondern auch mit realer, tatkräftiger Hilfe zur Seite gestanden. Ich
möchte mich recht herzlich bei dir, lieber Erich Obster bedanken, denn
ohne deine Veröffentlichung über den flexiblen Reiseplan wäre ich nicht
in München gelandet :-) . Somit sind wir schon beim Nächsten: Guido Stüppard auch Dir Guido recht herzlichen Dank für die
Berichterstattung aus meiner alten RV Herne. Danken möchte ich des
Weiteren ganz herzlich: Norbert Erpenbeck (21blau), der zusammen mit
Martin Ries (Sepp), Hans Jürgen (Zwucki) und Marlene Schmitz meinen
Umzug nach München organisiert hat. Zuletzt dann soll es auch genug
sein komme mir vor wie bei einer Oskar Verleihung :-) einen
recht herzlichen Dank an meine neue Heimat Gemeinde Egenhofen und
deren Bürgermeister und Gemeinderat, die es mir als Zugereistem durch
ihre freundliche Unterstützung ermöglichen meinem Hobby weiter nach zu
gehen.
Nun ein paar Worte zu unserer Ernst-Barlach-Realschule:
Die EBS ist eine innovative staatlich anerkannte Privatschule in München
für Menschen mit und ohne Körperbehinderung. Besser als ich es
formulieren könnte, haben es die Schüler der 6b selbst für einen Artikel
in der Abendzeitung formuliert:
E B S = Ernst Barlach Schule = Eine Besondere Schule!
Die Ernst Barlach Schule ist eine integrative Schule der
Pfennigparade im Münchener Stadtteil Schwabing.
Integrativ bedeutet, dass hier an unserer Schule behinderte und nicht
behinderte Schüler gemeinsam miteinander lernen. Sehr viele von uns sind
Rollstuhlfahrer, deshalb ist das gesamte Gebäude so ausgerichtet, dass
alle Stockwerke über eine Rampe oder per Aufzug erreichbar sind. Alles
ist behindertengerecht ausgestattet. Es gibt einen Kindergarten, eine
Grund- und Hauptschule, eine Realschule und eine Fachoberschule.
Außerdem gibt es eine Tagesstätte und mehrere Wohngruppen. Eine
Taxifirma holt viele Kinder mit dem Bus von zuhause ab und fährt sie
auch wieder heim manche sogar bis zu 60 km weit. Unser Schultag
beginnt um 8.15 Uhr und dauert in der Regel bis 13.20 Uhr fast wie in
anderen Schulen auch. Unsere Fächer unterscheiden sich auch nicht von
denen anderer Schulen denn wir sind ja auf einer Realschule
allerdings gibt es doch einige Unterschiede diese stehen im
Mittelpunkt unserer Reportage.
Wir haben uns reichlich Fragen überlegt, die mit dem Arbeiten in unserer
Schule in Verbindung stehen. Anschließend standen uns drei so genannte
Pfleger unserer Schule zu einem Interview in unser Klassenzimmer Rede
und Antwort. So fragten wir danach, welche Ausbildung sie erlernen
mussten, was sie Tag für Tag für Arbeiten erledigen, was sie bei
bestimmten Behinderungen besonders beachten müssen. Sehr geduldig und
ausführlich gaben uns die Assistenten Auskunft. So erfuhren wir, dass
sie alle aus unterschiedlichen Berufsfeldern stammen so gibt es
Krankenschwestern und Krankenpfleger, aber auch Physiotherapeuten. Das
Aufgabenfeld der Assistenten ist sehr weit gefächert. So helfen die
Assistenten beim An- und Auskleiden gerade beim Schwimmen ist dieses
sehr sinnvoll. Sie helfen aber auch bei Toilettengängen. Auch im
Kunstunterricht stehen die Assistenten mit Rat und Tat zur Seite hier
ist es aber besonders schwierig zu helfen. Sie hören ganz genau zu, was
die Behinderten malen wollen und versuchen ohne eigene Ideen oder
Techniken einzusetzen bei der Arbeit zu helfen. Auch bei Schulaufgaben
und Exen stehen die Pfleger parat denn es gibt Schüler bei uns, die
aufgrund ihrer Behinderung nicht schreiben können. Wer jetzt aber denkt
Hallo, ja super! Da will ich auch hin! Wenn mir jemand meine
Arbeiten schreibt! der ist aber heftig auf dem Holzweg! Denn die
Assistenten schreiben nur das auf, was wir ihnen sagen! Nur Kinder, die
wirklich eine Schreibhilfe benötigen, bekommen auch eine denn das
Denken und Lernen nehmen sie uns hier an der Schule nicht ab!
Am interessantesten waren für uns die Erklärungen über epileptische
Anfälle und die Erste Hilfe Leistungen. Wie im Flug verging unsere
Schulstunde und die Assistenten verabschiedeten sich.
Doch gleich darauf interviewten wir unsere Sportlehrer. Wir waren so
aufgeregt, als diese kamen, dass wir sofort mit unseren Fragen los
legten! Die beiden Lehrer nahmen sich viel Zeit und Geduld unsere Fragen
zu beantworten. Wir erfuhren, dass unsere Sportlehrer ein Lehramtstudium
hatten. Auf die Arbeit mit Behinderten stellen sie sich immer wieder mit
Hilfe von Fortbildungen neu ein. Natürlich gibt es außer Rollstühlen
noch andere Hilfsmittel, die gerade im Sportunterricht eingesetzt
werden. So helfen Rollbretter und Spezialkräne den Rollstuhlfahrern beim
Schwimmunterricht ins Becken zu gelangen. Speziell weiche Bälle
verhindern im Sportunterricht Verletzungen und auch sehbehinderte und
blinde Schüler können mit einem Ball in dem sich ein Glöckchen befindet
am Sportunterricht mit viel Spaß teilhaben. Im Sportunterricht nehmen
die Läufer und die Rollstuhlfahrer Rücksicht aufeinander und es geht
besonders gerecht zu. Das ist hier überall so, dass man mehr Rücksicht
aufeinander nimmt und es weniger Auseinandersetzungen gibt. Wer aber
meint hier wird nicht getobt na der soll mal vorbeischauen
quietschende Rollstühle, spannende Rennen durchs Schulgebäude das
macht Spaß! So haben wir einen eigenen Freiraum Hilfe ja aber nur
wenn wir es wollen! Hilfsbereite Assistenten, kleine Klassen mit ca. 14
Schülern das ist es was uns hier so gefällt! Lehrer, die Verständnis,
aber kein Mitleid zeigen und sich auch außerhalb des eigentlichen
Unterrichtes in das Schulleben einbringen! Wir werden hier nicht
verhätschelt nein im Gegenteil wir werden auf besondere Weise auf
das Leben nach der Schule mit all seinen Schwierigkeiten optimal
vorbereitet! Und was besonders toll ist hier lernen Behinderte und
Nichtbehinderte gemeinsam ohne das wir es als etwas außergewöhnliches
empfinden. Wir nehmen uns hier an so war wie wir sind als Menschen wie
Du und ich mit einem gemeinsamen Ziel den Schulabschluss zu
schaffen. (Klasse 6b)
Warum nun ein EBS Flug?
Die Ernst-Barlach-Realschule ist solide finanziert. Die Regierung zahlt
den notwendigen Schulaufwand. Der Träger Stiftung Pfennigparade steht
für alle Overhead-Kosten gerade.
Aber die vielen kleinen "Extras" wie zum Beispiel:
- eine bessere EDV-Ausstattung,
- regelmäßige Schullandheimaufenthalte (ca. alle 2 Jahre),
- ein eigener rollstuhlgerechter Bus der Schule (der alte stammt aus den
70zigern!),
- Projekte der Klassen
können nur über Spenden finanziert werden.
Aus diesem Grunde bitte ich euch hiermit, die Schule, die mir ganz
besonders ans Herz gewachsen ist, mit Hilfe des EBS Fluges zu
unterstützen!
Mit der Bitte um eine rege Beteiligung und einem herzlichen Gut Flug für
die Jungtierreise.
Michael Peil
Weitere Quellen:
Ernst
Barlach Realschule
Projekttage 2004: Brieftauben - ein nicht alltägliches Hobby
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