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Rekordbeteiligung beim Eijerkamp-China-Rennen
2,2 Millionen Euro Gewinnsumme
Mit einer Rekordbeteiligung von fast 6.000 Tauben und Preisgeldern von rund
2,2 Millionen Euro ist das Eijerkamp-China-Rennen einer der bedeutendsten
Tribünenflüge der Welt geworden.
Wer für 2010 teilnehmen möchte, sollte sich schnellstmöglich bei Marco
Klein Falckenborg, E-Mail mkf@planet.nl,
melden. Die Kosten betragen 150 pro Taube. Vor dem Endflug wird der Züchter
dann verständigt, welche Tauben noch vorhanden sind. Sie können dann mit je 700
"scharf" gemacht werden.
Das Rennen 2009
Etwa 1.000 Züchter aus der ganzen Welt hatten ihre Tauben eingeliefert 10
europäische Staaten, die USA, Südafrika, Japan, Taiwan, Thailand, Saudi-Arabien,
die Emirate und natürlich Gastgeberland China waren vertreten. Das europäische
Kontingent umfasste rund 500 Tauben.
Hans Eijerkamp und seine Söhne hatten Anfang der 1990-er Jahre einen intensiven
Kontakt nach China aufgebaut und im Zuge dessen das Rennen 1994 ins Leben
gerufen. Von Anfang an koordiniert Marco Klein Falckenborg, Mitarbeiter der
Firma Eijerkamp und selbst erfolgreicher Züchter, auf europäischer Seite das
Rennen.
4600 Tauben beim Endflug
Da die gesamten Trainings- und Vorflüge in diesem Jahr unter einem
ausgesprochen guten Stern standen, kamen noch 4600 Tauben im 500 Kilometer von
Peking entfernten Auflassort beim Endflug an den Start. Bis dahin war es
allerdings dieses Mal ein echtes "Spießroutenlaufen" für die Organisatoren:
Zunächst wurde wegen eines Staatsfeiertages (60. Jahrestag der chinesischen
Republik) im Oktober unerwartet ein dreiwöchiges Flugverbot für Brieftauben
erlassen, so dass der Fahrplan für die Vorflüge erheblich verschoben werden
musste. Durch gute Wetterbedingungen und einen reibungslosen Verlauf der Flüge
konnte man zwar wieder etwas Zeit aufholen. Doch dann begann es in Peking zu
schneien. Der letzte Vorflug über 300 km musste schließlich auf den 18. November
verschoben werden. Damit war der geplante Endflugtermin am 15. November
natürlich nicht mehr zu halten. Erst mit 10-tägiger Verspätung, am 25. November
2009, konnte schließlich der Start zum Endflug erfolgen. Die vom bekannten
Tierarzt Dr. Henk de Weerd überwachten Tauben wurden in Top-Kondition
eingesetzt.
Harte Bedingungen
Die Bedingungen waren am frühen Morgen des 25. November keineswegs optimal:
Nur 6 Grad Lufttemperatur, schwacher Nebel behinderte die Sicht. So konnten die
Startklappen erst um 9 Uhr fallen. Hunderte von Brieftaubenfreunden aus aller
Welt warteten derweil am Schlag in der chinesischen Hauptstadt Peking auf die
Ankunft der geflügelten Athleten. Sie mussten sich bis 15.48 Uhr gedulden, als
zwei Tauben auf den Schlag zustürmten. Die erste Taube, eine chinesische, schoss
wie ein Pfeil in den Schlag, und gewann die Siegprämie von 100.000 . Die zweite
Taube, die italienische IT09-067235, ließ es etwas gemütlicher angehen und
sprang erst 5 Minuten später ein, was sie 50.000 kostete, denn sie erhielt
eben "nur" 50.000 für den zweiten Platz. Dieser Betrag ging an das in den
letzten Jahren bei Tribünenflügen wohl erfolgreichste europäische Team, die "Italian
Champions Group", deren "Kopf", Eros Carboni zusammen mit seiner Frau Andrea,
beim Endflug anwesend war. Um 15.54 Uhr folgte eine weitere chinesische Taube,
deren Besitzer 30.000 einstreichen konnte.
Zweite europäische, erste deutsche Taube bei H. &
S. Goebel
Die Spannung blieb bestehen, denn weitere attraktive Preise warteten: Jeweils
10.000 für den 4. bis 50. Preis, jeweils 5.000 für den 51. bis 100. Preis,
und jeweils 3.000 für den 101. bis 400. Preis. Hinzu kamen noch hohe Preise
für "Team-Wettbewerbe" auf vorbenannte "Teams" von Tauben.
Zunächst trafen chinesische Tauben ein, die offensichtlich besser an die
Wetterverhältnisse im "Reich der Mitte" angepasst waren. Doch um 16.07 Uhr
meldete sich erneut eine europäische Taube: Die 0855-09-93 der deutschen Züchter
Heiko & Siegbert Goebel aus Haan. Das gehämmerte Weibchen belegte den 33.
Platz im Gesamtfeld. Ihr Vater ist der 02539-98-175, der selbst 40 Preise mit
3., 3., 6., 7., 8., 9., 12., 12., 13., 18. usw. Preis flog und einer Inzucht auf
den "Geschelpte
Hengst" von Andrι Roodhooft mit einem kleinen "Spritzer" Alte-Goebel-Rasse
entstammt. Die Mutter der "93", 02539-03-119, stammt aus dem 02539-95-294, der
sowohl Enkel des "Geschelpte Hengst" als auch Urenkel des "Piet" (Hermes) und
aus der Alte-Goebel-Rasse ist. Mutter der "119" ist die 02539-99-239, ein
Schimmelweibchen aus einem Huyskens-Van Riel-Vogel mit einer Schimmeltäubin der
Alte-Goebel-Rasse. 175 x 119 haben schon viele sehr gute Flieger gebracht, die
"119" vererbt auch mit anderen Vögeln ausgezeichnet; ihre Nachzucht bringt es
bereits auf 7x 1. Konkurs.
Weitere Europäer
Mit dem 35. Konkurs konnte die "Italian Champions Group" noch eine Taube in
die "dicken Preise" bringen. Als weitere europäische Tauben folgten am
Auflasstag zwei Belgier: Die des Züchters Francois belegte den 67., die des
Züchters Carl Ruymakers den 77. Platz. Da schon gegen 17 Uhr die Dämmerung
einsetzte, kamen am Auflasstag nur 91 Tauben heim. Sollte die bis dahin mit sehr
geringen Verlusten optimal verlaufene Veranstaltung in einer Katastrophe enden?
Der zweite Tag
Zum Glück präsentierte sich der nächste Tag erheblich freundlicher:
Sonnenschein, etwas wärmer, klare Sicht. So trafen gegen 9 Uhr morgens kurz
nach Sonnenaufgang die ersten Tauben ein, um 12.23 Uhr waren die 400
Geldpreise vergeben und schon gegen 14 Uhr meldete sich die 1000. Taube zurück.
Bis zum Abend war über die Hälfte der Tauben wieder da und auch am Folgetag
kamen sie zügig nach, so dass die Verluste gering blieben und man von einem
gelungenen Rennen sprechen kann.
Hier noch die übrigen europäischen Schläge, die
Geldpreise erringen konnten:
111. Preis Armand Van Looy (B)
112. Michel & Didier Desbuquois (B)
167. Team Peeters-Huybregts (B)
223. Andrι Lambrechts (B)
244. Francois (B)
250. Team Luc Houben (B)
258. Kris Cleirbout (B)
271. Anthony Goemaere (B)
278. Rudy Lens (B)
289. F.S. Kramer & Zoon (NL)
295. Rudy Lens (B)
323. Jan & Kathy Lotterman (NL)
347. Carl Ruymakers (B)
352. Armand Van Looy (B)
389. Kevin Roosens (B)
Die nächste deutsche Taube, 02310-09-101, von Guido Barth traf um 12.39 Uhr
ein und verpasste damit knapp die Geldpreise. Guido Barth wird es aber
verschmerzen können, denn er legte in 2008 mit dem 72., 233. und 340. Preis ein
Superergebnis hin!
Marco Klein Falckenborg (übersetzt von Heiko S. Goebel)

So sieht es aus, wenn 6.000 Tauben am Schlag trainieren

Die Siegerehrung, in der Bildmitte Marco Klein Falckenborg, Autor dieses
Berichtes und europäischer Organisator des Eijerkamp-China-Race

1. deutsche, 2. europäische, 33. internationale Taube: Familie Goebel, v.l.:
Heiko, Julia, Siegbert
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