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Leo Heremans auf dem Weg zu alter Stärke


Jochen Höinghaus


Leo Heremans, Vorselaar

Als Ende März 2007 der gesamte Taubenbestand der (ehemaligen) Schlaggemeinschaft Leo Heremans & Karel Ceusters aus dem belgischen Vorselaar im wahrsten Sinne des Wortes  "unter den Hammer" kam, schien endgültig eine Ära zu Ende zu gehen. Die bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärten und zahlreichen Diebstähle wertvoller Zucht- und Reisetiere hatten bei Leo Heremans in den Monaten zuvor den Entschluss reifen lassen, die bisherige Partnerschaft aufzulösen und dem Sport den Rücken zu kehren. "Es war die härteste Zeit in meinem ganzen Züchterleben", erinnert er sich in der Rückschau nicht gern an diese turbulente Zeit zurück.

Das Interesse vieler in- und ausländischer Züchter war unbeschreiblich, als im Rahmen eines öffentlichen und durch Jan Hermans (De Duif) organisierten Verkaufs insgesamt 303 Tauben (davon drei "In Bis") versteigert wurden. Gleichermaßen namhafte wie erfolgsverwöhnte in- und ausländische Sportfreunde reisten an, um sich gezielt nach Verstärkungen umzusehen.

Alle Stamm- und Basistauben sowie die erfolgreichen Reisetiere des Schlages standen zum Verkauf: "Wonder Aske” (1. As-Duif Antwerpse Fondclub), B 99/166 (9x 1. Konkurs), B 01/426 (4x 1. Konkurs) oder "Den Euro" (2x 1. Konkurs und 1. West Europäische As-Duif) – die Liste der bemerkenswerten Fahnenträger des Schlages ließe sich endlos verlängern.

Beispielhaft sei an dieser Stelle auch der B 02/220 "Jan" genannt: Dieser Vogel aus dem Top-Flieger B 00/444 (7x 1. Konkurs und 2. nat. As-Duif, Snelheid Ave Regina 2001) in Verbindung mit einer Täubin von Jan Diels ("Blauwe Kampiontje”) errang allein 2002 insgesamt 25 Preise (3x 1. Konkurs) und wurde 1. As-Duif Snelheid, Duivenkrant und 1. (nat.) As-Duif (nat.) Ave Regina. Der "Jan" züchtet heute übrigens mit außergewöhnlichem Erfolg bei Marina van de Velde und Paul Huysmans.

Kein Wunder, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übertraf. Neben den drei "Inbis-Tauben" standen am Ende rund 450 Tausend Euro Versteigerungserlös auf der Habenseite. Deutlicher Beweis für die Wertschätzung, die die (internationale) Züchterschaft dem Namen Leo Heremans entgegenbrachten.

Wenige Wochen später verstarb die Ehefrau von Leo Heremans nach langer und schwerer Krankheit. Ein weiterer Schicksalsschlag für den heute 64-Jährigen. Wie sollte es weitergehen? Eines stand relativ schnell fest: Ganz ohne Tauben jedenfalls nicht. Dies unterstreicht ein Blick zurück. Leo Heremans betreibt seit Mitte der 70er Jahre den Brieftaubensport. Damals bezog er sein Eigenheim in Vorselaar, einer Ortschaft mit ca. 7500 Einwohnern im Arrondissement Turnhout in der Provinz Antwerpen. Vorrangig seine beiden Töchter Tamara und Natascha entwickelten eine besondere Zuneigung zu den Tauben. Kurzerhand wurden auf dem Markt einige weitere Tiere erworben, aber an ein erfolgreiches Reisen war angesichts der Rahmenbedingungen nicht zu denken. Im Laufe der Jahre wurden die Töchter älter, ihre Interessen änderten sich – nur die Tauben waren weiterhin da.

1978 züchtete Leo Heremans seine ersten "richtigen Reisetauben", baute einen entsprechenden Schlag und suchte nach weiteren Verstärkungen. Diese fand er u. a. bei Staf van den Bempt (Vorselaar), Frans de Cnodder (Vorselaar) sowie Nelles van de Pol (Weelde). Gleichzeitig suchte er nach einem Partner, der die tägliche Versorgung der Tiere übernehmen sollte. Den fand er 1986 in Marcel Mols, fortan wurde unter dem Namen Heremans-Mols gespielt. Das Züchter-Duo perfektionierte das Kurzstreckenspiel von Quievrain und Noyon auf eine derart unnachahmliche Art und Weise, dass die Konkurrenz begann aufzuhorchen.

Extreme Gesundheitsprobleme aufgrund einer Taubenallergie schienen seine sportliche Karriere zu beenden, bevor sie richtig begonnen hatte. Lediglich zwei Dutzend Reisetauben wurden behalten, die Marcel Mols auf der Kurzstrecke von Sieg zu Sieg führte. Seit dieser Zeit hilft Leo Heremans eine spezielle, in einem Integralhelm eingebaute und mit Frischluft versorgende Atemschutzmaske und erlaubt ihm inzwischen wieder, seine Schläge besuchen zu können. In den folgenden Jahren wurde die Brieftaubenqualität mit viel Geschick und Augenmaß verstärkt.

Ausgehend von der Houben-Nachzucht Anfang der 90er Jahre gestaltete sich die Gemeinschaftszucht mit Gert Lauwrijs (Linie "Kannibaal” über Dirk Van Dyck) äußerst erfolgreich. Als Glücksgriff erwiesen sich auch einige Tauben der Gebr. Hasendonckx, die im Zuge einer Versteigerung erworben wurden. Last bot not least waren es zwei Spitzenweibchen von Jan Diels, Vosselaar, die im Rahmen des Totalverkaufes den Besitzer wechselten und züchterisch die in sie gesetzten Erwartungen mehr als erfüllten.

1997 starb Marcel Mols und wieder stand Leo Heremans vor der Frage: Wie geht es weiter? Er entschloss sich zu einer Partnerschaft mit Karel Ceusters, die etwa zehn Jahre andauerte und dem Tandem wahrlich manch großartigen Erfolg bescherte. Doch auch dies ist inzwischen Geschichte und der Blick von Leo Heremans geht nach vorn.

Nach der Totalversteigerung waren ihm faktisch drei Tauben (B 06/179 "Nieuwe Rossi", B 06/039 "Eén Oogje" sowie B 93/505 "Goede Witpen") geblieben – sowie die Beteiligung an dem B 01/6455003 "Olympiade" (2. nat. Ass-Taube Snelheid KBDB 2002 und Olympiavogel Liévin 2003) von Gust Janssen (Beerse). Eigentlich zu viel, um dem Sport den Rücken zu kehren – andererseits zu wenig, um über einen erfolgreichen Wiedereinstieg nachzudenken.

Kurze Zeit später brachte Leo Heremans Schwiegersohn Bart insgesamt 18 Tauben zurück; ebenso wie Hugo Vermeerbergen, der eine Runde Eier aus den im März 2007 verkauften Zuchttieren erhalten und großgezogen hatte. Doch für eine Teilnahme an den aktuellen Wettflügen war es einfach viel zu früh. Zu sehr hatten ihn die Ereignisse der zurückliegenden Monate getroffen.

Das änderte sich erst, als die ersten Jungtiere des Jahres 2007 im Spätsommer abgesetzt wurden. "Ich spürte, dass ich noch nicht vom Sport loslassen konnte", so Leo Heremans, der mit viel Enthusiasmus und Freude an den Neuanfang ging. Und die Saison 2008 war in der Tat "heel goed", um mit den Worten des belgischen Top-Züchters zu sprechen. Insgesamt spielte er 16x 1. Konkurs (ohne Verdoppelung) – ein bemerkenswertes Ergebnis.

Top-Täubin der Saison war zweifelsfrei die B 08/6050137 "Dubbel Aske" (aus: "Safier", Sohn "Olympiade", x B 07/527, Tochter "Jan"). Sie errang u. a. den 27. (nat.) Konkurs Argenton vs. 25 583 Tauben, 28. (prov.) Konkurs Salbris vs. 2269 Tauben, 112. (nat.) Konkurs Gueret vs. 14 784 Tauben und 269. (nat.) Konkurs La Souterraine vs. 21 258 Tauben. Mit dieser Leistung wurde "Dubbel Aske" auch 1. As-Duif Union Antwerpen, Kleine Fond und 1. As-Duif Zuiderkempen, Kleine Fond.

Überhaupt schlugen sich die Weibchen in diesem Jahr ganz hervorragend – ob es an der speziellen Vorbereitung lag? Jedes Weibchen war an zwei Vögeln angepaart und diese besondere Art der Motivation führte dazu, dass sich die Täubinnen mit Bravour schlugen. Auch in der Saison 2009 verspricht sich Leo Heremans viel Erfolg mit dieser Methode – vor allem auf den anstehenden Provinzial- und Nationalfügen im Sommer.

Insgesamt geht er mit acht jährigen Weibchen an den Start, die allesamt auf einem Schlag untergebracht sind. Es ist trotz der Erfolge des Vorjahres immer noch ein Probieren. Die Generation "Natalia" und "Blauw Aske" hat hervorragend geflogen – warum soll es die Enkelgeneration jetzt nicht auch tun?

Hinzu kommen 20 überjährige Vögel, die ebenfalls auf Witwerschaft eingekorbt werden. Leider konnten die jungen Vögel nicht auf der Reise getestet werden, da es zu einem unerwarteten Pockenausbruch kam. "Leider gab es keinen Impfstoff, so dass ich mit den unschönen Folgen der Pockenerkrankung zu kämpfen hatte", berichtet Leo Heremans. Die Versorgung und die Vorbereitung auf die Saison und übers Jahr weichen nicht ab von der in Belgien weitgehend üblichen Vorgehensweise. Ende November werden alle Tiere verpaart.

Das erste Gelege der Zuchtpaare kommt zu den jährigen Reisetauben, die jeweils ein Jungtier großziehen, um anschließend wieder getrennt zu werden.

Mitte Februar erfolgt die erneute Anpaarung der Reisevögel, ehe sie nach fünftägigem Brüten getrennt werden, um nach einigen privaten Trainingsflügen als Witwer an den ersten Flügen in der Vereinigung teilzunehmen. Die Jungtauben werden unterschiedlich vorbereitet, entsprechend verdunkelt und vom Nest bzw. auf Witwerschaft eingesetzt.

Leo Heremans
Riemenstraat 102
B-2290 Vorselaar
Tel.: 00 32-14-51 33 04
E-Mail: leo.heremans2@telenet.be

Bemerkenswert ist zudem, dass die Tauben von Leo Heremans allesamt sehr zahm und zutraulich sind. In der Voliere kann er die Tiere greifen, ohne dass sie unruhig werden. Der 64-Jährige gesteht ein, dass er täglich viel Zeit in seine Tauben investiert, vor allem wenn sie gerade abgesetzt sind. "Diesen Umgang vergisst keine Taube", so Leo Heremans, der zudem seine besondere Art der Fütterung erwähnt. Stets reicht er nur einen kleinen Teil der eigentlichen Portion am Futtertisch und schnell haben seine Tauben die Scheu mit Blick auf die Hand des Züchters überwunden.

Wie dem auch sei: Leo Heremans hat entschieden, noch einmal "sportlich" anzugreifen. Mit dem außergewöhnlichen Vererber "De Olympiade" im Rücken, seinem Händchen für Tauben und dem Wissen um die besondere Qualität seiner Tauben dürfte ihm das nicht schwer fallen!

 

Jochen Höinghaus

 

 


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