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Marian & Cees van Koppen: Sportlicher Neuanfang mit bewährter Klasse!
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Jochen Höinghaus
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Cees & Marian van Koppen
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Nein, leicht gemacht hat es Cees van Koppen sich – und seinen Züchterkollegen
– in all den Jahren fraglos nicht. Aber das lag auch nicht vorrangig in seinem
Interesse. Manches ist über ihn geschrieben und berichtet worden - nicht immer
war es positiv. Aber auch das schert(e) ihn wenig. Das erfolgreiche Spiel mit
Brieftauben ist seine ausschließliche Passion. Kompromisse sind nicht sein Ding
– warum auch? Schließlich besaß der heute 56-Jährige mit dem "Real King" und der
"Blue Queen" eines der erfolgreichsten Zuchtpaare der 90er Jahre. Seine
aktuellen Erfolge in der noch jungen Reisesaison 2009 beruhen nicht zuletzt auf
die erfolgreiche Kinder-, Enkel- und Urenkel-Generation dieses (von vielen
Sportfreunden in aller Welt anerkennend genannten) "Wunderzuchtpaares".
Kees van Koppen wohnt mit seiner Frau Marian und seinen beiden Söhnen im
Westen der Niederlande, genauer gesagt im malerischen Dörfchen Schipluiden. Seit
vielen Jahren wird dort Brieftaubensport auf allerhöchstem Niveau betrieben,
vorrangig auf Wettflügen bis rd. 500 km (sowohl mit alten als mit jungen
Tauben). Die Anfänge reichen bis in seine Jugend zurück, denn schon 1970 spielte
der junge Cees den Meistertitel mit jungen Tauben - und das gegen die gesamte
Kuststrook-Region.
Als ausgesprochener Perfektionist nichts dem Zufall überlassend, ging er
seinerzeit gezielt an den Stammaufbau. Von Jan Zuiderwijk holte er sich einige
Kinder aus dessen "De Super", NL 88/1660991 (4. nat. As-Taube, Midfond), einem
Topvererber der Linie "Korte Witoger" (Gebr. Janssen, Arendonk via. Gebr.
V. D. Berg) verpaart mit der "Buitenhuis-Duvin" NL 84/896220 (Linie "Jonge Merckx" x "Vos",
Gebr. Janssen via Gerrit Buitenhuis). Aus diesem Paar fielen in der
Enkelgeneration zahlreiche 1. Konkurssieger bis hin zur "Lady Ace" (2. nat.
As-Taube, Midfond), die heute noch in vielen aktuellen Abstammungen zu finden
ist.
Als Cees van Koppen erfuhr, dass Jan Zuiderwijk seinen Supervogel "De 122",
NL 92/1075122 an seine direkte Schwester, NL 92/1075103 verpaarte, musste er
unbedingt aus dieser Verbindung Nachzucht haben. Tatsächlich erhielt er eine Täubin, die direkt in den Zuchtschlag wanderte. Dieses Weibchen NL 94/1320027
("Blue Queen") sollte mit dem "Real King" NL 94/1319460 (aus: Sohn "Chartres"
von Leo van Rijn x "Kadet 785", Inzucht auf den "Kadet" von Karel Meulemans via
B. Aafting, eine Halbschwester des "Hattrick" (3 x 1. Konkurs vs. 22.000 Tauben
von Leo van Rijn) das bereits erwähnte "Wunderpaar" in Holland werden.
Als Jan Zuiderwijk mit dem Sport aufhörte, wechselten mehrere Cracks, ergänzt
um einige Tiere von Theo de Kruik, Leo van Rijn, Gebr. v. d. Berg und H.
Ouwerling nach Schipluiden in den Zuchtschlag. Nicht erst seit damals weiß Cees
van Koppen, wie man mit einer entsprechenden Basis züchterisch an der Spitze
bleibt.
"Der Weg ist allerdings nicht so "zielgerichtet" gewesen, wie immer wieder
behauptet wurde", berichtet der Meisterzüchter aus Schipluiden schmunzelnd.
Beispiel gefällig? Die "De 122"-Tochter ("Blue Queen") sei extrem klein gewesen
und im Prinzip habe er keinen Partner für sie gehabt. Bis auf einen großrahmigen
und eher groben Vogel – eben jenen "Real King". Dennoch haben Glück und Zufall
ein Zuchtpaar zusammengeführt, das seinesgleichen suchte.
Bescheiden wie Cees van Koppen nun einmal ist, spricht er lediglich von
"brauchbaren Tauben", denn wirklich Gute gibt es in seinen Augen nur sehr
wenige. Aus der Verbindung "Real King" x "Blue Queen" fielen zahlreiche 1.
Konkursflieger und Top-Vererber:
- "Blue Angel", NL 97/1432126: 1. Peronne vs. 12.502 Tb., 1. Creil vs.
10.643 Tb., 1. Chantilly vs. 808 Tb., 1. Peronne vs. 831 Tb., 1. Strombeek
656 Tb.
- "Daddy`s Girl", NL 97/1432101: 1. Chantilly vs. 587 Tb., 1. Ablis vs.
396 Tb., 1. Niergnies vs. 413 Tb., 1. Creil vs. 536 Tb.
- "Star Kid", B 98/1127000: 1. Deinze vs. 4.342 Tb., 1. Deinze vs. 17.968
Tb., 4. Ablis vs. 1.892 Tb.
- "Eurostar" B 98/1126959: 1. Chantilly vs. 9.909 Tb. (1999); 1. Chantilly
vs. 4.895 Tb. (2000)
- "Movie Star”, B 97/1432125: 1. Creil vs. 4.943 Tb., 1. Chantilly vs. 171
Tb., 1. Strombeek vs. 365 Tb.
- "Magic Star", B 97/1432102: 1. Peronne vs. 4.581 Tb., 8. Chantilly vs.
9.909 Tb., 17. Arras vs. 18.848 Tb.
- "Miss Eurostar", NL 99/2318360, Mutter des Top-Vogels "Blue Samurai" NL
01/1749476 (Vater 2. Konk. prov. Pt. St. Max. vs. 35.126 Tauben und
Großvater zum 2. prov. Konk. Morlincourt vs. 22.088 Tauben)
- Sohn "Real King", NL 00/1831995, absolutes Zucht-As.
Die Topper "Eurostar”, B 98/1126959 und "Star Kid”, B 98/1127000 wurden im
Rahmen einer Versteigerung Ende des Jahres 2000 von Horst und Frank Sander aus
Münster erworben; beide Vögel drück(t)en dem bundesdeutschen Renommier-Schlag
wahrlich ihren Stempel auf. Das legendäre Zuchtpaar "Real King” x "Blue Queen”
war ebenfalls in der Versteigerung und wechselte für einen hohen Betrag den
Besitzer.
Cees van Koppen konnte diesen Aderlaß seinerzeit verkraften, da er frühzeitig
vorgesorgt und ausgewählte Geschwister zu diesen As-Tauben zuvor direkt in den
Zuchtschlag gesetzt hatte. Zuchtsäulen waren (und sind) u. a. der Sohn "Real
King" NL 98/1126965, die Tochter "Safir", NL 01/1749500 (Schwester "Lady Ace")
sowie die "Miss Eurostar" NL 99/2318360, Mutter des Top-Vogels "Blue Samurai" NL
01/1749476 (Vater zum 2. Konk. prov. Pt. St. Max. vs. 35.126 Tauben und
Großvater zum 2. prov. Konk. Morlincourt vs. 22.088 Tauben) Nicht vergessen
werden darf ein weiterer Sohn des Ausnahmepaares "Real King" x "Blue Queen",
Sohn "Real King" NL 00/1831995.
Der Gesamtbestand der Reisetiere sitzt im Garten auf einem insgesamt zwölf
Meter langen und drei Meter tiefen Schlag, der unterteilt ist in sechs Abteile.
Zwei davon für die alten Tauben, eines für die Täubinnen und drei für die junge
Garde. Die Zuchtpaare sind an anderer Stelle untergebracht. Nur acht Zuchtpaare
und ebenso viele Ammenpaare erscheinen eher bescheiden - unterm Strich zählt nur
die überragende Qualität. Mit aktuell 34 Vögeln und Weibchen, die in der Saison
2009 nach totaler Witwerschaft gespielt werden, ist dieser holländische
Meisterzüchter wahrlich ein gutes Beispiel dafür, wie man sich mit wenigen -
aber erstklassigen Tauben - in der absoluten Spitze etablieren kann.
Mit einem entsprechenden "Wunderzuchtpaar" im Rücken sowie den sich
zwangsläufig einstellenden Erfolgen auf der Reise hat sich Cees van Koppen in
der Vergangenheit nicht viele Freunde gemacht. Gegen solche Spitzentauben zu
spielen, ist wahrlich nicht einfach. Auch auf anderen holländischen Schlägen hat
sich dieses Qualitätsblut durchgesetzt. So stammten im Jahre 2006 drei der
besten elf nationalen As-Tauben der Nationalen Meisterschaft WHZB aus dem
Schlage van Koppen.
Zur Saison 2009 wurde wieder in der Region "Delft" im Afd. 12 "De Kuststrook"
– quasi in der "alten Heimat" – gegen Spitzenzüchter wie John de Winter, Gebr.
van Eck oder W. + R. Gielesen gespielt. Direkt mit einem Paukenschlag, wie u. a.
der 1. Konkurs mit dem NL 08/1458976 (aus: Sohn "Real King" NL 98/1126995) auf
Strombeek vs. 1.491 Tauben belegt.
Seine Methode bietet keine großen Überraschungen: "Beobachten und motivieren"
lautet sein Credo. Darum, dreht sich alles, sowohl bei den alten als auch bei
den jungen Tauben. Dabei ist auffallend, wie sehr die Tiere an ihren Züchter
gewöhnt sind und an ihm hängen. Das erreicht er dadurch, dass er mit ihnen
spielt, sie über den Rücken streichelt oder mit ihnen spielerisch "kämpft”. Sein
Spiel ist die doppelte Witwerschaft, wobei ein Tier aus jedem Paar eingesetzt
wird.
Bei den jungen Tauben wird dagegen variiert. Zunächst wird mit den jungen
Tauben gemeinsam gestartet. Sobald die Vögel sich zu paaren beginnen, werden sie
getrennt und die Täubinnen suchen sich einen neuen Partner. Dies wird regelmäßig
fortgeführt. Wenn nun vor dem Einkorben die Tür aufgeht, gibt es ein großes
Gerangel. Der eine sieht seine "alte” Täubin wieder, der andere verteidigt die
gleiche Täubin ebenfalls: Dadurch kann es einige Wochen lang zu
Spitzenleistungen kommen. Anschließend folgt das Spiel mit der offenen Tür am
Nachmittag. Das Anlernen des Nachwuchses geschieht in Stufen bis hin zu einer
Entfernung von 50 km.
Die Auslese basiert auf der Grundlage der erkennbaren Vitalität. Die
erbrachten Leistungen zählen selbstverständlich ebenfalls, denn ohne Leistungen
gibt es ohnehin keinen Platz auf dem Witwerschlag. Direkt danach kommt die
sichtbare Vitalität, eine unerlässliche Voraussetzung, um sich auch in der neuen
Saison beweisen zu können.
Die medizinische Betreuung wird nicht dem Zufall überlassen. Zu Saisonbeginn
gibt es eine Trichomonadenkur und vor der Reise mit den jungen Tauben erfolgt
eine Behandlung gegen Paratyphus. Nach den Flügen werden die Schläge mit einem
Desinfektionsmittel gereinigt. Dazu gibt es frischen Grit, Taubenstein und
ausreichend Mineralien – nicht anders als bei vielen anderen Züchtern.
Cees van Koppen ist ein Mann aus dem Sport und für den Sport - mit einer
eigenen Sichtweise und scharfen Zunge. Sein nicht wegzudenkender Erfolg macht
ihn zu einem besonderen Liebhaber: Nie zu engagiert, um nicht bei der Arbeit und
mit Tauben zu helfen; aber wenn es um das Spiel geht, ist er fast unschlagbar.
Er hält nichts vom Kommerz, aber das bedeutet nicht, dass er keine Tauben
veräußert. Für ihn steht der sportliche Erfolg ganz oben. Seine Ehefrau Marian
ist der ruhende Pol in der Verbindung. Vielleicht ist dies das Geheimnis des
Erfolgsehepaares aus Schipluiden?
Jochen Höinghaus





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