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Die kommende Generation
Die Jugendgruppe der RV Herne stellt sich vor
Es ist leider keine Geheimnis mehr, daß unser wunderschönes
Hobby auf der Liste der vom "Aussterben bedrohten Sportarten" so
ziemlich ganz oben steht. Zumindest in Europa ist die Zahl der Neueinsteiger -
welchen Alters auch immer - sehr gering.
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 Ingrid
Gawlik mit Marc, Anna und Marvin (von links).
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Es gilt also, so schnell und so intensiv wie nur möglich,
die nächste Generation für diesen Sport zu begeistern und schließlich
zu gewinnen, um so den Fortbestand der Reisevereinigungen zu sichern.
Ein mustergültiges Beispiel an Hingabe und Tatkraft für
die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fanden wir in Ingrid Gawlik aus Bochum.
Zusammen mit ihrem Mann betreut sie die Jugendgruppe der RV Herne. Jeden Freitag
während der Saison fährt Frau Gawlik in die Nachbarstadt, um in dem
Taubenschlag ihrer Schützlinge nach dem Rechten zu sehen. Die Schlaganlage
ist Eigentum der RV Herne und liegt an einer Schrebergärtensiedlung sehr
schön frei gelegen. Im Untergeschoß befinden sich Räumlichkeiten
für Gespräche, Schulungen und Partys, im ersten Stock die vier Abteile
der Tauben. Bis auf einige Tauben, die manche Kinder als ihre eigenen betrachten
dürfen, sind die ca. 60 beherbergten Tauben doch mehr Allgemeingut von etwa
zwölf Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 15 Jahren, die ständig
auf der Schlaganlage einen Großteil Ihrer Freizeit verbringen. Rechnet man
alle interessierten Kinder mit, die hin und wieder mal dort vorbeischauen, kommt
man doch auf gut 60 potentielle Taubenzüchter der Zukunft.
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 Das
Jugendzentrum der RV Herne.
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Frau Gawlik sieht in ihrer Arbeit vor allem einen großen
pädagogischen Vorteil. Ein solches Hobby holt die Kinder von der Straße,
ein heute beliebter, zeitvertreibender "Aufenthaltsort". Die Freude an
Tieren und die hohe Verantwortung gegenüber der von uns abhängigen
Tauben fördert in großem Maße Disziplin und schafft den gebührenden
Respekt vor anderen Lebewesen.
Für die Kinder steckt der Reiz hauptsächlich am
einfachen Spaß im Spiel, an den Farben der Tauben, aber auch an der
uralten Geschichte der Brieftaube. Damit es den Kindern auch nicht irgendwann
langweilig wird, beschränken sich die Aktivitäten der Jugendgruppe
nicht nur auf das Tränken, Füttern und Saubermachen der Tauben. Regelmäßig
trifft sich die Gruppe vor allem während der schönen Monate zum
gemeinsamen Schwimmen, Grillen oder auch zu Ausflügen zu bekannten Taubenzüchtern.
Einmal im Monat kommt man zum Gespräch zusammen, vermittelt Kenntnisse über
Tauben und deren Krankheiten, tauscht Erfahrungen aus usw. - ein Taubenzüchter
lernt schließlich nie aus! Um noch mehr Interesse zu wecken, besucht das
Ehepaar Gawlik Schulen, nimmt ein paar Kinder und Tauben direkt mit. "Um
Jugend zu bekommen, muß man zur Jugend gehen", so Ingrid Gawlik. Die
freiwillige, unaufgeforderte Zuwendung seitens der Züchter läßt
allerdings zu wünschen übrig - selbst wenn die Jugendgruppe im Sommer
einen Tag der offenen Tür arrangiert und Züchter aus allen Städten
um ihre Aufwartung bittet, damit mit dem Verkauf von Getränken und
Grillfleisch die Kasse der Kinder etwas Nahrung bekommt, findet dies kaum
Resonanz.
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 Die
Jugendlichen im Taubenschlag.
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Um in die eigenbrödlerischen Köpfe der meisten Züchter
mal etwas Aufmerksamkeit für die nächste Generation an Sportfreunden
zu bringen, wird Taubensport "Rauschende Schwingen" in naher Zukunft
ein Jugendförderungsprogramm starten. Kinder und Jugendliche im Alter bis
zu 18 Jahren können sich im Frühjahr bei Taubensport "Rauschende
Schwingen" bewerben und dabei Tauben von namhaften Meisterschlägen
gewinnen. Verschiedene Topschläge haben uns bereits Zusagen erteilt, um
dieses Projekt scnellstmöglich zu verwirklichen. Gleichzeitig bitten wir
die Leser unserer Zeitschrift um Mithilfe. Schildern Sie uns Ihre Vorschläge
hinsichtlich der aktiven Jugendförderung.
Weiterhin planen wir für 1999 eine offizielle
Jugendmeisterschaft und werden in unserer Zeitschrift rechtzeitig darauf
hinweisen.
Achim Gresch
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