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Spendenübergabe Kattowitz
Am 28. Januar dieses Jahres jährte sich erstmals der Jahrestag des
Halleneinsturzes in Kattowitz, wo anlässlich der dortigen polnischen
Brieftauben-Verbandsausstellung sechs heimische Taubenzüchter diese
Katastrophe teils unverletzt bzw. teilweise schwerer verletzt, aber im
Gegensatz zu den damals 66 Todesopfern, zumindest lebend überstanden.
Hatten sich an diesem Tag die Sportfreunde mit ihren Ehefrauen bzw.
Lebenspartnerinnen schon in Netphen getroffen um dort sozusagen ihren 2.
Geburtstag zu begehen, wobei mit Fotos und Filmaufnahmen Rückblick auf
das Erlebte genommen wurde bzw. zu Ehren der Opfer auch eine
Gedenkminute nicht fehlen durfte, so kehrten dieser Tage die
betreffenden Züchter aus Polen zurück, wo sie sich vor Ort noch einmal
davon überzeugt hatten, wie es momentan nach dieser Katastrophe dort
aussieht.
Von der damals ca. 150 x 100 m großen Halle ist derzeit nur noch der
Fußboden zu sehen d.h. also nur noch eine große freie Fläche. Auf dem
Gelände der Halle wurde eine Gedenkstätte eingerichtet wo man noch
einmal der Opfer gedachte und Blumen niederlegte.
Der hauptsächliche Grund dieser Reise für Wolfgang Rekowski (Bad
Berleburg), Axel Föllmer (Birkefehl) die ihren Sport in der
Reisevereinigung Wittgenstein betreiben, sowie die aus der
Reisevereinigung Südliches Siegerland kommenden Otto Immel (Eisern),
Norbert Weber (Netphen), Peter Neuhaus (Rödgen) sowie den Organisator
der Tour Herbert Kraus (Allendorf) war aber Menschen zu unterstützen,
die vor nun etwas über einem Jahr weniger Glück hatten, als die
heimischen Taubenzüchter.
Kurz nach der Katastrophe hatte man sich entschlossen für diese
Menschen etwas zu tun und hatte spontan ein Spendenkonto eingerichtet.
Die Resonanz war erstaunlich gut und durch den Verkauf von gespendeten
Tauben gelangten weitere Gelder auf dieses Konto. Hatte man im September
des letzten Jahres schon eine Familie unweit der Netphener Partnerstadt
Zagan unterstützen können, so waren es diesmal gleich drei weitere
Familien denen man nochmals je einen vierstelligen Euro-Betrag zur
Verfügung stellen konnte.
Durch gute Kontakte zu Taubenzüchtern im Raum Kattowitz, hatte man
über diese Personen ausfindig machen können, denen man gerne vor Ort
eine Spende übergeben wollte, um sicher zu gehen dass die Gelder auch in
richtige Hände geraten würden. Die dortigen Züchter hatten sich große
Mühe gegeben und in einem trotz aller Tragik gemütlichen Rahmen, konnte
man den nach dort gekommenen Spendenempfängern jeweils einen Umschlag
mit den besagten Spendengeldern übergeben.
Dies waren bewegende Momente die nichts ganz ohne Tränen in den Augen
vorüber gingen.
Unterstützen konnte man die 42 jährige Teodozja Michalczyk aus
Sosnowiec, die ihren gleichaltrigen Mann sowie ihren 19 jährigen Sohn
bei dem Unglück verloren hatte.
Eine weitere Spende ging an den 36 jährigen Jacek Gadzinsk aus Bytom
dessen nur 10 jährige Tochter ebenfalls zu den Todesopfern gezählt
werden musste. Darüber hinaus war es der 22 jährige Jaroslaw Pegal aus
Ruda Slaska, dem auf Grund seiner schweren Verletzung ein neues
Hüftgelenk eingesetzt werden musste und er seit dieser Zeit ohne Arbeit
ist.
Den Unterstützten merkte man sichtlich an, welche große Freude man
ihnen doch bereiten konnte und die Teilnehmer der Reise waren daher
überzeugt den richtigen Weg gewählt zu haben.
Wie schon erwähnt verbrachte man diesen Abend mit weiteren nach
Kattowitz gekommenen dortigen Taubenzüchtern bei selbst zubereitenden
Speisen sowie auch dem einen oder anderen Schlückchen des polnischen
"Nationalgetränkes" Wodka um nicht nur Rückblick auf die Geschehnisse
vor gut einem Jahr zu halten, sondern natürlich auch über das gemeinsame
Hobby zu fachsimpeln, wobei man das Glück hatte, dass einige der
dortigen Züchter die deutsche Sprache gut beherrschten. Der Abend ging
sicher nicht zu Ende mit dem Gesichtspunkt neue Freundschaften
geschlossen zu haben.
Die nächsten beiden Tage endeten mit einem Abstecher per Eisenbahn in
die zuweilen als Florenz des Nordens bezeichnete altehrwürdige Stadt
Krakau, die ja seit 1978 durch die UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen
worden ist, um von dort nach eingehender Besichtigung der vielen
Sehenswürdigkeiten sozusagen mit einem leichten touristischen
Hintergrund diese dreitägige Tour zu beenden, bei der man durch weitere
vier dem Taubensport nahe stehenden Mitreisenden unterstützt wurde. Mit
dem dortigen Rückflug zum Dortmunder Flughafen endete diese Reise da, wo
man sie auch begonnen hatte.
Herbert Kraus
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