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Präzisions-"Pump"-Werk!
Hans-Georg Pumpe, Hamminkeln: Einer der führenden deutschen Weitstreckenspieler in der 1000-km-Klasse!
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 Klaus Kühntopp
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Barcelona und Perpignan: Über 1000 km konstatieren wie auf 250 km!
Spitzenpreise auf nationaler Ebene gelingen bei diesen Entfernungen nicht immer.
Um ganz vorn mitzumischen, muss das Wetter mitspielen. Gerade hier spielen die
Pumpe-Tauben ihre Stärken aus, ihr Durchhaltevermögen und ihre Kondition. Mit
17/10 Preisen von Barcelona (1200 km) und 27/18 Preisen von Perpignan (1030 km)
gelang 2008 eine Preisausbeute, die größte Hochachtung abfordert. 2009 waren es
bei Barcelona 15/12 Preise, beginnend mit dem 2. national und 16/11 Preise auf
Perpignan, beginnend mit dem 3. in der Zone. In so einer Konstanz drehen andere
Züchter nicht im RV-Programm.
2007: Volles Haus auf Pau. Als einziger des gesamten internationalen
Teilnehmerfeldes!
2008:
Pau: 7/5 Preise
Barcelona: 17/10, 5., 11. Preis
Marseille: 10/8, 3., 4. Preis
Tarbes: 14/6, 13., 15. Preis
Brive: 7/5
Perpignan: 27/18, 14., 16., 19. Preis
St. Vincent: 12/8, 1. national
2009:
Barcelona: 15/12 Preise, 2. national, 1. Zone 3
Perpignan: 16/11, 3., 10., 16. Zone 3
Pau: 7/3, 5. Zone 3
Brive: 7/6
Narbonne: 16/5
Marseille: 10/6
Das Reiseprogramm:
14 Flüge stehen für die Pumpe-Tauben in der Regel auf dem Jahresprogramm. Acht
werden unter deutscher Regie geflogen (fünf internationale und drei über 800 km
im offenen Programm der RV Weitstrecke Westliches Ruhrgebiet Oberhausen), sechs
grenzübergreifend mit der Vereinigung Midden-Nederland (u.a. Bergerac, Brive,
St. Vincent).
Ältere Tauben müssen sich auf drei Flügen bewähren, darunter zwei über 1000 km.
Zu Beginn der Saison nehmen die Tauben am normalen RV-Programm teil, sie haben
dabei natürlich so gut wie keine Chancen auf achtbare Ergebnisse, das liegt in
der Natur der Sache.
Weitstreckentauben brauchen eine längere Entwicklungsphase.
Dem trägt Hansi Pumpe Rechnung, indem er seine Jungen und Jährigen weitgehend
schont. Das heißt, gefordert werden sie schon. Aber im Rahmen ihrer
Möglichkeiten.
Der Löwenanteil der Jungtiermannschaft kommt aus der Frühzucht und die nehmen an
so vielen Flügen wie möglich teil, um ihre Erfahrungen zu sammeln. Preise können
zur Auslese nicht herangezogen werden, hier entscheiden Handeindruck und
Gesamtverhalten.
Auch als Jährige genießen sie noch Freiheiten, werden aber schon mit
anspruchsvollen Aufgaben konfrontiert, jedoch nicht vor Ende Juni.
Die Stunde der Wahrheit schlägt bei den Zweijährigen, hier sollen sie sich
mindestens zweimal bis 1000 km erfolgreich durchgesetzt haben. Dreijährig stehen
sie voll im Saft, um bei Pau, Barcelona und Co., keiner unter 1000 km,
viel versprechend mithalten zu können.
Unbezahlbare Hilfe in dem 89jährigen Vater!
"Alt werden kann ich später", so der rüstige Senior Georg Pumpe. Am 17. Februar
konnte er seinen 89. Geburtstag feiern. Er betreut neben dem eigenen Bestand
auch teilweise den des Sohnes. Eine wertvolle und verlässliche Hilfe für
Hans-Georg, der als Polier voll im Beruf steht und nicht immer pünktlich zu
Hause sein kann. Aus eben diesen Zeitgründen werden auch nur Vögel geschickt.
Der Weg ist das Ziel!
Die brieftaubensportliche Anfänge lagen naturgemäß im RV-Programm. Vor etwa 10
Jahren vollzog Hans-Georg dann den Schritt zur internationalen Weitstrecke.
Weitstrecke ist ein anderes Tauben spielen. Man braucht als Spieler eine andere
Denkweise und als Züchter mehr Geduld. Weitstrecke braucht Zeit. In jeder
Hinsicht. Bis erste wirklich aussagefähige Ergebnisse vorliegen, vergehen zwei
Jahre. Und man braucht andere Tauben. Tauben mit mehr Ausdauer, mehr
Durchhaltevermögen, mehr Willen, mehr Kampfgeist. Das sind Kilometerfresser, die
die ersten 400 km zum Aufwärmen brauchen und danach ihr Stehvermögen ausspielen.
Selbst unmittelbar nach einem 1000-km-Flug zeigen diese Tauben kaum
Erschöpfungserscheinungen.
Der Aufbau des Weitstrecken-Stammes.
Bei der Hausoul-Versteigerung vor einigen Jahren hatten es Hansi Pumpe zwei
Tauben ganz besonders angetan: Der Vogel NL 01-2320400 und die Täubin NL
01-2320441. In der gemeinsamen Zucht konnten sie nicht überzeugen, dafür aber
umso mehr in der Kreuzung mit der anschließenden Rückführung in die jeweilige
Linie. Inzwischen verstärken weitere Hausoul-Tauben den Zuchtbestand in
Hamminkeln.
Wie ein roter Faden zieht sich die Täubin 0448-95-125 durch den Bestand. Ihre
Nachkommen prägen im Wesentlichen den Besatz im Zuchtschlag. Gezogen bei Peter
Elvermann kam sie über Uli Posser zu Hans-Georg Pumpe. In ihr verkörpern sich
die durchsetzungsfähigsten Weitstreckenlinien des ausgehenden 20. Jahrhunderts (Eijerkamp-Muller,
Hermes, Braakhuis). Ein Durchsetzungsvermögen, dessen Ende wohl noch nicht
abzusehen ist, wie die aktuellen Pumpe-Resultate zeigen. Auch 2009 bringt sie in
ihrem ruhigen Einzelabteil noch Junge. Aus dieser Linie kommt übrigens auch der
Barcelona-Sieger von Herbert Wilden.
Die Linie "Bonte Marathon" von Freialdenhofen und Söhne bewährt sich inzwischen
auch in Hamminkeln. In der Kombination mit den Hausoul-Tauben ganz besonders und
mit der "125"-Linie sowieso. Aktuell: Mit dieser Linie haben Freialdenhofen den
1. national Barcelona 2009 gewonnen.
Die Erfolge der Sportfreunde Brockamp aus Boppard in den letzten Jahren haben
Hans-Georg Pumpe bewogen, diese Linien einzukreuzen. Die Nachzucht ist noch zu
jung, um tatsächliche Aufschlüsse, aber die Ansätze zeigen sich sehr
erfolgversprechend.
Medikamente? Nein, danke.
Pumpe-Tauben sind von zäher Natur. Während der Reisesaison gibt es natürlich den
einen oder anderen Tierarztbesuch, manchmal empfiehlt der sogar etwas. Aber in
der Zeit von September bis April gibt es nur Futter und Wasser, das Wasser ist
regelmäßig mit Obstessig angereichert. Damit kommen die Tauben klar; wem das
nicht reicht, hat ein Problem.
Die Fütterung ist kein Geheimnis!
Schon aus Zeitgründen kann Hans-Georg Pumpe keinen großen Aufwand in der
Versorgung betreiben. Es gibt in der Wettkampfphase immer reichlich zu fressen.
Ihre Kräfte holen die Tauben aus den energiereichen Mischungen von Beyers, die
individuellen Zusammenstellungen aus den einzelnen Säcken werden nach Gefühl
vorgenommen. Da sie am Haus ein sehr gutes Trainingsverhalten an den Tag legen,
wird ihr Stoffwechsel entsprechend angekurbelt und so entwickelt sich in recht
kurzer Zeit eine gute körperliche Verfassung. Bei Bedarf werden die
Futterrationen mit Ölen angereichert.
In 2009 kamen auf Anraten eines Freundes die Zusatzprodukte von Ulrich Schäfer (re-scha)
zum Einsatz. In erster Linie RS-12, ein Präparat, das die Darmflora stabilisiert
und eine optimale Nahrungsverwertung bewirkt. Für die 1000-km-Flüge von
unschätzbarem Wert. Bekanntlich kommt die Gesundheit aus dem Darm und nur
gesunde Tauben haben Chancen auf internationale Preise.
Barcelona und Perpignan: Über 100 km konstatieren wie auf 250 km!
Spitzenpreise auf nationaler Ebene gelingen bei diesen Entfernungen nicht immer.
Um ganz vorn mitzumischen, muss das Wetter mitspielen. Gerade hier spielen die
Pumpe-Tauben ihre Stärken aus, ihr Durchhaltevermögen und ihre Kondition. Mit
17/10 Preisen von Barcelona (1200 km) und 27/18 Preisen von Perpignan (1030 km)
gelang 2008 eine Preisausbeute, die größte Hochachtung abfordert. 2009 waren es
15/12 und 16/11 Preise. In so einer Konstanz drehen andere Züchter nicht im
RV-Programm.
Dabei muss man wissen, dass man jede konstatierte Taube bei seiner Meldestelle
angeben muss. Mit Ringnummer, Geschlecht, Nummer des Gummiringes, Flügelstempel.
Jede Taube trägt zwei Gummiringe, die in die Uhr müssen. Wenn die Tauben dann im
Minutentakt eintreffen wie bei den beiden genannten Flügen, kommt auch bei einem
ansonsten sehr gelassenen Weitstreckenspieler eine gewisse Hektik auf. Ganz zu
schweigen von der Person, die die Meldungen entgegen nehmen muss. Nach Perpignan
machte Hansi Pumpe den Eindruck, als hätte er eine Doppelschicht gefahren.
Eine Story für sich: Volles Haus auf Pau 2007. Als einziger des gesamten
internationalen Teilnehmerfeldes!
Das hat man auf der internationalen Weitstrecke noch nicht oft erlebt:
Konstatieren und melden bei einem 1000-km-Flug kann richtig schweißtreibend und
nervenaufreibend sein! Dabei hatte Hans-Georg Pumpe eigentlich gar nicht mehr
mit so viel Aufregung an diesem Sonntag vormittag gerechnet. Schließlich waren
die ersten Tauben bereits ab 4.59 Uhr konstatiert worden, die Spitze war damit
weg. Blieb noch die Hoffnung auf ein gutes Gesamtergebnis und frühe Preise der
benannten Tauben für die Meisterschaften.
Zu den steigenden Temperaturen am 24. Juni des Jahres 2007 gesellte sich der
steigende Blutdruck, als vier Tauben innerhalb von neun Minuten eintrafen. Die
erste um 10.22 Uhr, dann 10.28, 10.29 und 10.31 Uhr. Und das bei einer
Schlagvermessung von 1067 km. Da die Tauben in verschiedenen Schlägen ihre Zelle
haben, war eine gewisse Hektik nicht zu leugnen. Ab 10.45 Uhr legte sich dann
langsam die Aufregung. Aber nur wenig, denn jetzt keimte noch Hoffnung auf ein
gutes Gesamtergebnis auf. Erst recht, als um 11.20 und 11.21 Uhr die nächsten
beiden Tauben konstatiert wurden. 255 nationale und 1805 internationale Preise
auf der Basis 1 : 4 waren bei dem Flug zu vergeben, jetzt lief die Zeit. In der
Zone 3 (über 1050 km) wurde es zunehmend eng, aber national und international
blieb die Chance auf das 100-Prozent-Ergebnis. Um 11.37 Uhr war die letzte Taube
in der Uhr und danach blieb nur noch Hoffen. Tiefes Durchatmen, als Tage später
das nationale und internationale Ergebnis feststand: Volles Haus! 7/7 Preise!
Als einziger des gesamten Teilnehmerfeldes! In der Geschichte dieses Fluges kam
das noch nicht oft vor. Die Plazierungen: 106., 116., 120., 124., 222., 224.,
251. national, 459., 507., 529., 555., 1288., 1300., 1575. Preis international.
Für Pau nur die Besten!
Wegen der Satzbeschränkung (nur sieben Tauben pro Züchter, früher nur fünf)
tritt jeder Teilnehmer mit speziell ausgesuchten Tauben an. Hansi Pumpe hatte
sich bereits im Winter auf die Kandidaten festgelegt. Ausschlaggebend waren
dabei die Erfahrung, die bisherigen Leistungen und das Vertrauen in die
Abstammung. Wie man gesehen hat, hat er damit nicht verkehrt gelegen. Die
Erwartungen haben sich in vollem Umfang erfüllt.
Das Pau-Ergebnis: Der Grundstein für ein sehr gutes Weitstreckenjahr.
Am Ende der Saison 2007 konnte Hans-Georg Pumpe auf folgende Resultate blicken:
5. Platz Europa-Marathon
4. nationaler Weitstrecken-Meister int. Flüge
4. Platz Mittelmeer-Cup
7. Platz ArGe-Meisterschaft
3. Platz Meisterschaft 3000
Ehrenpreis Perpignan
Erfolge 2008:
3. nationaler Weitstrecken-Meister int. Flüge
4. Platz Mittelmeer-Cup
6. Platz ArGe-Meisterschaft
8. Platz Meisterschaft 3000
Ehrenpreis Barcelona
Ehrenpreis Marseille
Erfolge 2009: (Stand: August 2009)
1. Platz Meisterschaft 3000
17. nationaler Weitstrecken-Meister int. Flüge
8. Platz Mittelmeer-Cup
12. As-Vogel int. Flüge
Solche Ergebnisse wecken natürlich Erwartungen. Davon kann sich kein
leidenschaftlicher Brieftaubenzüchter frei sprechen. Auch Hansi Pumpe nicht.
Trotzdem geht er jede Saison gelassen an. Denn auf 1000 Kilometer kann viel
passieren: Zu Tode betrübt oder Himmel hoch jauchzend. Die Weichen für 2010
werden bereits gestellt.
Klaus Kühntopp

Den Brieftaubensport betreibt man in der Familie Pumpe schon seit mehreren
Generationen. Hans-Georg Pumpe und sein Vater Hans. Der 89jährige Senior hat
sich für 2008 über 20 Jährige bei seinem Sohn geholt und bereitet sie ganz
gelassen auf die große Weitstrecke vor. Letzter Auslöser für den Umstieg vom
RV-Programm war Hansis Abschlussresultat von Perpignan mit dem 14. national und
2. in der Zone.

Ein Teil der Schlaganlage. Den linken Teil bevölkern die Jungen, rechts zwei
Witwerabteile. Daneben ragt ein weiterer Reiseschlag mit vier Abteilen ins Bild.
Weitere Schläge befinden sich auf dem Dach über der Garage am Haus.

NL 01-2320441. Die kräftige Täubin kommt von Jean Hausoul und hat sich
hervorragend in der Zucht bewährt. Linienzucht "Soudax" mit gezielten
Einkreuzungen, u.a. Jökel, Aarden, de Weerd. Die Hausoul-Linien vertragen sich
ausgezeichnet zu den mittlerweile eingeführten Brockamp-Tauben.

NL 01-2320400. Ebenfalls von Jean Hausoul gezüchtet. Enkel "Elza" und "Chebet".
Die "Elza" ist eine Tochter 0647-80-2081, 1. int. Pau 1983, und 0647-80-2166, 1.
nat. Marseille 1982, beide Hermes/Hamm.

0448-95-125. Die Elvermann-Täubin hat den heutigen Pumpe-Stamm nachhaltigst
geprägt! Väterlicherseits Eijerkamp-Muller-Tauben (Linien "Herkules" und "Zilvervosje"), mütterlicherseits eine Enkelin der Braakhuis-Stammkoppel bei
Hermes.
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