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Home  Magazin  Kult um die Taube 

Für Sie gelesen in der Zeitschrift "Nordbayerischer Kurier - Pfingsten 2011":

 

AUS DER SCHATZ-TRUHE


 

Kult um die Taube


Elmar Schatz

Das "Rennpferd des kleinen Mannes" ist in Deutschland längst aus der Mode gekommen: Mit der Taube mag sich die Jugend kaum abgeben, und die alten Züchter sterben allmählich aus. Ganz anders in China: Dort haben die Reichen dieses Hobby für sich entdeckt, und sie holen sich das Fachwissen dafür aus Deutschland.

Der Taubenflüsterer vom Niederrhein, Heinz Willi Ritz, wird in Asien geradezu als Guru verehrt. Multimillionäre reißen sich um ihn, laden ihn ein, zahlen ihm den Aufenthalt in Luxusherbergen und veranstalten zu seinen Ehren festliche Banketts. Hotelportiers verneigen sich, wenn er auftaucht. In anonymen Millionenstädten ist er ein Star und ein bekanntes Gesicht. "WDR weltweit" hat den Rentner jetzt auf einer seiner Reisen begleitet und dabei dokumentiert, wie er zehntausend Kilometer von seinem Heimatort Jüchen entfernt bewundert wird. Er nimmt Täubchen in seine Hände, die schon mal umgerechnet 100 000 Euro kosten pro Exemplar. Der taubenverrückte Multimillionär Yang Yi Wei hat sage und schreibe fünf Millionen Euro in seine Tauben gesteckt und in einem Hotel, das ihm gehört, eine Suite nach Heinz Willi Ritz benannt. Die Tiere gelten Chinesen so viel, dass sie Wachhunde und sogar Gänse aufbieten, um ihre Taubenschläge zu schützen.

Schließlich wurde schon mal ein ganzes Schiff aus Europa gekapert. Die Piraten raubten die ihnen wichtigste Fracht an Bord: Tauben! Junge Europäer mögen diesen Kult um die Taube nicht begreifen. Macht sie denn nicht nur Dreck und Arbeit? Da können sich die meisten eine faszinierendere Freizeitbeschäftigung vorstellen. Wer hatte noch einen Opa, der unter dem Dachgiebel ein paar Tauben hielt und dem diese gefiederten Wesen sein Ein und Alles waren? Leider landeten sie letztlich als leckere Bereicherung des Speiseplans dann doch im Kochtopf. Hie und da mag es noch einen Taubenmarkt geben, auf dem die Liebhaber fachsimpeln. Aber es liegt gewiss außerhalb ihrer Vorstellungskraft, dass Chinesen für eine einzige deutsche Spitzentaube so viel zahlen wie für einen edlen Sportwagen.

Die Fähigkeiten der Brieftaube kommt der großen Wettleidenschaft der Chinesen entgegen. Sie veranstalten Wettflüge, bei denen es um Millionensummen geht. Da nimmt dann schon mal einer einen nagelneuen BMW als Hauptpreis mit heim. Es kostet viel, das kleine Geschöpf ganz groß herauszubringen. Und es gibt zu denken, dass wir bedenkenlos einen alten Wert über Bord werfen, der in der Ferne plötzlich ganz neue Bedeutung gewinnt. Der Gedanke kommt einem an Pfingsten unwillkürlich, wird doch der Heilige Geist in Form einer Taube dargestellt.

elmar.schatz@rnt.tmt.de

 


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