|
Hat die Zukunft schon begonnen
Der Brieftaubensport nähert sich dem
Jahr 2000
Können wir in Kürze unsere Preisflüge im
Internet verfolgen, die eigenen und auch die Flüge entfernter RVen oder
Bezirke? Öffnet sich unsere Jugend nun endlich durch den Computer dem
Familienhobby? Erwacht der Taubensport aus dem Dornröschenschlaf, werden
wir endlich interessant für Medien und Sponsoren? Werden Liveübertragungen
von attraktiven Brieftaubenrennen im Fernsehen bald keine Utopie mehr sein?
Dipl.-Ing. Wilhelm Göcke, uns Taubenliebhabern
wohlbekannt als Erfinder des weltweit ersten elektronischen Konstatiersystems,
derzeit Chefingenieur der Brieftauben-Forschungs-Gesellschaft (BFG), stellt
exklusiv für die Leser von Taubensport "Rauschende Schwingen" das
aktuelle Projekt der BFG vor.
Die "Virtuelle Brieftauben-Rennbahn"!
Können Sie sich vorstellen, daß Sie mit Ihren
Sportfreunden, Familien und Nachbarn im Vereinslokal oder sogar zu Hause vor
einem Bildschirm sitzen und den Preisflug über 600 km verfolgen? Können
Sie sich vorstellen, daß Sie auf dem Bildschirm sehen, wie Ihre "327"
nach 100 km Flugstrecke gerade alle Konkurrenten überholt und als Sieger
durchs Ziel fliegt und Sie soeben einige tausend Mark Siegesprämie gewonnen
haben, ohne Ihre Taube zu konstatieren? Stellen Sie sich vor, Ihre wertvollste
As-Taube findet aus unerklärlichen Gründen den Heimatschlag nicht
mehr. Was würden Sie alles tun, um dieses Tier zurückzubekommen? - Sie
beauftragen ganz einfach den Such- und Rettungsdienst der BFG
Brieftauben-Forschungs-Gesellschaft.
Welches Ziel verfolgt die
Brieftauben-Forschungs-Gesellschaft?
Brieftauben, die an einem Preisflug teilnehmen, haben eine
faire Chance verdient, zum Heimatschlag zurückkehren zu können. Sie
finden in der BFG einen Vertreter Ihrer berechtigten Belange.
Züchter bekommen ihre Fragen beantwortet, die wissen
wollen, wo ihre Tauben geblieben sind und warum sie keine Chance hatten.
Auflaßleiter, die die Verantwortung für den Auflaß
tragen und somit entsprechende Entscheidungshilfen benötigen, können
Satellitenbilder über Regen und Gewitter sowie Daten über
Erdmagnetfeldstörungen abrufen.
Die BFG will den Brieftaubensport nicht nur noch
interessanter gestalten, sondern auch für die allgemeine Öffentlichkeit
zugänglich machen.
Welche Ergebnisse will die BFG zur Verfügung stellen?
Die BFG startet ein Forschungsprojekt in Verbindung mit
Partnern aus Wissenschaft und Industrie, das zu Erkenntnissen führt, die
den Brieftauben ein Optimum an Sicherheit garantieren, einen erfolgreichen
Heimflug antreten zu können. Berücksichtigt werden hier nicht nur das
sichtbare Wettergeschehen, sondern auch für das Navigieren besonders gefährliche
Erdmagnetfeld bei Störungen durch Sonneneruptionen. Die Flugwege der Tauben
werden aufgezeichnet.
Die Züchter erfahren eine Antwort auf all ihre Fragen
durch die statistische Auswertung aller Wetter- und Fluggeschehnisse von allen
Preisflügen, da jetzt die Flugroute beobachtet werden kann.
Die Auflaßleiter können für ihre
Entscheidungen am Auflaßort sofort auf eine Datenbank zurückgreifen,
die unter Berücksichtigung aller vorliegenden Wetter-, Erdmagnet- und
bisherigen Flugdaten eine zuverlässige Prognose für den Auflaß
bzw. Flugverlauf abgeben kann. Der Auflaß wird nicht mehr zu einem
Lotteriespiel. Die Entscheidung kann so begründet und nachgewiesen werden.
Die Öffentlichkeit kann erstmals an den "virtuellen
Rennen der Lüfte" teilnehmen, wodurch der Brieftaubensport einen ganz
anderen Stellenwert erhält, als dies bisher der Fall war.
Wie sieht eine "virtuelle Brieftaubenrennbahn"
aus?
Der Preisflug kann nun durch Einsatz von "High-Tech"
im Vereinslokal live auf einem Monitor bzw. Großbildprojektor mitverfolgt
werden.
Wie ist das möglich?
Das Forschungsprojekt setzt zur Aufzeichnung der Flugwege
Miniatursender ein, die sich am Bein der Taube befinden. Die "Rennbahn",
Peilstationen am Rande des Flugweges ermitteln kontinuierlich die genaue
Position der beteiligten Tauben und senden die Daten zu einem Zentralrechner,
der die Ergebnisse auf dem Monitor sichtbar macht.
Die Rangplätze werden wie auf einer Pferderennbahn
dargestellt. Die Ziellinie wird eine gedachte Linie am Himmel sein, die z. B.
100 km nach dem Auflaß oder vor dem Heimatschlag festgelegt wird. Sieger
wird diejenige Taube sein, die diese Himmelslinie zuerst überflogen hat.
Wer kann auf der virtuelle Rennbahn teilnehmen?
50 Tauben können bei jedem Rennen teilnehmen, so daß
es sich um ein exklusives Rennen handelt. Jeder Züchter hat somit die Möglichkeit,
eine Taube an den Start zu schicken. Diese Rennen können sowohl im Rahmen
der Verbandspreisflüge als auch durch separate Preisflüge stattfinden.
Wie gestaltet sich das Rennen in der Praxis?
Jeder der 50 Züchter mietet sich einen Sender für
die Taube, die am Rennen teilnehmen soll. Alle beteiligten Tauben werden wie
gewohnt eingesetzt und mit dem Sender bestückt. Kurz nach dem Auflaß
werden sie angepeilt und das erste Mal auf dem Monitor mit Rangfolge
dargestellt. Monitor oder Großbild werden für die Öffentlichkeit
gut sichtbar, z. B. im RV-Lokal, aufgebaut. Die Tauben werden bis zur virtuellen
Ziellinie angepeilt und beobachtet.
Preisflüge mal anders
Die zur Zeit übliche Schlagverrechnung entfällt
hier und damit die Benachteiligung der Tauben, die mehr Kilometer zum entfernten
Schlag fliegen müssen. Das neue Ziel auf der "virtuellen Rennbahn"
könnte z. B. genau nach 300 km ab Auflaß am Himmel verlegt werden, so
daß alle Tauben tatsächlich 300 km fliegen.
Für Kurzstrecken - für "Sprinter" - könnte
das Ziel z. B. nach 50 km gelegt werden, obwohl der gesamte Preisflug länger
sein kann. Es bietet sich aber auch eine Kombination von Kurz- und Langstrecken
auf demselben Preisflug an.
Warum lohnt es sich, das BFG-Forschungsprojekt zu unterstützen
- Jeder Züchter soll seine Starttaube auf dem Monitor - wie auf einer
Rennbahn - sehen können.
- Die Siegertauben erhalten hochdotierte Geldpreise.
- Die gesammelten Daten erlauben den Auflaßleitern den Zugriff auf ein
Computer-Expertensystem, das eine zuverlässige Auflaßprognose zur
Verfügung stellt.
- Gefährliche Überfluggebiete können gemieden werden.
- Die BFG stellt ein Such- und Rettungssystem für verlorengegangene
Tauben zur Verfügung.
- Der Brieftaubensport gewinnt durch die "virtuelle Rennbahn" an
Attraktivität für die Öffentlichkeit.
- Preisflüge werden noch spannender.
Weitere Informationen:
Telefon 0 59 31 / 36 61
Fax 0 59 31 / 36 64
Wilhelm Göcke
|