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Brieftauben sind nicht Verursacher des
Stadttaubenproblems
Brieftauben sind nicht - wie vielfach behauptet - Mitverursacher des
Stadttaubenproblems. Zu dieser Aussage kommt eine Untersuchung von Daniel
Haag-Wackernagel aus dem Jahr 1993 (Daniel Haag-Wackernagel: "Zur Biologie
der Straßentaube", Verlag Medizinische Biologie, Universität
Basel 1993). In dieser Untersuchung wurden unter anderem Aussiedlungsversuche
mit Brieftauben gemacht. Im Ergebnis heißt es:
"Die Brieftauben konnten sich (...) nicht an die Bedingungen der Stadt
gewöhnen. Obwohl sich die Tiere verpaarten, wurde bis zum Juni nur ein
Nestling aufgezogen, der zudem nicht lebensfähig war. Die Brieftauben, an
eine optimale Versorgung mit Futter gewöhnt, fanden zuwenig Nahrung und
magerten stark ab. Im ersten Monat gingen drei Tiere verloren, die restlichen 11
überlebten. Der Versuch wurde Ende Juni aus tierschützerischen Gründen
abgebrochen, da die Tiere durch fortschreitende Abmagerung kaum mehr Überlebenschancen
hatten."
Die Beobachtung der Straßentauben wurde über mehrere Jahre
fortgesetzt mit dem Resultat: "Während der seit über 13 Jahren
dauernden Arbeit mit Straßentauben in Basel konnte kein einziger Fall
beobachtet werden, in dem sich eine solche Brieftaube verpaarte oder gar Junge
aufzog. Alle erfassten Brieftauben verschwinden früher oder später
wieder aus den Schwärmen. Sehr wahrscheinlich nicht, weil sie in den Schlag
zurückkehren, sondern weil sie sich im Kampf ums Überleben in der
Stadt nicht gegen die Straßentauben behaupten können."
Dr. Jürgen Raddei Leiter der Taubenklinik des
Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e. V. Essen
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