|
„Taubenfieber“ ist ausgebrochen
Internetversteigerung bringt ansehnlichen
Überschuss / Klaus Stieneker spendet Beamer und 1000 Euro
Lengerich. Das Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) fliegt auf Tauben
und steckt im Beamer-Fieber. Wie das? Die Antwort versteckt sich hinter
einem der erfolgreichsten Taubenzüchter der Region. Klaus Stieneker hat
dem Freundeskreis des HAG eine stattliche Spende zukommen lassen. Und
die hat ursächlich etwas mit seinem Hobby zu tun. Daraus resultiert,
dass die Schule jetzt über einen weiteren modernen Beamer verfügt, der
im Unterricht wichtige Dienste leistet.
Der Sachspende ließ Stieneker noch Bares in Höhe von 1000 Euro
folgen. Beflügelt dazu hatte ihn eine Taubensteigerung, die jetzt im
Internet stattfand. „Unsere Jungtauben fanden dort reißenden Absatz“,
berichtete der Taubenzüchter. Dabei betonte er „unsere“, denn er
betreibt das Hobby nicht alleine. Mit im Boot sind seine Tochter
Franziska und Lisa Rosenbusch. Die beiden Freundinnen betreiben einen
eigenen Schlag.
Bei der Versteigerung fieberte auch Isolde Borlinghaus mit. „Ich habe
bis zum Schluss mitverfolgt und auch mitbekommen, wie gut die
Versteigerung für Herrn Stieneker verlief“, erzählt die Vorsitzende des
Freundeskreises. Da es sich um eine Benefiz-Versteigerung handelte,
stand für Stieneker von vornherein fest: Davon bekommt das heimische
Gymnasium etwas ab. Bereits im vergangenen Jahr hatte er von dem Erlös
der Versteigerung einen Beamer sowie eine Geschirrspülmaschine für die
Cafeteria gespendet. Auch das hatte einen Hintergrund. Tochter Franziska
arbeitete in der Schuleinrichtung mit und erzählte daheim, wie schwierig
es sei, das Geschirr vernünftig zu reinigen. Das machte Klaus Stieneker
hellhörig und er wurde aktiv.
Dass die Versteigerung so toll verlief, hat seine Ursachen. „Wir
haben in diesem Jahr das Glück, zu den Top Ten der Deutschen
Brieftaubensportler zu gehören. Eine unserer Tauben gehört zu den drei
besten im Bundesgebiet. Und zwei Nachkommen davon waren jetzt in der
Versteigerung“, erklärt Stieneker. Insgesamt verkaufte er bei dieser
Internet-Auktion 57 Tiere aus seinem Schlag.
Sein „Super-Rennpferd der Lüfte“ heißt „Carlos“ und ist nominiert für
die Brieftauben-Olympiade, die demnächst in Ostende stattfindet. Und
Klaus Stieneker hat noch mehr „Eisen im Feuer“. In knapp zwei Wochen
fliegt er mit Tochter Franziska und Lisa Rosenbusch nach Shanghai. Dort
wollen sie ihre Erfahrungen mit chinesischen Züchtern austauschen. Zudem
werden sie vor Ort beobachten, wie einige ihrer Tauben bei einem
hochkarätigen Flug abschneiden. Die Siegertaube erhält dort 120 000
Euro. „Sollten wir einen fünfstelligen Betrag einfliegen, ist die
nächste Spende für das Hannah-Arendt-Gymnasium gesichert“, verspricht
Klaus Stieneker, was Isolde Borlinghaus und Schulleiter Ulrich Netkowski
natürlich mit Wohlwollen aufnehmen. Die gesamte Schule drückt jetzt die
Daumen.
Detlef Dowidat
|