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Home  Taubengesundheit  Saisonstart rückt näher 

Saisonstart rückt näher

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

 

Regelmäßige Gabe von Jod

 

"Chevicol" gegen Trichomonaden

 

Im vergangenen Monat habe ich detailliert die einzelnen Schritte der von uns durchgeführten Frühjahrsuntersuchung mit Blick auf die Vorbereitung der Reise geschildert. Nun ist die Zeit gekommen, der Reihe nach die notwendigen Behandlungen durchzuführen. In der zeitlichen Abfolge müssen dabei allerdings einige wesentliche Aspekte berücksichtigt werden.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt (Anfang/Mitte März) sollten Ihre Tauben bereits gegen Trichomonaden behandelt sein. In den meisten Fällen ist diese bei der Anpaarung Mitte Februar durchgeführt worden, sobald alle Paare auf Eiern sitzen - unabhängig davon, ob Junge gezogen werden oder nicht. Wir empfehlen eine Gabe von "Ridzol" über das Futter, da die Verabreichung, egal welches Trichomonaden-Mittel letztlich zum Einsatz kommt, über das Wasser aufgrund der mangelnden Wirkstoffaufnahme meist nicht ausreichend ist.

"Ridzol" wird über die mit Lecithin-Öl oder Moorkonzentrat angefeuchteten Körner gegeben, wobei die Dosierung auf die jeweilige Futtermenge abgestimmt ist – sprich: Es wird nicht pro Kilogramm Futter dosiert, sondern die Zahl der zu behandelnden Tauben entscheidet, wobei die aufzunehmende Dosis über die an diesem Tag vorgesehene Futtermenge gereicht wird.

Ist diese Behandlung abgeschlossen und ergab die Untersuchung keine weiteren Befunde, kann man die Paare zunächst einige Tage brüten bzw. Junge füttern lassen. Besteht neben der Trichomonaden-Behandlung weiterer Behandlungsbedarf, steht dies einer Jungtier-Aufzucht nicht im Wege, da man auch auf dem Gelege behandeln kann. Besser ist gleichwohl der Weg über die trockene Witwerschaft, weil es dann keine zeitlichen Einschränkungen hinsichtlich etwaiger Behandlungen oder erforderlicher Desinfektionen gibt.

Sind in dieser Zeit keine weiteren Maßnahmen erforderlich, beschränken sich die notwendigen medizinischen Dinge meist auf eine Behandlung von Schleimhautinfektionen bzw. die Vermeidung übermäßiger Keimvermehrung, wie sie nach Phasen des langen Festhaltens mit hoher Staubbelastung und u. U. mangelnder Sauerstoffversorgung häufig vorkommen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist Ende März/ Anfang April. Die Jungtauben müssen abgesetzt sein und die Behandlung, die auf Basis der vorhergehenden Untersuchung, bei der Keimart und Resistenzlage ermittelt wurden, muss unbedingt vor Beginn der ersten Vorflüge beendet sein.

Den meist verabreichten Antibiotika setzen wir in der Regel ein Bronchosekretolytikum zu, das die Wirkung des Antibiotikums unterstützt und einen schleimlösenden Effekt hat. Wichtig ist die ausreichende Behandlungsdauer, die in der Regel bei mindestens einer Woche liegt. Immer wieder erleben wir, dass Züchter Phasen der Behandlung viel zu kurz ansetzen und somit den Langzeiteffekt und den Erfolg gefährden. Es ist schon während der Saison häufig unvermeidlich, Behandlungen über einen viel zu kurzen Zeitraum durchzuführen: Besteht im Frühjahr genügend Zeit, sollte man diese Chance nutzen.

Parallel zur medikamentösen Behandlung setzen wir in dieser Vorbereitungsphase schleimlösende Nasentropfen ("Acithol") ein. Gerade unmittelbar nach dem Winter stellen wir erhebliche Schleimablagerungen im Bereich der Nasenhöhle fest, die mit Hilfe dieser Tropfen sehr gut zu lösen sind. Diese Anwendung ist vergleichbar einem mechanischen Naseputzen, um die zähen Auflagerungen loszuwerden. Das von uns verwendete Präparat besitzt eine moderate und ausreichende Wirkung, so dass selbst eine mehrmalige Anwendung während der Saison keine negativen Auswirkungen nach sich zieht. Man sollte die Anwendung jedoch nicht häufiger als alle zwei Wochen durchführen und stets nicht weniger als vier bis fünf Tage vor dem nächsten Flug, wobei für uns vorrangig die Erstbehandlung von Bedeutung ist.

Ist diese Behandlung abgeschlossen, sollten die Tiere eigentlich in einer entsprechend guten Verfassung sein. Wichtig ist, die Nachbehandlung mit einem geeigneten Vitaminpräparat, Milchsäurebakterien und Jod. Gerade die Jodgabe ist von großer Wichtigkeit, um eine Hefepilzbesiedlung im Darm und auf den Schleimhäuten nicht Überhand nehmen zu lassen.

Eine weitere wichtige Maßnahme, sobald dass Training wieder begonnen hat, ist der Einsatz eines Eisenpräparates (z. B. "Haemofit"). Nach den langen Phasen der Trainingspause im Winter sind die Blutwerte der Tauben mit Blick auf die Konditionsparameter auf ein niedriges Niveau gesunken. Erstaunlich schnell erholen sich die Blutwerte, sobald das Training intensiviert wird. Auf ein höheres Niveau und schneller gelingt es zudem mit dem Einsatz unseres Eisenpräparates. Dies wird zunächst über eine Woche eingesetzt – anschließend zweimal wöchentlich. Die Flugfreude der Tiere steigert sich merklich. Danach sollten die künftigen Reisetauben Anfang April in der Verfassung sein, Trainings- und Preisflüge erfolgreich bestreiten zu können.

Während der Saison empfehlen wir, Trichomonaden regelmäßig mit "Chevicol" über zwei Tage nach dem Flug zu behandeln. Man startet mit diesen Behandlungen nach der ersten Vortour und wiederholt sie alle drei Wochen. "Chevicol" ist das am stärksten wirksame Trichomonadenmittel, das bereits nach kurzer Anwendungsdauer positive Erfolge zeigt. Es drückt weiterhin nicht so stark auf die Form wie andere Präparate. Falls die Paare jedoch zu diesem Zeitpunkt noch Junge haben, muss der Einsatz unbedingt verschoben werden, denn "Chevicol" darf auf keinen Fall bei fütternden Tieren zur Anwendung gelangen.

Unseren Züchtern geben wir nach einem Praxisbesuch einen entsprechend Plan an die Hand, der als medizinischer Leitfaden über die gesamte Saison eingesetzt werden kann.

 

René Becker, prakt. Tierarzt


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