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Zeit der Hauptmauser birgt viele Gefahren

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit dem Monat Oktober kommt die Zeit der großen Hauptmauser. Zwei Dinge gilt es nun zu beachten: Wenn der Gesundheitszustand der Tauben in Ordnung ist, gilt das Hauptaugenmerk einer einwandfreien Versorgung mit allem, was für die Ausbildung des neuen Gefieders unabdingbar ist. An erster Stelle steht eine ausgewogene Futtermischung; man kann schwer eine eindeutige Empfehlung aussprechen, da es eine Reihe geeigneter Mischungen gibt – hält man sich an einen der führenden Hersteller, kann man als Züchter wenig falsch machen.

An zweiter Stelle steht die Versorgung mit Ergänzungsnahrungsmitteln, die die Versorgungslücken des Futters schließen. Wir empfehlen unsere Mauserergänzung "Mauser Methio", welche wichtige Bestandteile für die optimale Federneubildung enthält. Wir binden dieses Pulver mit Lecithin an das Futter, das als Bestandteil jeder Zellwand des Körpers ein wichtiger Faktor für die Federneubildung ist. Die regelmäßige Lecithin-Gabe macht sich in der Weichheit und Geschmeidigkeit des Gefieders bemerkbar.

Um den Stoffwechsel anzukurbeln und den Mauserverlauf speziell bei verdunkelten Jungtauben zu beschleunigen, ist die regelmäßige Gabe von Jod wichtig. Wir verwenden "Blitzform" oder "Formula-Top", das zusätzlich Mariendistel und Artischockenextrakt zur Entlastung der Leber enthält. Um die natürliche Gesunderhaltung zu unterstützen, setzen wir zur Abwehrsteigerung "Alvimiun-t" und vor allem flüssiges Oreganum in Form von "Enterosan" ein, das das gesunde Darmmilieu unterstützt und u. a. hilft, Schadkeime einzudämmen. All diese Maßnahmen helfen der gesunden Taube bei der Ausbildung eines optimalen Gefieders mit hoher Belastbarkeit für die nächste Reisesaison.

Gibt es allerdings gesundheitliche Defizite, kann es selbst bei optimaler Versorgung zu Mauserschäden kommen. Daher sollte gerade jetzt eine Top-Gesundheit sichergestellt werden. Dazu ist es wichtig, Ektoparasiten fernzuhalten, da sie direkt die neuen Federn schädigen können. Mit dem Sprühpräparat "Frontline" kann man hervorragend und für einen langen Zeitraum Federlinge bekämpfen. Milben, die massiv die neuen Federn schädigen und u. U. sogar zum Federausfall oder deren Abbrechen führen, wie wir es z. B. von den bekannten "kahlen Hälsen" kennen, bekämpft man mit einer anderen Art von Medikamenten. Wir verwenden Tropfen, die man auf die Nackenhaut aufträgt und mehrmals im Abstand von ca. 14 Tagen anwendet. Erst dann kann man davon ausgehen, dass im nächsten Jahr keine neuen Fälle auftreten. Auch die Bekämpfung der Parasiten ist von Wichtigkeit. Immer wieder finden wir bei Kontrollen Federschäden, wie sie durch Motten verursacht werden. Das Aussprühen mit einem pyrethroidhaltigen Spray (z. B. "Ardap") schafft Abhilfe.

Viel entscheidender für die Ausbildung eines makellosen Federwerkes ist jedoch das Unterbinden von Erkrankungen, die die Tauben in der Mauser belasten. Bei Jungtieren sind dies in erster Linie Altlasten der Herbstreise in Form von Überbleibseln der Jungtaubenkrankheit. Manche Bestände, in denen sogar die Reise abgebrochen werden musste, haben sich selbst Wochen später noch nicht von der Erkrankung erholt. Dort gibt es immer noch vereinzelt Tiere mit einem schlechten Allgemeinbefinden, die schon bei den neu gemauserten Federn sichtbare Schäden aufweisen.

Meist sind noch Hexamiten im Bestand vorhanden und/oder das Darmmilieu wird weitgehend von Schadkeimen (z. B. Coli-Keimen) bestimmt. Typisch für solche Bestände ist zudem, dass die Probleme zum Ende der Saison stärker wurden, die Züchter das Reisen einstellten, jedoch keine weiteren Behandlungsmaßnahmen durchführten. Es ist extrem wichtig, bei solchen Verläufen die Tauben erneut dem Tierarzt vorzustellen und gfs. eine Therapie durchzuführen, bevor es zu Schwierigkeiten im Verlauf der Mauser kommt.

Viele Probleme scheinen sich, nachdem die Tiere Ruhe haben und keine Wettflüge mehr bestreiten, einzustellen. Diese Ruhe ist jedoch trügerisch und sobald eine größere Belastung – wie die Hauptmauser – eintritt, werden gesundheitliche Defizite wieder offensichtlich. In der Folge treten Schäden in den neuen Federn auf und die Tauben präsentieren sich nicht in der Verfassung, wie man es sich als Züchter vorstellt.

In solchen Situationen sollte niemand davor zurückschrecken, die Tiere nach Vorgaben des Tierarztes zu behandeln. Schon gar nicht sollte man jetzt dringende Untersuchungen unterlassen, da man der Meinung ist, eine Behandlung in der Mauser sei nicht möglich. Liegt eine behandlungswürdige Erkrankung vor, gibt es selbstverständlich Wege, diese in der Mauser zu behandeln. Unbehandelt sind die Folgeschäden in der Regel wesentlich schlimmer, als die bei der Wahl des richtigen Medikamentes meist überschaubaren Nebenwirkungen.

Eine weitere, jetzt häufig auftretende Infektion ist die klassische Atemwegsinfektion Ornithose, die durch Chlamydien ausgelöst wird. Sie ist eine der typischen Erkrankungen in der Mauser. Die starke Belastung, die durch den Federwechsel entsteht, führt in vielen Beständen zum Ausbruch einer unterschwellig vorhandenen Ornithose. Handelt es sich zunächst um einzelne Tiere, kann man gelegentlich über eine Einzelbehandlung Besserung erzielen.

Aber auch dann sollte man im Falle eines Chlamydien-Nachweises auf eine Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt nicht verzichten. Ist der Erreger im Bestand, ist der nächste Ausbruch nur eine Frage der Zeit. Ich empfehle diesen Züchtern, zum Abschluss der Hauptmauser (ca. Mitte November) mit uns Kontakt aufzunehmen, um den Bestand noch vor Beginn der neuen Zuchtsaison zu sanieren.

Häufen sich jedoch die Ausbrüche und sind verschiedene Schläge bzw. Gruppen von Tieren betroffen, ist dringend eine sofortige Behandlung angesagt. Wichtig sind die Wahl des richtigen Medikamentes, die ausreichende Dauer der Behandlung sowie eine anschließende Desinfektion. Wird zur Behandlung einer solchen Infektion ein Antibiotikum verabreicht, ist es extrem wichtig, zuvor den Befall mit Parasiten (speziell: Trichomonaden) abzuklären. Da man dies bei der Vielzahl der Tiere nie sicher abklären kann, empfehlen wir im Vorfeld der Behandlung oder parallel mit dem Antibiotikum ein Präparat gegen Trichomonaden zu verabreichen, um den Behandlungserfolg des Antibiotikums sicher zu stellen.

Setzen Sie ein Antibiotikum bei bestehendem Trichomonadenbefall ein, wird sich der Zustand der Tiere eher verschlechtern oder die Therapie nicht so anschlagen wie gewünscht. Die Trichomonaden vermehren sich, sobald die Mehrzahl der Bakterien durch das Antibiotikum abgetötet wurde. Die Folge ist eine allgemeine Verschlechterung des Zustandes und - sobald das Antibiotikum abgesetzt ist -, eine erneute Vermehrung der Bakterien. Und die sowohl der guten als auch der krankmachenden Bakterien.

 

René Becker, prakt. Tierarzt


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