Besuchen Sie unseren Werbepartner
Anzeige
Benutzername:  Passwort:   Registrierung! Passwort vergessen?
 Statistik  Netiquette  Disclaimer  Impressum
 
 
Home
 
Magazin
Podcast
Meisterschaft
1. Konkurse
International
Auktion
One Loft Races
Kids Corner
Preislisten
Taubengesundheit
Wetter
Photo Gallery
Forum
Office Tools
Umfragen
Verirrte Tauben
Züchter
Tauben-Shop
 
Partner Sites
Der Internet-Taubenschlag hilft!
Der Internet-Taubenschlag hilft!
 
Home  Taubengesundheit  Zeit bis zum Start in die Saison läuft 

Zeit bis zum Start in die Saison läuft

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit dem Beginn des Monats März ist die Zeit für die jährliche Generaluntersuchung gekommen, die die entscheidenden Ergebnisse für die medizinische Betreuung vor und während der Reise gibt. Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, dürfte von unliebsamen Überraschungen verschont bleiben. Obligatorisch sind zwei Maßnahmen, die zu Beginn jeder Reisevorbereitung stehen sollten: Einerseits ist dies die Behandlung von Ektoparasiten, andererseits die in den meisten Fällen notwendige Trichomonadenbehandlung.

Etwaige Ektoparasiten sollten im Frühjahr mit „Frontline Spray“ bekämpft werden. Die Wirkungsdauer ist in der Regel sehr gut, so dass eine Wiederholung vorerst nicht erforderlich ist. Man gibt jeweils einen Pumpstoss unter jeden Flügel im Bereich der federlosen Stellen im Schultergelenk oder man scheitelt die Federn im Bereich der Bürzeldrüse und verabreicht dort den Spray auf die freiliegende Haut. Wichtig ist der Hautkontakt, damit der Wirkstoff aufgenommen und über die Körperoberfläche verteilt wird.

Die Trichomonadenbehandlung ist bis auf wenige Ausnahmen eine obligatorische Behandlung. Unterlässt man diese Behandlung, ist vorher eine regelmäßige Kontrolle einer ausreichenden Zahl von Tauben erforderlich. Wenn die Temperaturen relativ niedrig sind, d. h. die Wasseraufnahme der Tiere gering ist, empfehlen wir die Gabe von „Ridzol“ über das tägliche Futter. Man dosiert für eine sichere Therapie vier Gramm auf die Futtermenge für 20 Tauben. Das Futter sollte zur guten Haftung des Medikamentes mit Moorkonzentrat oder Lecithin angefeuchtet werden.

Für die Beurteilung der Schleimhäute im Kropf- und Rachenabstrich ist es vorteilhaft, wenn die Tauben trichomonadenfrei sind. Im Schatten der Trichomonaden können sich Schleimhautbakterien sehr stark vermehren und dadurch das tatsächlich mögliche Bild, welches von Schlagmilieu und anderen Faktoren (z. B. Versorgung und Taubenqualität) beeinflusst wird, verfälschen.

Werden die Tauben in der Praxis vorgestellt, erfolgt zunächst eine Allgemeinuntersuchung unter Handkontrolle. Neben dem Gewicht der Tauben richten wir die besondere Aufmerksamkeit auf das Gefieder. Gut geführte Tiere müssen einmal in der Woche baden. Das Gefieder liegt in dem Fall glatter an und es befindet sich mehr Federstaub auf den Federn. Faktoren die letztlich Dinge wie Luftwiderstand (sprich: Aerodynamik) und Fluggeschwindigkeit beeinflussen.

Das Gewicht war in diesem Jahr infolge des lang anhaltenden Winters ein großes Problem. Mangelnder Freiflug und tiefe Temperaturen machten das Füttern schwierig. Nach der ersten Anpaarung dürfte sich dies aber relativieren, obwohl angesammeltes Bauchfett sich nur sehr langsam und vollständig zurückbildet.

Der Kropf- und Kloakenabstrich wird auf dem Bildschirm beurteilt. Trichomonadenbefall, Zustand und Bakterienbesiedlung der Schleimhautzellen sowie Vorkommen von Entzündungszellen sind wichtige Kriterien. Die dringend anzuratende Sammelkotprobe wird parasitologisch auf Kokzidien und Würmerstadien untersucht, bakteriologisch auf verschiedene Darmbakterien (vorrangig auf Salmonellen). Stets empfehlen wir die Durchführung eines Chlamydientests, um ggf. Chlamydien (Erreger der Ornithose) im Bestand nachzuweisen.

Die weitere bakteriologische Untersuchung von Rachen- und Kloakenabstrichen liefert Informationen über die Menge und der Art der auf den Schleimhäuten vorkommenden Bakterien. Hier unterscheiden wir Keime, die auf den Schleimhäuten nichts zu suchen haben (z. B. Coli-Keime im Rachenbereich) und die normale Schleimhautflora, die stets Keime enthält, die bei übermäßiger Vermehrung zu Problemen führen können (z. B. Staphylokokken).

Nehmen diese sog. „fakultativ pathogenen Keime“ Überhand, sinkt automatisch die Kondition und die Form ist verschwunden. Nach der Isolierung der Keime wird über den Resistenztest ermittelt, mit welchem Medikament – sofern erforderlich – sie am besten zu bekämpfen sind. Auf diesen Resistenztest kann man im Notfall auch während der Reise zurückgreifen und sich daran orientieren.

Mit Hilfe des Endoskops schauen wir in den Rachen und die Nase. Speziell in der Nase finden sich nach der langen Phase des Festhaltens manchmal enorme Beläge; immer abhängig von den jeweiligen Bedingungen auf dem Schlag, speziell mit Blick auf die Sauerstoffversorgung und Staubbelastung. Im Rachenbereich beurteilen wir die Luftröhre und die Gaumenspalte, bei der die Freiheit von Verschleimungen sicherzustellen ist. Um störende Beläge in der Nase und der Gaumenspalte zu befreien, setzen wir im Vorfeld der Reise „Acithol-Nasentropfen“ ein. Diese wirken wie ein rein mechanisches Naseputzen, ohne die Schleimhäute durch Austrocknung zu stark zu belasten.

Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, steht bei uns stets das Gespräch mit dem Züchter auf dem Programm. Wir empfehlen Maßnahmen, die vor der Reise durchzuführen sind und sprechen Empfehlungen für das Vorgehen in der weiteren Saison aus. Diese Dinge fassen wir in einem Behandlungsplan zusammen. Wichtig ist es für uns, jedem Sportfreund den Unterschied zwischen einem medizinischen Begleitplan und dem entsprechenden Versorgungsplan zu verdeutlichen. Das Versorgungssystem ist wichtig, doch es gibt zahlreiche verschiedene Systeme und Möglichkeiten. Sie alle werden gleichwohl nicht funktionieren, wenn die Gesundheit der Tiere nicht einwandfrei ist.

Eine wichtige Maßnahme zu Beginn des Freifluges nach oft monatelangem Festhalten ist der Einsatz von „Haemofit“, um die Blutwerte der Tauben schnell wieder zu verbessern. Man setzt es zu Beginn des Freifluges über acht nacheinander folgende Tage gemeinsam mit „Petogen Turbocon“ ein. Dies hat sich als erste Maßnahme einer forcierten Versorgung sehr bewährt.

 

René Becker, prakt. Tierarzt


[Home]  [Magazin]  [Podcast]  [Meisterschaft]  [1. Konkurse]  [International]  [Auktion]  [One Loft Races]  [Kids Corner]  [Preislisten]  [Taubengesundheit]  [Wetter]  [Photo Gallery]  [Forum]  [Office Tools]  [Umfragen]  [Verirrte Tauben]  [Züchter]  [Tauben-Shop]  [Brieftaubenzüchter helfen]  [Bannerwerbung]  [Adressen-CD]  [Newsletter]  [Statistik]  [Netiquette]  [Disclaimer]  [Impressum