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Home  Taubengesundheit  Symptome deuten auf Jungtierkrankheit 

Symptome deuten auf Jungtierkrankheit

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Zu Beginn der Saison waren eine Vielzahl von Züchter von einer besonderen Problematik betroffen, wie wir sie aus den vergangenen Jahren in Einzelfällen kannten: Nach den ersten Flügen traten vereinzelt Tiere auf, die trotz zuvor einwandfreier Flugleistung nach dem Flug grünen Kot absetzten, bei denen die Verdauung sistierte und die sich teilweise erbrachen. Parallel verschlechterte sich das Allgemeinbefinden dieser Tiere innerhalb kürzester Zeit rapide. Weiterhin gab (und gibt) es offensichtlich eine Ansteckungstendenz. Denn die Erkrankung schien relativ schnell um sich zu greifen und weitere Tiere erkrankten.

Eine Abhängigkeit von auslösenden Faktoren war bis die Belastung auf den Flügen nicht erkennbar. Ob vorbehandelt oder nicht vorbehandelt und egal welche Art der Versorgung stattfand, ob im Süden oder Norden der Republik - Ausbrüche waren überall zu verzeichnen.

Scheinbar gibt es eine Abhängigkeit von der Belastungssituation auf den Flügen und vermutlich einen Zusammenhang mit der Witterung. Denn die ungewöhnlich kühlen Temperaturen im Mai müssen als ein möglicherweise auslösender Faktor in jedem Falle mit in Betracht gezogen werden, sonst ist das gehäufte Vorkommen im Vergleich zu den Vorjahren kaum erklärbar.

Wo liegen die Ursachen für diese vermehrt auftretende und neue Erkrankung, die von Züchterseite als "Jungtierkrankheit bei Alttauben" betitelt wird. Bei unseren Untersuchungen finden wir in der Regel typische parasitäre Erreger (Trichomonaden und Kokzidien). Sie spielen aber wohl nur eine untergeordnete Rolle im Bereich der Auslösung der Symptome, sollten aber bei der Behandlung mitbeachtet werden.

Bei den bakteriologischen Untersuchungen finden wir in der Kloakenabstrichen vermehrt Coli-Bakterien. Nun sind Coli-Keime Bestandteil der typischen Darmflora bei der Taube, von daher ist nicht jede Coli-Diagnose gleich als krankhaft zu bezeichnen und damit behandlungswürdig.

Speziell in einer Kotprobe sind Coli-Befunde nahezu normal. Nichts desto trotz wissen wir, dass diese Keime bei starker Vermehrung offensichtlich für die Ausprägung der Krankheitsbildes der Jungtaubenkrankheit verantwortlich sind und ohne eine entsprechende Behandlung dieser Keime meistens keine Besserung der Symptomatik eintritt.

Offenbar geschieht gleiches bei den Alttauben. Denn auch hier schafft die Behandlung der Tiere mit einem entsprechenden Antibiotikum und weitere therapieflankierende Maßnahmen schnell Abhilfe. Der Behandlungserfolg hängt wie bei den Jungtauben unmittelbar mit der Resistenzlage der Coli-Keime zusammen. Setzt man ein unwirksames Antibiotikum ein, obwohl es sich von seiner Indikation zur Behandlung solcher Bakterien eignet, wird es selbstverständlich keine Besserung geben.

Zu Beginn einer Behandlung muss man daher auf Erfahrungswerte setzen und hoffen, das richtige Präparat zu wählen, bis die Untersuchungsergebnisse entweder die Bestätigung dieser Medikamentenwahl ergeben oder den einzuschlagenden Weg aufzeigen. Beginnen muss man eine Behandlung in jedem Fall - auch vor dem Vorliegen der endgültigen Untersuchungsergebnisse -, da man während der Saison mit Blick auf eine weitere Teilnahme an den Preisflügen keine Zeit zu verlieren hat. Da es sich offenbar im wesentlichen um eine Schwankung des Milieus im Darm hin zu pathogenen Keimen handelt, tritt nach der Wahl des richtigen Medikamentes schnell deutliche Besserung ein.

Eine wichtige Maßnahme - parallel zur Behandlung mit einem Antibiotikum - ist die Gabe bestimmter Präparate, die in der Lage sind, das Darmmilieu zu stabilisieren, die Heilung zu unterstützen und Rückfälle zu vermeiden. Wir setzen zur Abwehrsteigerung und besseren Verträglichkeit des Antibiotikums "Alvimun-t" ein. Parallel verabreichen wird unser "Jungtaubenpulver" mit "adenosan".

Die positive Wirkung auf den Darm sollte man nach überstandener Infektion nutzen, und diese beiden Produkte während der gesamten Saison jeweils zu Wochenbeginn an zwei Tagen und zu einer Mahlzeit täglich einsetzen. Damit wird die Gefahr von Rückfällen oder Neuerkrankungen deutlich gemindert. Nachdem das Antibiotikum einige Tage abgesetzt ist, setzen wir Michsäurebakterien ein. Auch in den Folgewochen kann man die Milchsäurebakterien zusammen mit "Jungtierpulver" und "adenosan" verabreichen. Dazu verwenden wir bevorzugt unser Produkt "PT 12".

Ob die Ursachen für das gehäufte Auftreten dieser Erkrankung in der stärker werdenden Aggressivität von Coli-Stämmen liegt, die seit Jahren mit Antibiotika behandelt werden oder ähnliche Zusammenhänge wie bei der Jungtaubenkrankheit ( Schwächung des Abwehrsystems durch eine Infektion mit Circoviren) eine Rolle spielen, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten. Bis dahin müssen wir uns an den gängigen Behandlungsschemata dieser Tage orientieren.

Zu Beginn des Monats Mai sorgte die Diagnose "Paramyxovirose" bei einer Brieftaube in Bochum für große Unruhe. Zwar wurde durch das Eingreifen des Verbandes Schlimmeres im Hinblick auf die Fortsetzung der Reise verhindert, allerdings ist dieser Fall eine deutliche Warnung: Der Gesetzgeber macht keinen Unterschied zwischen der Paramyxovirose-Infektion einer Taube und der eines Huhnes (dort besser bekannt als atypische Geflügelpest oder Newcastle Disease). Letztere hat eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, die wir Brieftaubenzüchter mit einer überschaubaren Zahl an Beständen kaum einschätzen können. Im Krankheitsfall trifft uns die volle Wucht des Gesetzes mit allen Konsequenzen (Sperrbezirke, Flugverbote, etc.).

Daher noch einmal der eindringliche Rat, den gesamten Bestand in jedem Jahr impfen zu lassen. Beschränken Sie sich bitte nicht nur auf die Reisetiere, sondern lassen Sie auch den zu Hause bleibenden Partner und die Zuchtpaare impfen. Paramyxovirose ist seit dem vergangenen Jahr auf dem Vormarsch, bedroht unsere Bestände und - wie jetzt in Bochum gesehen - die Ausübung unseres Sportes. Die jährliche Impfung ist mehr denn je, auch nach Einschätzung aller führenden Virologen, die sich mit dem Paramyxovirose-Virus beschäftigen, dringend erforderlich. Im Bereich der Jungtauben ist momentan Hochsaison und die Sportfreunde sind bemüht, ihre Tiere möglichst zeitig impfen zu lassen.

 

René Becker, prakt. Tierarzt


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