Besuchen Sie unseren Werbepartner
Anzeige
Benutzername:  Passwort:   Registrierung! Passwort vergessen?
 Statistik  Netiquette  Disclaimer  Impressum
 
 
Home
 
Magazin
Podcast
Meisterschaft
1. Konkurse
International
Auktion
One Loft Races
Kids Corner
Preislisten
Taubengesundheit
Wetter
Photo Gallery
Forum
Office Tools
Umfragen
Verirrte Tauben
Züchter
Tauben-Shop
 
Partner Sites
Der Internet-Taubenschlag hilft!
Der Internet-Taubenschlag hilft!
 
Home  Taubengesundheit  Offensiver Umgang mit Verdachtsfällen 

Offensiver Umgang mit Verdachtsfällen

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit Beginn des Monats Juli rückt die Vorbereitung der Jungtauben in den Mittelpunkt des Interesses. Besonders der Jungtaubenkrankheits-Komplex und seine Variationen machen den Züchtern in diesen Wochen zu schaffen. Bevor wir uns mit dieser Problematik beschäftigen, möchte ich zuvor noch einmal "das Thema" des vergangenen Monats aufgreifen.

Was vor vier Wochen eher aussah wie ein typisches Problem, wie wir es aus der Vergangenheit kennen, vielleicht mit einer wenig stärkeren Ausprägung, hat sich zu einem bundesweiten Problem mit teils erheblicher Auswirkung auf den Reisebetrieb ausgeweitet - die sog. "Jungtaubenkrankheit bei Alttauben". Gemeint ist eine Erkrankung, die mit den typischen Symptomen der Jungtaubenkrankheit (Erbrechen, schmierig grüner Kot , schlechtes Allgemeinbefinden, Verdauungsproblemen, etc.) einhergeht.

Wie bereits mehrfach beschrieben, ist die Genese noch weitgehend unbekannt. Tatsache ist in jedem Fall, dass bis weit in die Reisesaison der Alttauben hinein, eine erhebliche Häufung von Fällen auftrat. Dies ging soweit, dass es teilweise zu einer Reduzierung der Setzzahlen in verschiedenen Reisevereinigungen gekommen ist. Wir haben in dieser Zeit auch völlig verschiedene Verläufe erlebt.

Es gibt Schläge, bei denen sich die Erkrankung auf Einzelfälle beschränkte und bei entsprechender Behandlung zügig der normale Reisebetrieb - mit gleich bleibenden Erfolgen - fortgeführt werden konnte. Auf anderen Schlägen weitete sich die Erkrankung schnell aus und selbst nach einem Ausheilen der Symptome konnte die alte Leistungsfähigkeit nicht wieder erlangt werden. Schnelles Handeln ist in jeden Fall das Gebot der Stunde, denn es gibt eine starke Ansteckungstendenz der Tauben untereinander.

Ein wirksames Antibiotikum, Abwehrsteigerung mit alvimun-t und die Gabe eines Jungtierpulvers in Kombination mit adenosan über das Futter haben mehrheitlich und zügig Abhilfe geschaffen. Nach der Medikamentengabe haben wir empfohlen, Milchsäurebakterien (PT 12 ), Jungtierpulver und adenosan weiter über die ganze Saison jeweils zu Wochenanfang einzusetzen. Wer in diesem Jahr betroffen war, sollte die letztgenannten Maßnahmen für die kommende Saison 2011 mit in sein Versorgungsprogramm einplanen. Ein offensives Umgehen innerhalb der Reisevereinigungen ist dringend angezeigt. Desinfektionsmaßnahmen im Kabinenexpress sowie Trinkwasserdesinfektionen, um Ansteckungen zu minimieren, sind erstrebenswerte Maßnahmen.

Das eigentliche Problem sind die Züchter selbst, die ihren Krankheitsfall nicht unbedingt öffentlich machen wollen. So wird es schwer, sich ein Bild über den Erkrankungsgrad in den eigenen Reihen zu machen. Gibt es jedoch deutliche Hinweise durch das Nichtsetzen mehrere Züchter, sollten sich die Verantwortlichen entsprechende Gedanken machen. Aber auch die "forschende Fraktion" unter den Veterinären steht in der Verantwortung, nach Ursachen und geeigneten Gegenmaßnahmen zu suchen.

Die Jungtauben sollten sich jetzt schon sehr gut bewegen. Selbst auf den Schlägen, auf denen verdunkelt wird, ist die Verdunkelung seit ca. drei Wochen aufgehoben und der Nachwuchs sollte seine Flugunlust , wie sie teilweise bei verdunkelten Tauben typisch ist, abgelegt haben und ordentlich ziehen. Die ersten Vorflüge stehen bevor und das private Training sollte aufgenommen sein. Bevor man sich jedoch an private Trainingsflüge wagt, ist es selbstverständlich ratsam, die Jungtiere gesundheitlich durchchecken zu lassen.

Eine Kotprobenuntersuchung inkl. eines Chlamydientests sowie Abstriche aus Kropf und Kloake und bakteriologische Untersuchungen von Ausstrichen (speziell aus der Kloake) geben Aufschluss über den Gesundheitszustand. Speziell der Hexamiten- und der Colibefall spiegelt die Gesundheit im Darm wieder. Auch wenn Atemwegsinfektionen, an erster Stelle die Ornithose, eine entscheidende Rolle spielen, gibt die Gesundheit im Darm ein beredtes Bild über die Verfassung der Jungtauben. Nur wenn diese absolut stabil ist, sind die Tauben zu entsprechenden Leistungen während der Jungtierreise in der Lage.

Daher ist im Vorfeld eine Behandlung gegen die parasitären Erreger (vorrangig Hexamiten) erforderlich. Leider kann der alleinige Einsatz von Ronidazol das Darmmilieu derart durcheinander bringen, dass es zum Ausbruch der Jungtaubenkrankheit kommt und der Einsatz eines Antibiotikums unerlässlich ist. Um dies zu verhindern, ist die Gabe von darmstabilisierenden Zusatzpräparaten anzuraten. Wir verwenden ein Jungtaubenpulver auf der Basis von Colostrum und adenosan. Zusätzlich arbeiten wir mit alvimun-t, um das Abwehrsystem zu stabilisieren.

Seit diesem Jahr haben wir im Bereich der Vorsorge auf Rop-adeno gesetzt, ohne unsere bewährten Präparate zu vernachlässigen. Dazu gehört weiterhin unser Enterosan, das Ansäuern des Wassers mit Vior und der regelmäßige Einsatz von Jod. Wir sehen den Einsatz von Rop-adeno im Bereich der Trinkwasseraufbereitung, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Dies ist ein wichtiges Einsatzgebiet, wenn die ersten Korbaufenthalte anstehen. Kommt es dennoch zu einem Ausbruch, ist eine Behandlung nach Resistentest unerlässlich, wobei sich der Trend mit der schwieriger werdenden Resistenzlage fortsetzt.

Ein weiteres Problem scheint sich durch das nicht zur Verfügung stehen des Pockenimpfstoffes anzubahnen. In unserer Praxis, aber auch bei den Tauben behandelnden Kollegen, sind bereits mehrere Fälle von Pocken aufgetreten. Weiterhin gab es im Norden der Republik einige Reisevereinigungen, die mit starken Ausbrüchen während der Alttierreise konfrontiert waren. Wichtig ist stets, dass die betroffenen Bestände ausreichend lange pausieren, um andere Bestände nicht zu gefährden.

Zur Vorbeugung eignet sich nach wie vor in erster Linie Jod. Die regelmäßige Gabe im Bestand hilft, die Ansteckung zu unterbinden. Auch in betroffenen Beständen ist die Gabe von Jod, die einzige Maßnahme, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden und betroffene Tiere zum Ausheilen zu bringen. Vitaminpräparate mit hohem Gehalt des Schleimhautschutzvitamins A helfen ebenfalls.

Nach momentanem Kenntnisstand wird der Pockenimpfstoff Colombovac PMV/POX voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr wieder erhältlich sein. Bis dahin gilt zu hoffen, von dramatischen Ausbrüchen während der Jungtierreise verschont zu bleiben. Leider gibt es eine Vielzahl von Züchtern, die sich trotz zweifelhafter Wirksamkeit mit einem Pinselimpfstoff aus Osteuropa versorgen und diesen einsetzen, obwohl Impfstoffe aus dem Ausland aufgrund der rechtlichen Situation keine Option sind!

René Becker, prakt. Tierarzt


[Home]  [Magazin]  [Podcast]  [Meisterschaft]  [1. Konkurse]  [International]  [Auktion]  [One Loft Races]  [Kids Corner]  [Preislisten]  [Taubengesundheit]  [Wetter]  [Photo Gallery]  [Forum]  [Office Tools]  [Umfragen]  [Verirrte Tauben]  [Züchter]  [Tauben-Shop]  [Brieftaubenzüchter helfen]  [Bannerwerbung]  [Adressen-CD]  [Newsletter]  [Statistik]  [Netiquette]  [Disclaimer]  [Impressum