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Home  Taubengesundheit  Kein Pockenimpfstoff auf dem Markt 

Kein Pockenimpfstoff auf dem Markt

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Die Saison 2010 neigt sich nun endgültig dem Ende zu. Lediglich einige One Loft Races und freie Wettflüge für Jungtauben stehen noch auf dem Programm. Alles in allem war es ein denkbar schwieriges Reisejahr, welches nicht zuletzt durch die unkalkulierbaren Witterungsbedingungen gekennzeichnet war. Herrschte zu Beginn der Saison extrem kaltes Wetter, folgten später große Hitze und unbeständiges Gewitterwetter. Diese führte immer wieder zu Problemen beim Auflass, machte das Verlegen von Flügen notwendig und beschwerte letztlich zahlreiche schwierige Flugverläufe.

Große Umsicht und das Einholen möglichst vieler Informationen von Seiten der Flugleiter waren die Grundlage, um sportlich richtige Entscheidungen zu fällen, häufig bereits in der zweiten Wochenhälfte, bevor die Tauben in den Korb kamen. Dass dies nicht jedem gelang, zeigten die ausschweifenden Diskussionen, ausgelöst durch den Artikel eines Tierarzt-Kollegen in der Verbandszeitschrift "Die Brieftaube". Betrachtet man die Flugverläufe zu Beginn der Jungtierreise, wird deutlich, dass sich der Trend der Alttaubensaison nahtlos fortsetzte.

Die Folgen für die Jungtauben waren gleichwohl weitaus dramatischer, da sie meist mit großen Verlusten einhergingen. Große Belastung durch das Einkorben selbst, lange Korbaufenthalte und mangelnde Fitness führten zu immer wieder neuen Ausbruchswellen der Jungtierkrankheit, wie wir sie in den Vorjahren eigentlich selten erlebt haben. Eine Besserung der Gesamtsituation zeichnet sich also nicht ab; neue Ansätze in der Therapie hielten nicht immer, was sie versprachen. Die Untersuchung der Tiere, die anschließende Behandlung gemäß den Ergebnissen sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, falls nicht die gewünschte Genesung eintrat, waren der beste und schnellste Weg zum Erfolg. Die Eigentherapie der Züchter aufgrund ihrer Erfahrungen der Vorjahre zeigt mit steigender Tendenz immer weniger Erfolge. Die schlechter werdende Resistenzlage der beteiligten Keime, vor der wir seit vielen Jahren warnen, hat mittlerweile die Alttierbestände erreicht und zu vergleichbaren Problemen geführt.

Es ist für die Zukunft dringend erforderlich, den Tauben im Krankheitsfall, der ohne Medikamentengabe nicht zu beherrschen ist, mit allein wirksamen Substanzen zu behandeln und die Finger zu lassen von illegalen Medikamenten-Mixen, die bis zu fünf verschiedene Wirkstoffe enthalten. Gemeint sind nicht Zugaben von Vitaminen und therapieunterstützenden Maßnahmen, wie die Gabe von "alvimun-t" oder "adenosan", sondern antibiotische Substanzen, die in vielen Fällen nach dem "Schrotflintensystem" eingesetzt werden. Letztlich wirkt bei diesen Mitteln nur ein Wirkstoff. Die anderen werden umsonst verabreicht, erzeugen gfs. Resistenzen und versperren somit den Weg für künftige Behandlungen.

Nachdem die Saison überstanden ist, bleibt besonders den Züchtern mit einem weniger zufriedenstellenden Jahr dringend anzuraten, kurzfristig zu klären, ob medizinische Gründe für den schlechten Verlauf auf dem eigenen Schlag mit verantwortlich sind. Leider wird nach Abschluss der Reise schnell vergessen, wo die Probleme lagen und die Tauben sehen häufig unter den nachlassenden Belastungen wieder so gut aus, dass keine gesundheitlichen Defizite ausmachen sind. Gerade jetzt wird es Zeit, derlei Dingen auf den Grund zu gehen und gfs. Maßnahmen zur Gesundung des Bestandes zu ergreifen, um die Probleme nicht mit ins nächste Jahr zu nehmen und die erfolgreiche Mauser der Tiere zu gefährden.

In den vergangenen Monaten haben wir schon auf die Problematik bei der Verfügbarkeit von Pockenimpfstoff in Deutschland hingewiesen. Obwohl es kurzfristig so aussah, dass für Notfälle (d.h. Bestände mit Ausbrüchen) Impfstoff zur Verfügung stehen sollte, hat sich diese Aussicht zerschlagen. Fakt ist, dass in Deutschland weiterhin bis voraussichtlich Ende des Jahres kein Impfstoff gegen Pocken zur Verfügung stehen wird. Allerdings haben sich in der vergangene Wochen die Meldungen an Pockenausbrüchen gehäuft, so dass in der Mauser mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen ist. Gerade der Gefiederwechsel bietet dem Virus optimale Voraussetzungen zum Eindringen in die Haut, so dass in dieser Zeit von einer besonderen Gefährdung der Bestände auszugehen ist.

Wie schon beschrieben, schützt die regelmäßige Jodgabe vor einer Übertragung, so dass diese unbedingt und gerade in der Mauserzeit anzuraten ist. Da es ohnehin zu unseren Grundsatzempfehlungen für die Mauser gehört , regelmäßig Jod einzusetzen, stellt die Gabe keine zusätzliche Belastung für den Züchter dar. Hinzu sollten regelmäßig Vitaminpräparate mit dem als Schleimhautschutzvitamin geltendem Vitamin A und das abwehrsteigernde "alvimun-t" verabreicht werden. Eine andere Art der Vorbeuge gibt es momentan nicht.

René Becker, prakt. Tierarzt


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