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Home  Taubengesundheit  Winterzucht intensiv vorbereiten 

Winterzucht intensiv vorbereiten

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Bereits im Dezember beginnt auf vielen Schlägen die neue Zuchtsaison. Wer im kommenden Jahr mit seinen Jungtauben vorn mitspielen will, setzt um diese Zeit seine Zuchtpaare zusammen - oder hat dies inzwischen getan. In dieser Jahreszeit anzupaaren, fordert stets eine gute Vorbereitung, die in jedem Fall drei Wochen vor dem eigentlichen Anpaarungstermin beginnen muss. Eine gesundheitliche Kontrolle sollte eine Selbstverständlichkeit sein und im besten Fall schützt man seine wertvollen Zuchttiere durch eine Impfung gegen Salmonellen.

Die Vorbereitung gilt in erster Linie der Intensivierung der Wirkstoffversorgung. Ein reichhaltiges Mineralienangebot in Form unterschiedlicher Mischungen sollte stets ausreichend zur Verfügung stehen und eine Gabe der fettlöslichen Vitamine A, D 3 und E in ausreichender Menge mehrmals wöchentlich erfolgen.

Auch die Eiweißversorgung muss verstärkt werden. Insbesondere ältere Vögel profitieren von erhöhten Gaben tierischen Eiweißes. Wir verwenden dazu das bekannte Jungtierpulver. Zur Vitaminversorgung verwenden wir alfavitamin, ein Multivitaminkonzentrat, das neben fettlöslichen Vitaminen auch die für viele Stoffwechselvorgänge wichtigen Vitamine des B-Komplexes enthält.

Um gerade bei den Weibchen ein ausgewogenes Calcium- /Phosphor- Verhältnis zu garantieren, verabreichen wir in der Vorbereitungszeit mehrmals wöchentlich den Mineraldrink "C-Phos". Die regelmäßige Gabe garantiert eine gute Eischalenqualität.

Zur allgemeinen Ankurbelung des Stoffwechsels geben wir zusätzlich ein Jodpräparat und flüssige Hefe in Verbindung mit unserem Compakt Eins. Eine Umstellung des Futters ist meist nicht mehr erforderlich, da die Mauserperiode in der Regel gerade erst abgeschlossen ist. Das Futter sollte den bevorstehenden Aufgaben angepasst werden.

Auch die beste Wirkstoffversorgung kann keinen reibungslosen Ablauf von Anpaarung und Eiablage garantieren, wenn den Tauben nicht zuvor vermehrt Licht gegeben wird. Die kurzen Tage beeinflussen den Hormonhaushalt der Tiere entscheidend. Die Zeit bis zum Legen dürfte länger als erwünscht und die Befruchtungsrate schlechter sein, als wenn der Tag in den letzten drei Wochen vor dem Anpaaren auf rd. 12 Stunden verlängert wird. Besonders die Spermienproduktion wird durch diese Maßnahme gefördert. Wir ziehen es vor, den Tag morgens über eine Zeitschaltuhr eher beginnen und abends natürlich enden zu lassen.

Sollten Sie Nisteinlagen verwenden, vergewissern Sie sich nach Herkunft und Schadstofffreiheit. Auch in diesem Jahr gab es im Frühjahr wieder mehrere Fälle von hoher Nestlingssterblichkeit in den ersten Tagen nach dem Schlupf.
Nach Ausschluss möglicher Ursachen und dem Austausch der Nesteinlagen konnten diese mehrfach und eindeutig als Verursacher ermittelt werden. Die günstigste Variante muss daher nicht immer die beste sein. Wir verwenden sehr gern Tabakstengel und Erbsenstroh als Nistmaterial.

Sobald die Tiere auf dem Gelege sitzen, empfehlen wir als obligatorische Medikamentengabe eine Behandlung gegen Trichomonaden. Vor einer langen Zuchtsaison, der nicht möglichen Kontrolle aller Tiere und angesichts der Bedeutung des Erregers hat sich diese Maßnahme als notwendig erwiesen.

Im Zuge der Pockeninfektionen im vergangenen Herbst ist die Gabe von Jod erneut ins Zentrum des Interesses gerückt. Immer wieder tauchen Fragen auf, was die Effekte der Jodgabe sind und in welcher Form Jod zu verabreichen ist. bzw. wie stark es eigentlich konzentriert sein muß, um seine Wirksamkeit zu entfalten.

Zunächst gibt es mehrere positive Effekte, die eine Jodgabe hat. Zuerst ist die stoffwechselsteigernde Wirkung zu nennen. Jod ist wichtigster Bestandteil des Schilddrüsenhormons Thyroxin, das für entscheidende Stoffwechselvorgänge verantwortlich ist, die sich vor allem in der Aktivität des Körpers ausdrücken. Gesteigerte Aktivität des Körpers, wie sie im Sport benötigt wird, ist also stets abhängig von ausreichendem Vorhandensein von verwertbarem Jod. Sichtbar wird seine Wirkung nach der Gabe in einer deutlich verstärkten Daunenmauser.

Zudem besitzt Jod eine stark desinfizierende Wirkung. Dies ist seinen oxydativen Fähigkeiten zuzuschreiben. Es erfüllt damit wertvolle Aufgaben bei der Tränkenhygiene und Desinfektion im Rachen- und Kropfbereich.
Insbesondere bei der Pockeninfektion, die aufgrund des Mangels an Impfstoff aktueller denn je ist, kann Jod durch seine desinfizierende Wirkung auf den Pockenerreger die Ausbreitung im Bestand verhindern. Folglich ist die Gabe eines wirksamen Jodpräparates derzeit die einzige Möglichkeit in Deutschland, eine sinnvolle Prophylaxe gegen die Infektion mit Taubenpocken durchführen.

Die desinfizierende Wirkung beschränkt sich neben den Pockenviren auch noch auf weitere Mikroorganismen. Besonders Hefepilze können Jod nicht besonders gut vertragen und werden bei regelmäßiger Gabe gering gehalten. Hefepilze kommen überall vor, auch auf den Schleimhäuten und im Verdauungstrakt.
Krankheitsanzeichen gibt es allerdings nur bei übermäßiger Vermehrung, wie sie bei stark geschwächten und/oder lange mit Antibiotika behandelten Tauben vorkommt.

Man weiß schon seit einigen Jahren, dass die Hefepilze einer der wichtigsten Sekundärerreger bei der Jungtaubenkrankheit sind. Kommt es zu einer äußerst starken Vermehrung, ist die Gabe eines Antimikotikums erforderlich. Nach Antibiosen zur Behandlung von Krankheiten und generell zur Prophylaxe, auch um den Ausbruch der Jungtaubenkrankheit zu verhindern, ist die Gabe von Jod unentbehrlich. Dies zeigt, dass ein wirksames Jodpräparat auf keinem Schlag fehlen darf und es zu Recht seinen Platz im Brieftaubensport gefunden hat.

Wichtig für die Wirksamkeit in den oben beschriebenen Bereichen, ist jedoch die Form des Jods. Lediglich in seiner freien Form, als elementares Jod, kann es seine optimale Wirksamkeit entfalten. Elementares Jod ist jedoch in Ergänzungsfuttermitteln nicht mehr zugelassen, so dass wir es nur noch in freiverkäuflichen Medikamenten (z. B. Blitzform) finden. Daher ist bei der Anwendung stets auf die Zusammensetzung zu achten.

René Becker, prakt. Tierarzt


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