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Home  Taubengesundheit  Frühzeitig an den Saisonbeginn denken 

Frühzeitig an den Saisonbeginn denken

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Im Februar ist der Zeitpunkt gekommen, die Gesundheitsvorsorge für die Reise im Detail anzugehen. Wer unseren Empfehlungen gefolgt ist, hat die Tiere schon im Winter kontrollieren lassen, um erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen des Bestandes auszuschließen. Die Zeit für die ganz großen Bestandsbehandlungen, die alle Tiere erfasst, ist jetzt ohnehin vorbei, da in den meisten Fällen zumindest die Zuchttauben angepaart sind.

Wir empfehlen, sich zu diesem Zeitpunkt Gedanken über einen Untersuchungstermin für die von uns sog. „Generaluntersuchung zum Frühjahr“ zu machen, auf dessen Basis wir die Behandlungsempfehlungen für die Vorbereitungszeit und für die Reise selbst erstellen. Es darf nicht vergessen werden, dass bis zum Saisonbeginn noch einige Wochen ins Land gehen. Dennoch ist eine längerfristige Planung vor dem Hintergrund der Frühjahrplanung, wie das Züchten von Jungen und die Dauer bis die Untersuchung durchgeführt wurde und abgeschlossen ist, anzuraten.

Wir handhaben es entsprechend, dass wir den Sportfreunden raten, einen Termin zu vereinbaren, um Zeit für die Untersuchung und Beratung zu haben. Ab Mitte Februar ist der Zeitpunkt nahe genug an der Reise, um die Ergebnisse für die Empfehlungen nutzen zu können. Der ideale Zeitpunkt liegt ungefähr in der Zeit von Anfang bis Mitte März, je nachdem, wie die jeweiligen Planungen aussehen.

Für diese Untersuchung empfehlen wir, ca. zehn Prozent der Reisemannschaft mit zur Untersuchung zu bringen, immer jedoch mind. zwei bis drei Tauben. Je mehr Tauben untersucht werden, umso größer ist die Aussagekraft und die Chance, eine eventuell vorhandene Infektion sicher aufzudecken. Neben den Tauben sollte eine Kotprobe mit untersucht werden. Diese Kotprobe sollte zumindest eine Sammelkotprobe des Bestandes sein und über drei Tage gesammelt werden. Bei der Untersuchung wird zunächst der Kot parasitologisch - zeitgleich zur Untersuchung der Tauben - kontrolliert, um direkt eine Aussage über einen eventuellen Kokzidien- oder Wurmbefall machen zu können.

Im Weiteren wird die Kotprobe auf Salmonellen und Chlamydien untersucht. Gerade die Untersuchung auf Chlamydien, als einen der wichtigen Atemwegserreger, ist von großer Wichtigkeit, da diese häufig unterschwellig im Bestand vorhanden oder in der Reise zum Ausbruch kommen können und in der Folge die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Ist ein Chlamydientest im Frühjahr positiv, bedeutet dies immer, dass eine Behandlung erforderlich ist.

Die Untersuchung der Tauben beginnt stets mit der Handbeurteilung. Ernährungszustand, Gefiederqualität, Ektoparasitenbefall, Zustand der Kehle sind wichtige Eckpunkte einer Erstbeurteilung. Anschließend folgen die Entnahme von Kropf- und Kloakenabstrichen sowie die Beurteilung derselben. Das mikroskopische Bild wird dabei auf einen Bildschirm übertragen, so dass gemeinsam mit dem Züchter der Zustand der Schleimhäute und ein evtl. Trichomonadenbefall beurteilt werden kann. Neben dem Grad des Trichomonadenbefall ist der Zustand der Schleimhautzellen ein extrem wichtiger Beurteilungspunkt im Abstrich. Am Zustand der Schleimhautzellen und am Bakterienbefall derselben können sehr gut Infektionen im Rachenbereich beurteilt werden. Diese geben Hinweise auf den Gesamtzustand der Tauben.

Denn häufig setzen sich bakterielle Überbesiedlungen im Rachenbereich fort bis in den Kropf und Darm. Nicht selten sind an diesen übermäßigen bakteriellen Besiedlungen physiologische Schleimhautbakterien beteiligt, d.h. Keime, die stets auf den Schleimhäuten vorkommen, aber fakultativ pathogen sind – sprich: Vermehren sich diese übermäßig, verursachen sie eine leistungsmindernde Infektion. Gerade nach den langen Monaten des Festhaltens in Schlägen mit häufig hoher Staubbelastung finden wir behandlungswürdigen Besiedlungen.

Da allein das mikroskopische Bild nicht reicht, um die Keime zu identifizieren, werden bakteriologische Ausstriche genommen und die Keime angezüchtet. Nach entsprechender Bebrütungszeit wissen wir, welche Keime und in welchem Umfang dort wachsen. Es wird dann ein Resistenztest angefertigt, um beurteilen zu können, mit welchem Medikament die Bakterien am besten zu bekämpfen sind. Im Kabinenexpress gibt es natürlich eine Vielzahl neuer Infektionsmöglichkeiten, aber dennoch sind die Untersuchungen aus dem Frühjahr zu dem Zeitpunkt , wenn schnell gehandelt werden muß, in der Saison durchaus übertragbar und man kann sich an diesen orientieren.

Daher wird auf Basis der Ergebnisse der Frühjahrsuntersuchung unsere individuelle Empfehlung erstellt. Diese wird zusammen mit den generellen Empfehlungen für den Medikamenteneinsatz während der Reise in einem Behandlungsplan zusammengefasst.

Zum Abschluss jeder Untersuchung erfolgt die endoskopische Betrachtung der Nase einzelner Tauben. Häufig werden nach Phasen des Festhaltens erhebliche Staubablagerungen festgestellt, die mit übermäßiger Sekretion die Nase regelrecht verstopfen lassen. In Sinne einer mechanischen Säuberung - dem Nasenputzen vergleichbar - setzen wir, u. U. mit einer medikamentösen Behandlung, Nasentropfen ein, um dieses Staub-/Schleimgemisch zu entfernen. Auch hier gibt es starke Unterschiede zwischen den Beständen, abhängig von bestehenden Infektionen und den Haltungsbedingungen. Sind die Tiere im Winter z.B. weitgehend frei von Trichomonaden und haben die ganze Zeit täglichen Zugang zu einer Voliere, wird das Ergebnis der endoskopischen Untersuchung deutlich besser ausfallen, als wenn dies nicht der Fall ist.

Nach dem Ende aller Untersuchungen wird im individuellen Gespräch ein Behandlungsplan erstellt, der neben den notwendigen Kuren vor der Reise auch Empfehlungen für die Reise enthält. Die einzige in unseren Augen obligatorische Behandlung im Vorfeld der Reise, die wir jedem Züchter empfehlen, ist die Behandlung gegen Trichomonaden. Diese sind in nahezu jedem Bestand vorhanden und bekanntermaßen Wegbereiter für eine ganze Reihe weiterer Infektionen. Daher ist zumindest im Frühjahr eine ausgiebige, lange genug dauernde Kur mit einem wirksamen Präparat wichtig. Wir verwenden in der Reise nach dem Flügen Chevicol - Kapseln oder -Pulver über das Wasser. Vor der Reise, vor allen Dingen bei noch recht niedrigen Temperaturen und somit geringerer Wasseraufnahme, verwenden wir Ridzol. Wir raten dabei zu einer Gabe über das Futter. Das Futter feuchten wir zuvor an und geben über die Dauer von einer Woche, einmal täglich die entsprechende Dosis für die Anzahl an Tauben.
 

René Becker, prakt. Tierarzt


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