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Jungtaubenkrankheit

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Die vergangenen Wochen standen ganz im Zeichen der Jungtaubenkrankheit, sowohl bei den Alttauben, als auch bei den Jungtauben. Bereits zu Beginn der Alttierreise, Anfang Mai wurden wir mit eine starken Welle an Ausbrüchen der Jungtaubenkrankheitssymptomatik bei den Alttauben konfrontiert. Die Symptome gleichen denen bei den Jungtauben. Erbrechen, schmierig grüner, dünner Kot, schlechtes Allgemeinbefinden prägen das Krankheitsbild. Überwiegend sind jährige Tauben betroffen und meist sind es Vögel. Der Verlauf der Krankheit ist häufig sehr unterschiedlich. Es gibt Fälle mit nur kurzzeitigen Symptomen und Spontanheilung von einem auf den anderen Tag. In anderen Fällen greift die Infektion schnell um sich und erfasst große Teile der Reisemannschaft. Erstaunlich war bei den Ausbrüchen im Mai, dass praktisch zeitgleich Meldungen aus nahezu allen Teilen Deutschlands bei uns eintrafen. Dies legt den Verdacht nahe, dass Infektionen wie das Circovirus bei der klassischen Jungtaubenkrankheit, die nahezu alle Bestände in Deutschland erfasst haben, als Wegbereiter eine Rolle spielen. Die zeitgleichen Ausbrüche müssen wiederum mit überregionalen äußeren Faktoren, wie die Großwetterlage, in Verbindung mit der Belastung durch nicht ganz einfach verlaufenden Wettflüge, zusammenhängen. Bei der Untersuchung finden wir neben einigen klassischen Erregern wie Trichomonaden und Kokzidien in erster Linie Coli Bakterien, die letztendlich für die Symptomatik verantwortlich sind. Daher erfolgt die meist sehr schnell erfolgreiche Therapie auch mit Antibiotika, die im Bereich der gramnegativen Bakterien ihr Hauptwirkungsspektrum haben. Zusammen mit dem Antibiotikum verabreichen wir zur Abwehrsteigerung alvimun - t . Über das Futter verabreichen wir parallel zur Stabilisierung des Darmes und Unterstützung der Therapie Jungtierpulver, adenosan und PT12. Diese Kombination empfehlen wir den betroffenen Schlägen im Rahmen der Vorsorge auch in den weiteren Wochen der Saison zu Wochenbeginn zu zwei Mahlzeiten zu verabreichen. Da es Schläge gibt, die schon seit mehreren Jahren mit diesem Problem konfrontiert werden, empfehlen wir allen einmal betroffenen auf die beschriebene Art und Weise Vorsorge zu betrieben. In den meisten Fällen bleiben diese Schläge dann von weiteren Ausbrüchen verschont. Die medikamentöse Behandlung erfolgt zwischen den Flügen über mindestens drei Tage. Sollte nach diese Zeit den Symptomatik zügig verschwinden und die Tauben zeigen ein gutes Trainings und Allgemeinverhalten, können die Tauben in der Regel gesetzt werden. Trotzdem sollte die Behandlung in der kommenden Woche wiederholt werden. Da es eine starke Ansteckungstendenz gibt, muss der Entscheidung die Tauben zu setzen, sorgsam umgegangen werden. Sind die Tiere nicht einwandfrei sollte aus Rücksicht auf die Züchterkollegen die Reise zunächst eingestellt werden. Große Bedeutung hat auch die Hygiene im Kabinenexpress. Der Kabinenexpress sollte wöchentlich mit einem wirksamen Desinfektionsmittel desinfiziert werden, ohne dabei negative Auswirkungen auf die Tauben zu haben. Das von uns verwendete und empfohlene quartäre Ammoniumsalz, hat sich in diesem Bereich bewährt. Weiterhin sollte eine Desinfektion des Trinkwassers erfolgen. Dabei muss Rücksicht auf die einwandfreie Wasseraufnahme der Tauben genommen werden. Die Hygiene im Kabinenexpress gilt selbstverständlich gleichermaßen für die Jungtauben wie für die Alttauben. Was die tatsächlichen Ursachen dieser Erkrankung angeht, besteht noch Forschungsbedarf. An dieser Stelle sind nun die Forschungseinrichtungen gefragt, die die Erreger identifizieren und die Zusammenhänge des wellenförmigen Verlaufes klären. Neue Erkenntnisse in diesem Bereich erleichtern in Folge dessen auch die Therapie.

Bei den Jungtauben nimmt die Anzahl an Ausbrüchen der Jungtaubenkrankheit nun langsam zu. Das Wetter wird wärmer, die Tauben fliegen in der Regel schon ganz gut, teilweise fangen die Leute schon an ihre Tiere zu trainieren, denn in manchen RV'en beginnen nun bald angebotene Trainingsflüge und CFB Flüge. Dies alles fördert den Ausbruch einer Erkrankung. Ein Patentrezept zur Vorbeugung eines Ausbruches gibt es nach wie vor nicht, aber wie bisher gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Ihnen helfen können, von einen Ausbruch zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Jungtauben schon gegen Paramyxovirose geimpft sein. Nach wie vor gilt ein früher Impfzeitpunkt als positiv im Hinblick auf einen Ausbruch. Dann sollte zu diesem Zeitpunkt eine Untersuchung der Jungtauben stattfinden, um evtl. vorhandene parasitäre Infektionen, wie z. B. die extrem gefährlichen Hexamiten zu erkennen und zu behandeln. Nur wenn diese Wegbereiter die Tauben nicht mehr belasten, können auch alternative, nicht medikamentöse Heilmethoden, wie z. B. Jungtaubenpulver auf Immunglobulinbasis, diätetische Maßnahmen, die Gabe von z.B. adenosan oder die Verabreichung von Möhrensuppe, erfolgreich sein. Im Weiteren können zusätzliche Impfungen das Immunsystem der Tauben stimulieren. Dazu gehört die Impfung gegen Salmonellen und die Impfung gegen Pocken. Die Salmonellenimpfung ist ohnehin ein wichtiges Vorsorgeinstrument, da in vielen Fällen der Jungtaubenkrankheit in Wahrheit eine Salmonellose dahintersteckt. Das die Pockenimpfung neben dem immunsteigernden Effekt aufgrund ihrer eigentlichen Wirkung von großer Bedeutung ist, haben die vergangenen zwei Jahre gezeigt. Es ist daher auch in diesem Jahr mit erneuten Ausbrüchen von Pocken zu rechnen. Die Untersuchung der Tauben liefert auch in der Regel schon erste Hinweise auf die Möglichkeiten einer Behandlung in Falle eines ernsthaften Ausbruches der Jungtaubenkrankheit. Die bewährten Maßnahmen im Bereich der Vorsorge sollten auch weiterhin Anwendung finden, wobei wir mittlerweile vermehrt auf den Einsatz von Milchsäurebakterien setzen. Aber auch die regelmäßige Gabe von Jod sollte nicht unterschätzt werden. Der unterdrückende Effekt auf die Hefepilze scheint ein wichtiger Faktor im Bereich der Vorsorge eines Ausbruches zu sein. Sollten alle Maßnahmen zu Vorsorge nicht greifen und ein nicht mehr kontrollierbarer Ausbruch ihren Bestand treffen, empfiehlt es sich schnellstens eine Untersuchung durch zu führen und gemäß des Resistenztestes die beteiligten Keime zu behandeln. In der überwiegenden Zahl der Fälle, können wir immer noch auf diese Art und Weise schnell eine Heilung herbeiführen.
 

René Becker, prakt. Tierarzt


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