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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 1)  Klinische Untersuchung und Labordiagnostik  Gründliche Untersuchung 

Klinische Untersuchung und Labordiagnostik bei Brieftauben unter Berücksichtigung der Wettflugvorbereitung


Tiberius Mohr

Wie sieht aber eine gründliche Untersuchung aus?

Wir werden diese Frage nun für die Leser des Internet-Züchterforums beantworten.

Es ist uns durchaus bewußt, daß gute Taubentierärzte nicht gerade dicht gesät sind, aber was sind heutzutage schon 200 bis 300 km? Man muß ja nicht gerade täglich hin! In diesem Radius findet sicher jeder Taubenzüchter einen Tierarzt, der sich auf Tauben spezialisiert hat und auch über die entsprechende Ausstattung verfügt.

In unserer Patientenkartei haben wir Züchter aus Italien (1.200 km), Österreich (800 km) Frankreich, Holland, Belgien. Nein, die 200 bis 300 km sind nicht zu weit, die meisten Züchter sind nur zu fest davon überzeugt, daß ihren Tauben nichts fehlt.

Es ist schon merkwürdig, daß man einerseits bereit ist, auf Taubenmessen mehrere hundert (bzw. tausend) Mark für "Unsinnigkeiten" und auf Taubenauktionen mehrere zehntausend Mark für vermeintlich gute Tauben auszugeben und andererseits die 50 bis 100 DM Fahrtkosten scheut. Warum werden diese Mittel gekauft, wenn den Tauben nichts fehlt? Unterschwellig ist zwar der "richtige" Gedanke da, man lässt ihn aber nur ungern an die Oberfläche.


Untersuchung auf Chalmydien im
Immunfluoreszenzverfahren
(Antigennachweis)

An den Fahrtkosten kann es wirklich nicht liegen; Ein Züchter berichtete mir anläßlich der Untersuchung seiner Tauben, daß er allein im Jahr 1998 über 100.000 DM bei einem bekannten Züchter im Ausland für "gute Tauben" ausgegeben habe. Es mag wohl sein, daß die Tauben dieses Geld Wert waren - das muß jeder für sich entscheiden und mit seinen finanziellen Möglichkeiten (und mit der Ehefrau) abstimmen. Sind diese Tauben aber dann nicht das Geld Wert, das man ausgibt um sie und ihre Nachzucht gesund zu halten und ihnen dadurch eine Chance auf den Sieg zu geben?

Es werden Jahr für Jahr gute und sehr gute Tauben geschlachtet, weil sie auf Wettflügen versagt haben. Man verschwendet keinen Gedanken daran, daß diese Tauben vielleicht aufgrund einer latenten Infektion - beispielsweise eines Chlamydienbefalls - einfach nicht schneller fliegen konnten.

Und wenn die Chinesen gerade keine unterirdischen Atombomben gezündet haben und das Wetter auch nicht "mitspielt", dann liegt der Schlag ungünstig in der RV. Entweder liegt der Schlag vorne - dann fliegen die Tauben (angeblich) darüber hinweg und kommen aus der falschen Richtung - oder zu weit hinten - dann wurde man beim Entfernungsausgleich "irgendwie" benachteiligt. Wenn der Schlag mitten in der RV liegt, dann sind die Schläge der Konkurrenten so nah beieinander, daß einem die Preise "weggedreht" werden. Ja, ich weiß, die Schläge, die zu weit Seitlich von der Fluglinie liegen, werden auch benachteiligt...

Man bedenke aber, daß es trotz Atomversuchen und schlechten Wetters immer auch einen 1. Konkurs-Sieger gibt, obwohl der Schlag nicht immer an der günstigsten Fluglinie liegt. Es gibt auch immer Mannschaften, die nach einem "schlechten Flug" eine Preisausbeute von 60-70% für sich verbuchen können. Nein, es liegt mit Sicherheit nicht an der günstigen RV-Lage! Kranke Tauben fliegen eben keine Preise, egal ob der Schlag vorne, hinten oder mitten in der RV liegt. Es liegt einfach daran, daß die Tauben der Konkurrenz gesundheitlich eben in der Lage gewesen sind, die Leistung zu erbringen, die man ihnen aufgetragen hat, die eigenen jedoch nicht. Ob die, die es nicht geschafft haben, "schlechter" sind als die Sieger, weiß ich (ohne sie untersucht zu haben) natürlich auch nicht - und der Züchter wird es auch nie erfahren, wenn er die Gesundheit und die Gesundheitsvorsorge vernachlässigt und seine latent infizierten Tauben gegen gesunde antreten lässt. Davon leben alle Zuchtstationen und alle Taubenverkäufer und das gewiß nicht schlecht - man ist ja ständig mit der "Güte" seiner Tauben unzufrieden und stets auf der Suche nach "besserem Zuchtmaterial".

Um sich vor Augen zu führen, was die "Großen" durch Jungtaubenverkäufe an der Tatsache verdienen, dass die Deutschen von der Gesundheit ihrer Tauben überzeugt und folglich immer auf der Suche nach "guten" Jungtauben sind, stellen wir folgende Rechnung auf:

Aus verlässlicher Insider-Quelle weiß ich, dass eine bekannte Zuchtstation aus dem benachbarten Ausland pro Jahr 20.000 Ringe aufzieht.

Gezüchtete Jungtauben:

20.000 (pro Jahr)

Aufgezogene Jungtauben:

19.400 (Verlußte im Nest ca. 3%)

Verkaufte Jungtauben:

19.000 (Eigenbedarf 400 Jungtauben)

Preis pro Jungtaube:

DM 300 (Durchschnittlich, mind. 250,-)

Einnahmen gesamt:

DM 5.700.000 (über 5 Millionen DM!)

Ausgaben Schlagpfleger:

DM 80.000 (für 2 Schlagpfleger pro Jahr)

Futterkosten:

DM 25.000 (eher weniger)

Tierarztkosten:

DM 25.000 (geschätzt)

Ausgaben gesamt:

DM 130.000

Gewinn pro Jahr:

DM 5.570.000

Sollten die Ausgaben nicht 130.000 DM betragen sondern 700.000 DM, was unwahrscheinlich erscheint, bleiben immer noch 5 Millionen DM Gewinn! Wenn wir alles Mögliche an Ausgaben hochrechnen und den Preis pro Jungtaube heruntersetzen, die Todesrate im Nest mit 10% ansetzen, bleiben immer noch einige Millionen übrig - das ist mehr als manche von uns in ihrem ganzen Leben verdienen werden. Wohlgemerkt, das ist der Gewinn einer Zuchtstation pro Jahr!

Von den Tauben eine Leistung abzuverlangen, ist einfach - man braucht sie nur irgendwohin zu bringen und aufzulassen. Ihnen jedoch zu ermöglichen, diese Leistung auch erbringen zu können, ist weitaus schwieriger. Ohne fachkundige medizinische Betreuung ist das bei der heutigen Konkurrenzlage einfach nicht mehr machbar.

Angenommen, der Züchter ist sich der Bedeutung einer guten medizinischen Versorgung der Mannschaft bewußt und stellt die Tauben einem "Hund-Katze-Pferd-Tierarzt" aus seiner näheren Umgebung zur Untersuchung vor:

Die meisten Tierärzte, die Tauben vorgestellt bekommen, vermitteln dem Züchter den Eindruck, daß sie das Richtige tun, einige Tierärzte sind sogar davon überzeugt, das Richtige zu tun, ohne jedoch auch nur eine Ahnung über die Gegebenheiten im Brieftaubensport zu haben.

Leider stimmt das Vorgehen des nicht auf Tauben spezialisierten Tierarztes in den seltensten Fällen. Der Züchter ist jedoch aufgrund mangelnder Informationen eben nicht in der Lage, dies zu beurteilen.

Nach Erscheinen unseres Buches "Medizinische Versorgung im Brieftaubensport" hat sich in dieser Hinsicht zum Glück einiges geändert. Immer weniger Züchter fallen auf Sprüche herein wie "Krankheitserreger gehören zu der Taube wie Läuse zum Garten".

Das behauptete neulich allen Ernstes ein Verkäufer von Zusatzprodukten in seinem "Fachartikel".

Obwohl der Artikel nicht gerade durch Fachwissen beeindruckt, spiegelt er ein wichtiges Problem des Brieftaubensportes wieder:

Das Problem des Brieftaubensports sind nicht die Tierärzte, die wenig von Tauben verstehen, sondern die, die trotzdem so tun als ob, und Futtermittelhändler, die aus wirtschaftlichen Überlegungen den Züchtern veterinärmedizinische Kompetenz vorgaukeln.

Kurz nach Erscheinen des o.g. Artikels schloß sich in einem Beitrag ein Tierarzt (!) dieser Ansicht des Futtermittelhändlers an.

Zitat:
"Die Jungtierkrankheiten, wenn sie schleichend verlaufen, gehören genauso zum Taubenleben wie Masern, Mumps und Röteln zum Kinderleben. Wir wissen, daß diese Krankheiten heftig verlaufen, aber nach einer Woche haben unsere Kinder eine lebenslange Immunität aufgebaut".

Kommentar:

Das mag bei Kindern stimmen, nur läßt sich das leider auf Jungtauben nicht übertragen.

Die wichtigsten Krankheitserreger bei Jungtauben hinterlassen keine Immunität!

Weder Hexamiten, noch Coli-Bakterien oder Chlamydien führen dazu, daß nach einer (schleichend verlaufenen) Infektion der Taubenkörper eine bleibende Immunität aufbaut - wohl aber zum Leistungseinbruch.

Was der Tierarzt mit dieser medizinisch unausgereiften Aussage bezwecken wollte, ist uns unklar. Vermutlich ist es geschäftsfördernd, sich regelmäßig ins Gespräch zu bringen, ganz egal ob die Aussagen zutreffend oder wie in diesem Fall fachlich unhaltbar sind; abgesehen davon lassen wir unsere Kinder auch nicht erkranken, nur damit sie immun werden, sondern impfen sie rechtzeitig (zumindest sollte man es...).

Gegen Hexamiten kann man nicht impfen, man kann aber mit geeigneten Präparaten (z.B. Schleimhautschutzpulver für Jungtauben) einer Erkrankung der Jungtiermannschaft vorbeugen. Warum sollten wir unsere Jungtauben leichtfertig Krankheiten aussetzen?

  • Eine Immunität bauen sie nicht auf,
  • die körperliche Entwicklung wird gehemmt und
  • die Jungtierreise ist gefährdet.

Blind herumkuren ist sicher auch nicht der richtige Weg - auch wenn er gelegentlich zum zeitlich befristeten Erfolg führt. Man hat heutzutage zum Glück die Möglichkeit, durch gezielte Untersuchungen herauszufinden, was man unternehmen muß, um mit einer gesunden Mannschaft an den Start zu gehen. Die Entwicklung auf dem Arzneimittelsektor und die Erkenntnisse der Vogelmedizin in den letzten Jahren ermöglichen durch einen gezielten Einsatz eine wirksame Vorsorge gegen Ansteckungen im Kabinenexpreß.

Wie das alles gemacht wird, wird im Rahmen dieser Artikelserie zwar stichpunktartig erläutert, wir möchten jedoch darauf hinweisen, daß das Lesen einer Veröffentlichung auf keinen Fall den Weg zu einem auf Tauben spezialisierten Tierarzt ersetzen kann. Es wird dringend davor gewarnt, sich durch die Informationen aus Veröffentlichungen - ganz egal von wem sie stammen - zum Selbstherumdoktern verleiten zu lassen.

Beginn einer Bestandsbetreuung

 
Allgemeine Bemerkungen
Bedeutung medizinischer Betreuung
Gründliche Untersuchung
Beginn einer Bestandsbetreuung
Strategisches Vorgehen
Wie wird was im Labor gemacht?
Worin besteht eine Untersuchung?
Die Kosten
Müssen Tauben getötet werden?
Zeitpunkt für eine Untersuchung

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