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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 1)  Jungtaubenkrankheit  Die 'Mooskrankheit' - was ist das? 

Jungtaubenkrankheit


Tiberius Mohr

Die "Mooskrankheit" ("Jungtierkrankheit", "GD-Syndrom") - was ist das?

Mit "Mooskrankheit" bezeichnen Züchter üblicherweise einen Symptomkomplex, der vorwiegend bei Jungtauben auftritt. Jährige erkranken selten, alte (Zucht)Tauben sind meistens nur Träger.

Tierärzte, denen die Züchtersprache nicht abgehoben genug erscheint, nennen diesen Symptomkomplex "GD-Syndrom" und bedienen sich immer dann dieses Begriffes, wenn sie die Krankheitsursache nicht eindeutig feststellen können oder auf den Züchter Eindruck machen wollen.

Als "Therapie" wird dann meistens ein "Jungtaubenpulver" verordnet, das aus einem Gemisch aus Antibiotika (meistens Ampicillin, Amoxicillin oder Chloramphenikol) und Antiparasitika (Ronidazol, Metronidazol oder Dimetridazol) besteht, in der Hoffnung, dass irgend eine Komponente wohl wirken wird - gegen was auch immer...

Sicher könnten die Tierärzte nach Abschluss der Untersuchung statt "die Taube ist an dem GD-Syndrom erkrankt" auch einfach sagen: "die Taube hat Durchfall" - aber das weiß der Züchter auch, schließlich ist er deswegen mit der Taube zum Tierarzt gefahren (außerdem klingt es dann nicht so wichtig).

Um dennoch kompetent zu erscheinen, versuchen manche Tierärzte, sich gegenüber dem Züchter unverständlich auszudrücken - Tierärzte, die kompetent sind brauchen sich nicht hinter dubiosen Bezeichnungen zu verstecken.

"GD" heißt nicht anderes als geschwollener Darm (also eine Darmentzündung, die sich mit Durchfall äußert). Irgend jemand hat sich diesen Begriff ausgedacht und der Züchterschaft durch die unkritische Presse als neue Krankheit präsentiert (was an sich schon ziemlich anmaßend ist, denn die Medizin verfügt über eine ausgereifte Terminologie) - und schon rennen besorgte Züchter scharenweise in die Praxis des Autors solcher Zeitungsbeiträge, in dem Irrglauben, dort säße die Kompetenz in Person. Die Praxiseinnahmen sind für die nächsten Monate gesichert und die Auflage der Zeitschrift, die solche "Neuigkeiten" verbreitet, ebenfalls. Eine gelungene Symbiose zwischen Taubenpresse und Tierarzt.

In 1 bis 2 Jahren, wenn das "GD-Syndrom" ausgedient hat, gibt es vielleicht ein RA-Syndrom (für rote Augen) oder ein WPF-Syndrom (für wenig Preise fliegen) - der Einfallsreichtum Mancher ist schier unerschöpflich.

In keinem Bereich der Medizin wird der Patientenbesitzer so offensichtlich für dumm verkauft und abgezockt wie in der Brieftauben-"Medizin".

Es gibt in der Veterinärmedizin kein GD-Syndrom! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier unter dem Deckmantel einer medizinischen Kompetenz das große Geschäft gemacht wird.

Ebenso laienhaft und wenig aussagefähig ist die Bezeichnung "Jungtierkrankheit". Üblicherweise wird in der Medizin eine Erkrankung nach ihrer Ursache benannt. Wenn die Ursache nicht bekannt ist oder mehrere Faktoren zu den krankhaften Veränderungen führen, wird die Krankheit nach ihrem Entdecker benannt.

Eine Jungtierkrankheit gibt es genauso wenig wie eine Alttaubenkrankheit oder eine Zuchttaubenkrankheit. Es gibt natürlich bestimmte Krankheiten, die vorwiegend Jungtauben befallen, es gibt aber keinen Grund, sie nicht beim Namen zu nennen und sie hinter einem zweifelhaften Sammelbegriff zu verstecken. Das stiftet bei Züchtern nur Verwirrung.

Ob Absicht dahinter steckt?
Der Brieftaubensport hat genug Probleme, man braucht keine zu erfinden. Tierärzte sollten lieber ihre Kompetenz (wenn sie sie denn besitzen) dafür einsetzen, die offensichtlichen medizinisch-hygienischen Mängel in der Wettflugorganisation zu beheben und die Züchter über tatsächlich vorhandene Krankheiten und leistungsmindernde Faktoren aufzuklären - wenn man sich schon dem Taubensport verbunden fühlt oder damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen versucht.

An dem Missstand sind aber Züchter nicht ganz unschuldig. Im Winter 1998 berichtete mir ein Züchter über seine Erfahrungen mit Tierärzten. Sinngemäß sagte er mir: "Ich war mit meinen kranken Jungtauben alle 2 Wochen bei meinem Tierarzt - immer nur Hexamiten, Hexamiten, Hexamiten. Dann bin ich zum Taubentierarzt "X" gefahren, 400 km bin ich gefahren. Und "X" hat es sofort festgestellt: meine Jungtauben hatten die Mooskrankheit".

Zum Verständnis:

Die Hexamiten (richtig Spironucleus columbae) sind die Hauptverursacher der so genannten "Mooskrankheit" bzw. "Jungtaubenkrankheit".


Kloakenabstrich - Untersuchung auf Hexamiten
(Erreger der "Jungtaubenkrankheit")

Dieser Tauben-Tierarzt "X" hat nichts anderes festgestellt als der Tierarzt vor ihm. Aber warum war der Züchter nun plötzlich zufrieden?

Tierarzt "X" hat seine Diagnose dem Züchter in einer anderen, ihm viel wichtiger erscheinenden "Verpackung" geliefert. Die Diagnose Hexamitenbefall klang schon zu banal. Endlich hatten die Tauben etwas Wichtiges, etwas, was der erste Tierarzt "nicht" herausgefunden hat. (Warum der erste Tierarzt nichts gegen Hexamiten unternommen hat ist uns nicht bekannt.)

Wenn man so denkt, wie dieser Züchter, braucht man sich nicht zu wundern, dass man auf Geschäftstüchtige trifft, die es verstehen, diese Erwartungshaltung der Züchter in Geld umzuwandeln. Damit meine ich nicht nur Tierärzte: die Hallen der Taubenmessen sind voll von "Wunderheilern", die Verkaufsstände sind voll gestopft mit "Wundermitteln", die gegen alles wirken, was es bei Tauben an Krankheiten gibt, (und nicht gibt!).

Es sticht regelrecht ins Auge, dass nach der Vorstellung einer "neuen Krankheit" in der Taubenpresse sofort auf Taubenmessen das "richtige Mittel" dagegen angeboten wird.

Die Mooskrankheit ist keine Krankheit im üblichen Sinne, sondern ein Sammelbegriff. Folglich wäre medizinisch die Bezeichnung "Moossyndrom" treffender. Noch genauer ist natürlich, die wirklich für die Symptome verantwortliche Krankheit bzw. den Krankheitserreger beim Namen zu nennen. Man muss sich nur die Mühe machen, eine ordentliche Diagnose zu stellen. Das dauert aber in der Regel länger und setzt den Einsatz entsprechender Laborgeräte voraus. Und die muss man eben haben...

Entsprechend den vielfältigen Ursachen dieser Symptome sind auch die Behandlungsansätze sehr unterschiedlich - abgesehen von den Allgemeinmaßnahmen, die zur Linderung der Symptome und Stabilisierung des Patienten durchgeführt werden.

Der Einfachheit halber werden wir hier ebenfalls die Bezeichnung "Mooskrankheit" verwenden, um den Leser nicht zu verwirren, denn bei Züchtern hat sich diese Bezeichnung mit den Jahren durchgesetzt. Eine als solche beschriebene Mooskrankheit gibt es in der Medizin aber nicht, wir benutzen diesen Namen nur, damit jeder weiß, was gemeint ist - um nicht unsererseits noch mehr zur allgemeinen Verwirrung beizutragen.

Krankheitsanzeichen

 
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