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Aufmerksamkeit schenken?

Tierarzt Peter Boskamp über die medizinische Vorsorge (Newsletter September 2012)

Tierarzt Peter Boskamp
Tierarzt
Peter Boskamp

Heute morgen las ich in der Zeitung einen Artikel, wo drin stand, dass 27 Prozent der Niederländer Antistoffe gegen das Hepatitis E Virus haben. Dieser Virus kann ernsthafte Defekte an der Leber verursachen und einen Menschen in ein Wrack verwandeln. Jetzt werden Sie wahrscheinlich denken, genau wie ich... "Hepatitis E, es wird schon so sein, aber in meiner Umgebung hat niemanden Beschwerden." Der Bericht blieb jedoch im Kopf hängen, also zurück zum Artikel. Denn meine Reaktion ist der Kern, worum es sich auch im Taubensport dreht. Wir tun so, als wäre es weit von uns entfernt.

Der Fakt, dass 27 Prozent der Niederländer Antistoffe gegen diesen Virus zu haben scheinen, bedeutet, dass sie auch Kontakt mit dem Virus gehabt haben. Eine Infektion mit diesem Virus ist also in vielen Fällen nur symptomlos verlaufen. Aber bei Menschen mit einem eingeschränktem Widerstand, Menschen, die infiziert sind mit dem HI-Virus, Menschen die an Krebs erkrankt sind, oder deswegen behandelt werden, für diese Menschen ist es eine ganz andere Geschichte. Die können ziemlich viel zu tun bekommen mit diesem Virus und können schwer zu schaffen haben mit den Folgen der Infektion.

Wie gesagt, meistens verlaufen die Infektionen mit dem Hepatitis E Virus meist symptomlos. Das eine oder andere ist abhängig von den Umständen. Ob man von einer anderen Krankheit geschwächt ist oder Stress ausgesetzt ist oder von enormen Anstrengungen geschwächt ist, die man geliefert hat. Zu denken ist hier auch an Topsportleistungen.

Hierüber weiterdenkend ist die Analogie im Taubensport schnell gelegt. Denn auch wir stellen in letzten Jahren regelmäßig Viren fest bei Tauben. Viren die dann fast oder gar keine Krankheitserscheinungen unter bestimmten Umständen aufzeigen, obwohl sie potentiell sehr gefährlich sein können für Tauben. Denken Sie mal an das  Adenovirus oder den Paramyxovirus. Im letzten Newsletter habe ich die ausführlich behandelt.

Manche Leute wollen die Diagnostik dann liebend gerne zur Diskussion stellen. Sie behaupten, dass wenn ein Virus keine Symptome gibt, es auch nicht für Probleme sorgen kann oder noch besser, dann auch nicht anwesend sein kann.

Mit großem Interesse bin ich mich in letzten Jahren am Vertiefen in die neuesten Einsichten der Immunologie (Die Lehre der Abwehr) und da stellt sich heraus dass deutlich das Gegenteil stimmt.

"Taubensport ist Topsport" habe ich schon mehrmals geschrieben. Diejenigen, die immer noch an Märchen glauben, wollen dass bei Tauben alle Krankheiten mit Antibiotika zu beheben sind, schließen ihre Augen für die Realität.

Medizinische Begleitung im Taubensport heutzutage heißt mehr als eine Behandlung mit einem Pülverchen aus der Dose, wenn die Tauben krank sind. Kurzfristig kann man "Erfolg" haben mit so einem Notgriff aber langfristig wird man auf diese Weise nur noch abhängiger von den Medikamenten.

Wir sehen in unserer Klinik zum Glück immer mehr die Taubenzüchter, die wissen und einsehen, dass der gesunde Verstand und ein durchgreifendes Handeln bei der Versorgung der eigenen Tauben von viel größere Bedeutung ist als der Griff zu ein Antibiotika-Dose von Tierarzt X, Y oder Z.

Zusammen mit dem Züchter stellen wir eine medizinische Begleitversorgung auf, wobei der Gebrauch von Antibiotika zu ein Minimum beschränkt bleiben kann, während die Leistungen gerade verbessert werden. Und wenn die Tauben einmal gut auf dieser Spur sind, kann mit den richtigen Ergänzungsmittel eine Topleistung gemacht werden.

Aber ich schweife ab. Ich möchte hier vor allem loswerden, dass wir im Taubensport es oft zu tun haben mit subklinische Infektionen, nicht nur Viren, auch andere infektiöse Bedrohungen, die unter weniger stressvollen  Umstände keine oder fast keine Behinderung verursachen müssen. Aber vor allem die Viren können dafür sorgen, dass eine Saison erheblich fehlschlagen kann. Die anderen Infektionen sind gut zu behandeln, in der Tat mit Antibiotika. Und dann kann die Saison gerettet sein.

Aber wenn man von Vireninfektionen spricht, die verborgen anwesend sind, kostet dies dem Körper soviel Energie, dass die Form (Spitze) nicht zu erreichen ist und eine Saison wie eine Kerze ausgehen kann. Das rechtzeitige Auffinden von Virusinfektionen und das Treffen der richtigen Maßnahmen kann dann unnötige Verluste der Tauben verhindern.

Es ist möglich, dass Tauben Viren bei sich tragen, ohne dass sie da offensichtlich Beschwerden davon haben. Erst wenn der Widerstand genügend gesenkt ist und Stressfaktore (Wettflüge) dazu kommen, können dann Probleme vorkommen. Diese Tauben können sogar gut rund gesetzt werden und trotzdem nicht oder viel zu spät nach Hause kommen. Das anwesende Virus fängt dann an, die Energie zu rauben, die die Taube für Ihre Topleistungen braucht.

Neben der Neigung, von jeher immer und nur Antibiotika zu verschreiben, hat sich in den letzten Jahren in der Taubenmedizin eine Strömung entwickelt, die den Blick verlegt hat in Richtung der präventiven Gesunderhaltung der Tauben mittels natürlichen Produkten. Diese ganze Philosophie ist darauf gerichtet, die eigene Abwehr der Tauben optimal zu unterstützen, sodass die immer bedrohende Infektionen keinen oder fast keinen festen Fuß fassen können.

Während der Flugsaison mit seinen Stress-Spitzen wird es in vielen Fällen nicht möglich sein, ganz ohne Medikamente durch die Saison zu kommen. Aber die Praxis hat uns gelernt, dass Topleistungen mit einem Minimum an Gebrauch von Medizin möglich sind.

Die Bedingung hierfür ist dann, dass man bereit ist, bei der Begleitung der eigenen Tauben einem tatkräftigen Kurs zu folgen.

Programmspieler werden durch den wöchentlichen Infektionsdruck in den Körben sehr aufmerksam bleiben müssen. Dem steht entgegen, dass die Tauben der Fondspieler mehrere Tage zusammen im Korb verbringen müssen, mit allen Risiken der Infektionsübertragung. Sicher ist in diesen Fällen eine gute Basisabwehr von größter Bedeutung.

Der Aufbau einer guten Basisabwehr kann nicht in ein paar Tagen stattfinden. Das fordert Ausdauer. Und sogar dann kann man den Pech haben, dass man die eigenen Tauben in einen Korb setzen muss zu den eines "Dreckskerls", der von seinem Tierarzt mitgeteilt bekam, dass er nicht spielen soll, weil seine Tauben Pocken haben. Der jedoch hat sich überlegt, dass er nur die Tauben mit sichtbare Pocken zuhause lässt. Der Rest "hat ja nichts".

Aufbau einer guten Basisabwehr. Wie macht man dass?

Erstens darf man sich im Herbst nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Selektieren, selektieren und danach noch mal selektieren. Alle "schwachen Brüder", die soweit bekannt, vom Schlag entfernen.

Dazu ist es vernünftig, falls man während der Saison besonders viele Probleme mit Luftwege-Infektionen hatte, die Belüftung auf dem Schlag gründlich zu inspizieren. Oder noch besser: die Belüftung von Spezialisten, die dies studiert haben, beurteilen zu lassen.

Wenn man das getan hat, ist man schon weit auf dem Weg. In der Mauser ist es von wesentlicher Bedeutung, dass man die Tauben hierbei optimal unterstützt. Das neue Federkleid muss in der kommenden Saison ja von einem  Material sein, womit die Tauben ihre Leistungen bringen sollen. Bevor die kommende Ruheperiode anfängt, kann ein  Besuch beim Taubenarzt vernünftig sein, um verborgene Infektionen feststellen zu lassen. Hat man da keine Lust zu, aus welchen Grund auch immer, dann sollte man wenigstens eine ordentliche Kotuntersuchung machen lassen von eine Mischprobe von fünf Tagen.

Verborgene Krankheiten müssen behandelt werden. Es ist wesentlich für den Aufbau einer guten Abwehr, wenn man die Abwehr ständig auf die Probe mit schlummernden Infektionen stellt.

Selber haben wir seit einigen Jahren eine abgestimmte Kombination von Supplementen zusammengestellt mit dem Ziel, die Basisgesundheit zu optimalisieren (Bony Basispaket, eventuell ergänzt mit Bony Mauserpaket).

Die eigenen Tauben und die Tauben unserer Mitarbeiter machen hier noch immer Fortschritte. Es gibt jedoch inzwischen mehrere Firmen, die die Verbesserung der Basisabwehr bei den Tauben als das Ziel gesetzt haben. Das kann man eine gute Entwicklung nennen. Verbesserung der Basisabwehr kann ja helfen bei der Verringerung des oft unnötigen Antibiotikakonsums.

Hüten Sie sich jedoch vor Empfehlungen wie zum Beispiel jeden Tag (Apfel-) Essig im Trinkwasser zu verabreichen. Oder jeden Tag Knoblauch. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich stehe hinter dem Gebrauch von sehr vielen natürlichen Produkten. Besser noch, ich versuche damit, zu stimulieren, weil es uns die Praxis lehrt, dass es Zweck hat.

Aber alles wo "zu" davor steht, ist nicht gut. Vergessen Sie nicht mit Maß vor zu gehen.

Probiotica helfen beim Aufbau einer gesunden Darmflora. Eine gesunde Darmflora verringert das Risiko,  dass schlechte Darmbakterien sich im Darm einnisten können und so dem Körper eindringen.

Die Erfahrung lernt uns, wenn wir die Gesundheit der Tauben konsequent unterstützen, dass die Tauben nicht nur besser durch die Mauser kommen, sondern auch am Anfang der nächsten Saison einen besseren Start machen können.

Dazu ist es wichtig, gegen Viruserkrankungen zu impfen, wogegen man impfen kann. Dies verringert den Infektionsdruck von (latent) vorhandenen Viren und unterstützt auf diese Weise wiederum die Gesundheit.

Hiermit schließt sich der Kreis dieser Geschichte. Das Risiko mit einer unerwarteten Formkrise während der Saison wird hiermit wesentlich kleiner. Zudem nimmt die Zahl der Tauben (jung und alt), die verloren gehen, bedeutend ab. So lehrt es uns die Praxis.

Viel Erfolg!


Peter Boskamp, prakt. Tierarzt

Julianalaan 7a
6191 AL Beek (Niederlande)
Tel: 0031-46-4371885
Boskamp@pigeonvetcenter.com

 

 


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