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Die Taubenpocken,
ein Jahr ist vergangen und nichts wurde besser.
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Tierarzt Burkard Sudhoff |
Genau vor einem Jahr erschien an selber Stelle bereits ein Bericht
zur Pockenerkrankung. Eindringlich wurde von mir auf die alljährlich
weitere Ausbreitung der Pockenerkrankung hingewiesen. Dennoch hat sich
an der Situation nichts geändert. Auch in diesem Jahr haben wir wieder
mit Taubenpocken zu kämpfen, auch in diesem Jahr sind es teilweise die
selben RV´en wie im vergangenen Jahr wo sich diese Erkrankung breit
macht. Eine Erkrankung die es heute nun wirklich nicht mehr geben
müsste. Gewissenhaft arbeitende RV-Vorstände sollten darüber nachdenken
ob sie die Pockenimpfung, welche ja in der Eigenverantwortung der
Züchter liegt nicht besser in die Verantwortlichkeit der RV legen und
eine Pflichtimpfung wie bei Paramyxo vorschreiben.
Die Taubenpockenerkrankung wird durch das Taubenpockenvirus
hervorgerufen. Dieses Virus gelangt in aller Regel durch bepicken der
Tauben von einer zur nächsten Taube. Dem Kabinenexpress muß bei der
Übertragung eine besondere Bedeutung zugemessen werden, kommt es doch
gerade hier zu ständigem bepicken der Tauben untereinander und somit zu
einer dramatischen Verbreitung des Virus. Werden darüber hinaus die
Tauben eines Züchters nicht in eine Einsatzbox sondern "rund gesetzt" so
ist einer totalen Ausbreitung Vorschub geleistet.
Die simple Anwendung eines Impfstoff kann hier Abhilfe schaffen. Für
die Pockenimpfung stehen in Deutschland zur Zeit zwei Impfstoffe zur
Verfügung. Erstens der reine Pockenimpfstoff "Nobilis pigeon pox"
welcher mit Hilfe eines Pinsel auf die Haut aufgetragen wird. Wichtig
ist es das vor der Anwendung einige Federn frisch ausgezupft werden und
der Impfstoff auf die Federfollikel aufgetragen wird. Der Impfstoff ist
ein Lebendimpfstoff, das heißt, daß er unmittelbar vor der Impfung
frisch gemischt werden muß. Alternativ kann auch mit der Paramyxo
Impfung gleichzeitig gegen Pocken geimpft werden. Für diese
Kombinationsimpfung steht der Impfstoff Colombovac PMV/POX zur
Verfügung. Die Anwendung ist wesentlich einfacher da mit der Paramyxo
Impfung gleichzeitig die Pockenimpfung erfolgt. Beide Impfstoffe sind
gut verträglich und bieten einen belastbaren Schutz für etwa 1 Jahr. Die
weit verbreitete Meinung das eine einmalige Pockenschutzimpfung eine
lebenslange Immunität aufbaut ist falsch und wird auch nicht durch
ständige Wiederholung richtig. Nur der Züchter welcher seine Tauben
jährlich gegen Pocken impft wird auch einen guten Schutz vor dieser
Krankheit haben. Wenn es nun aber dennoch zu einem Pockenausbruch
gekommen ist, sollten alle sichtbar erkrankten Tauben so rasch wie
möglich isoliert werden. Am besten ist es wenn die Tauben in Einzelboxen
oder -zellen untergebracht werden. Die noch nicht sichtbar erkrankten
Tauben werden sofort mit "Nobilis pigeon pox" nach der Follikelmethode
geimpft. Eine Woche später ist ein belastbarer Impfschutz aufgebaut und
die Tauben können auch wieder an Wettflügen teilnehmen. Die Tauben
welche jedoch Pocken am und im Schnabel entwickelt haben dürfen auf
keinen Fall mit auf die Reise geschickt werden. Sie müssen täglich
kontrolliert werden und eine Überwachung der Futter- sowie
Wasseraufnahme muß erfolgen. Können sie selbstständig kein Futter mehr
aufnehmen so sind diese Tiere am besten mit Maiskörnern zu füttern.
Meist dauert dieser Zustand nur wenige Tage an. In aller Regel heilen
die aufgetretenen Pocken in acht bis zehn Tagen wieder spurlos ab.
Todesfälle treten nur in Ausnahmefällen auf und sind in aller Regel auf
Sekundärinfektionen oder mangelnde Zuwendung des Züchters
zurückzuführen. Ein herumdoktern an den Pocken sollte unterbleiben. Die
Anwendung von Salben, Puden oder Tinkturen bringt keine Besserung und
verkürzt auch nicht die Heilungsdauer.
Burkard Sudhoff, prakt. Tierarzt
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