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Alt 22.09.2021, 13:46
Benutzerbild von Alfred Weber
Alfred Weber Alfred Weber ist offline
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Standard vielleicht der Hinweis zur Umkehr???

Hallo,

nur mal so ein Gedanke der in meinem Kopf herumschwirrt.

Zu meinen Anfängen im Taubensport wurden die Tauben noch mit der Bahn transportiert.
Am Zielbahnhof angekommen wurden die Tauben dann so früh wie möglich, so wie es die Bahnhofsabläufe vorgaben und möglich gemacht haben, von den Zugbegleitern losgelassen. Aus pasta fertig. Wetter spielte keine große Rolle.

Später mit den ersten Kabifahrzeugen war es ähnlich bzw. so...Telefonverbindung zu den Fahrern nur sehr mäig oder keine. Manche hatten ein Rad im Kabi um zur nächsten Telefonstelle zu fahren.
In erster Linie aber hat es damals geheißen...wenn am Auflßplatz das Wetter so einigermaßen war...Tauben raus und fertig.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Auflaßzeit in Mainz um 4.05 Uhr (heute 5.05 Uhr) erinnern.

Verluste der Tauben sehr wenig bzw. alles kam nach was Federn hatte.
Das war natürlich dem damaligen Umfeld zu verdanken.
Fast jeder Bauernhof hatte Tauben und oder Hühner, wo sich die gestrandeten Tauben versorgen konnten und weiter gings.

In den kommenden Jahrzehnten wurde dann immer mehr dem Wetter Rechnung getragen.

Anfang der neunziger Jahre wurde dann immer mehr die Spitze mit Aspunkten in den Vordergrund gestellt...die Tauben wurden am besten nur noch bei bestem Wetter losgelassen, um den schnellsten (schön Wetter)Fliegern bestes Wetter zu bieten.

Waren die Auflaßzeiten zu Urzeiten des Brieftaubensports so früh wie möglich (der frühe Vogel fängt den Wurm) so haben sich die Aufläße in den letzten 2-3 Jahrzehnten aus sogenannten "wissenschaftlichen Erkenntnissen" immer mehr in die Vormittagsstunden verschoben.

Komischer Weise waren die Auflaßzeiten bei den Anfangsflügen immer sehr spät (angeblich weil es im Frühjahr noch immer zu kalt war in den Morgenstunden)
kamen dann die 400/500/600 km Flüge waren die Startzeiten wieder sehr viel früher....auch wenn es zu kalt war...da gings dann plötzlich doch wieder früher ;-)
und am Ende hatten wir das was wir heute haben...nämlich nur schnelle Schönwetterflieger.

Als neueste Errungenschaft weitere Vorgaben vom Verband...die Jungtauben frühestens 2 Stunden nach Sonnenaufgang los zu lassen.

Du hast es aufgelistet Michael...die frühen Auflaßzeiten und die wahrscheinlich damit zusammen hängenden, langen Konkurszeiten und natürlich auch Verlustraten.

Ist dies vielleicht aber genau "der Hinweis" um wieder mal nachzudenken, alles auf den Prüfstand stellen...und umzudenken mit den Auflaßzeiten unserer Tauben bzw. der generellen Handhabung des Taubensports?

Durch die Verweichlichung unserer Tauben in den letzten Jahrzehnten...Aufläße immer später, nur noch bei bestem Wetter, nur noch Spitzentauben und anderes mehr...haben unsere Tauben die mordanten Eigenschaften verloren...haben nicht mehr die natürliche Härte unserer Urtauben, haben auch nicht mehr die natürliche Eigenschaft den Weg nach Hause zu finden...und vielleicht wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt unsere Tauben in der Zucht neu auszurichten...statt wieder mal den jetzigen Gegebenheiten nachzugeben und die Auflaßzeiten der Jungtauben generell auf frühestens 2 Stunden nach Sonnenaufgang zu verlegen?

Sollten wir uns vielleicht gerade das zum Anlaß nehmen umzudenken und zu Nutze machen... und genau aus diesen Tauben die bei frühen Auflaßzeiten sich gut platzieren zu züchten, um vielleicht wieder Tauben zu bekommen...die sich mit dem jetzigen Umfeld in der Natur zurecht finden?

Wir können nicht immer durch davonlaufen wegen menschlicher Vorgaben unserer Tauben...uns immer mehr von ihrer Natur entfernen sondern vielleicht gerade jetzt die Steuerung rumreißen und sagen
"auf zu neuen Wegen"....so meine Gedanken

Taubengruß
Alfred Weber

Geändert von Luecke (24.09.2021 um 05:45 Uhr)
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