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  #1  
Alt 02.04.2002, 11:23
Benutzerbild von Filz
Filz Filz ist offline
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Registriert seit: 24.04.2002
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Beiträge: 842
Standard Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo Sportfreunde,
hier mal eine wissenschaftliche Frage:
Wie vererbt sich die Farbe Weiß?
Grund meiner Frage ist folgende; Ich habe einen weißen Täuber an ein gehämmertes Weibchen gepaart. Umso größer war meine Überraschung als jetzt ein rotfahles und ein Rotscheckjunges im Nest liegen. Dieses Paar ist allein in einem Schlag und ich habe auch weiter keinen Roten Täuber oder Weibchen in meinem Zuchtschlag. Ich war eigentlich immer der Meinung weiß sei ein rezessiver Farbenschlag oder ist hier die Vererbung ähnlich der Schimmelzeichnung.
Dies ist auch kein Aprilscherz!

Mit Sportsgruß
Roland Filz
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  #2  
Alt 02.04.2002, 12:12
ulli
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Beiträge: n/a
Standard RE: Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo Roland
es kommt darauf an ob diese beiden Tauben Mischerbig oder Reinerbig sind
Wenn du über drei Generationen immer gleichfarbig verpaarst dann kannst du dir sicher sein
Das heißt
weiß * weiß
F1 * F1
F2 * F2

dann weißt du ob diese Weiße vom anfang reinerbig war und du hast eine wunderschöne Inzucht wahrscheinlich mit verkrüppelten beinen

Haha

Gut Flug

Ulli
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  #3  
Alt 02.04.2002, 15:12
Dennis Dennis ist offline
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Registriert seit: 27.05.2001
Ort: Freiburg/Bielefeld
Beiträge: 832
Standard RE: Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo Roland!

Eins vorweg: Ich weiß nicht, wie Weiß vererbt wird. Aber nach deiner Beschreibung kommen eigentlich nur zwei Möglichkeiten in Betracht:

1. Weiß (nennen wir das Allel mal W) wird über denselben Genort vererbt, wie die anderen Farben, und ist dominant über Rot (F) und Blau (b).
Der Vogel hat dann den Genotyp WF --> weiß, die Täubin den Genotyp b- --> blau
Die beiden Jungtiere haben demnach den Genotyp Fb --> roter Vogel oder F- --> rotes Weibchen
Anmerkung: mit rot und blau ist hier nur die Grundfarbe gemeint, ob es dann gehämmert, mit Binden oder gescheckt ist, entscheiden andere Gene.

2. Weiß (w) an einem anderen Genort vererbt als die Farben rot und blau, und ist hier rezessiv gegenüber dem Wildtyp nicht-weiß (+). Dieser Genort unterdrückt jedoch das in Erscheinung treten der Gene am Farbgenort. Anders ausgedrückt: Es ist dann egal, ob der Farbgenort besagt, dass roter oder blauer Farbstoff gebildet werden soll, wenn der Weißgenort sagt, dass gar kein Farbstoff gebildet wird. "Unter" dem weiß des Vogels kann sich also eine wilde Mischung von Farb- und Zeichnungsgenen verstecken, sie kommen aber nicht zum Ausdruck.
Der Vogel hat dann den Genotyp ww (-> weiß) am Weißgenort und FF oder Fb (-> rot) am Farbgenort.
Die Täubin hat ++ (-> nicht-weiß) am Weißgenort und b- (-> blau) am Farbgenort.
Die Jungtiere haben dann am Weißgenort w+ (-> nicht-weiß) und am Farbgenort Fb (-> roter Vogel) oder F- (-> rotes Weibchen).

Mir erscheint von beiden Möglichkeiten die 2. wahrscheinlicher, weil ich meine, mal was drüber gelesen zu haben (würde ja auch zu deiner Vermutung vom rezessiven Erbgang passen). Ich werd das mal nachlesen.

MfG
Dennis
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  #4  
Alt 02.04.2002, 20:53
Kurpfälzer
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo Sportsfreund,

jetzt mal ganz ohne Bezug auf die Augentheorie!!! ernsthaft...


Wenn Deine weiße Taube Farbaugen besitzt, dann stammt Sie wohl aus Rotschimmeln, weil nur aus Rotschimmeln weiße Tauben mit Farbaugen fallen können...dies ist wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis siehe Lahaye/ Cordiez " Die belgische Reistetaube". Also wäre Deine weiße Taube ein weißer Rotschimmel und könnte somit den Rotfaktor "problemlos" vererben.

Schöne Grüße

Friedrich Bänziger
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  #5  
Alt 03.04.2002, 05:17
Benutzerbild von Filz
Filz Filz ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.04.2002
Ort: Bad Vilbel
Beiträge: 842
Standard RE: Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo Sportfreunde,

ihr habt mir schon sehr weitergeholfen. Vielen Dank für eure Antworten. Ich meine der von Sportfreund Dennis gemachte 2.Vorschlag kommt der Sache doch am nächsten. Da ich die Abstammung der weißen Taube farblich leider nicht kenne und die Taube einen fleischfarbigen Schnabel und auch Zehen besitzt, nahm ich natürlich an, daß es sich um reinerbig weiß und rezessives Merkmal handelt. Zu Sportfreund Bänzinger: leider hat die Taube ein sogenanntes Bullenauge, da kann ich leider nichts sehen, aber es ist durchaus möglich, daß sich Tauben mit Rotfaktor in der Verwandschaft finden. Im letzten Jahr hatte ich eine weiße Täubin in der Zucht, die keinen Wachsschnabel hatte, da fielen dann mit einem weißen Täuber Schimmelfarbige Tauben. Es ist wahrscheinlich wirklich so, daß die Farbe Weiß durch die fehlenden Pigmente entsteht aber keine Aussage über die dahinterstehende Farbe oder Zeichnung aussagt. Klar ist, wenn ich 2 reinerbig weiße, wobei ich hier die fleischfarbigen Schnäbel und Zehen als Aussage nehme, zusammenpaare fallen auch nur Weiße Tauben. Paare ich hingegen Weiß reinerbig mit Weiß (Hornschnabel+Zehen) fallen hieraus Schimmeltauben. Soweit bin ich bis jetzt schon gekommen.
Der Hintergrund ist nämlich, daß im letzten Reisejahr der Beste Jährige Vogel der RV eine reinweiße Taube von mir war. Da möchte ich jetzt eine kleine Leistungszucht aus Reinweißen Tauben aufbauen.

Mit Sportsgruß
Roland Filz
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  #6  
Alt 05.04.2002, 13:14
Stefan07226
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Vererbung von Weißen Brieftauben

Hallo zusammen,

Auch ich hatte vor zwei Jahren ein Erlebnis mit einer weißen Taube. Ich paarte einen jährigen Vogel mit seiner Großmutter. Das Weibchen war allerdings schon 10 Jahre alt. Sie hatte in ihrem Flügel eine weiße Deckfeder, die auch immer mal wieder in der Nachzucht aufgetaucht ist, der jährige Vogel hatte eine weiße Schwinge.

Als die Jungtauben schlüpften merkte ich dass eine Taube ganz hell war, auch die kleinen gelben "Federn" waren heller als bei dem andere Jungen.

Als dann die Federn wuchsen staunte ich nicht schlecht. Eine Jungtaube war total weiß, während die andere Taube schmierig blau war, wie die Mutter und der Vater.

Die weiße Taube war allerdings nicht sehr gut entwickelt, ich hätte sie selektiert, wenn sie nicht weiß gewesen wäre.
Die ersten zwei Jungtauben die ich nach einigen Wochen am Haus verlor waren eben diese beiden Jungtauben.

Ich denke bei mir handelte es sich um einen Gen-defekt, denn in der gesamten Nachzucht der blauen Täubin habe ich nie eine Taube gezogen, die mehr als eine kleine weiße Feder hatte.

So viel zu meiner ersten Friedenstaube...

Gruß Stefan
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