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  #1  
Alt 31.01.2001, 10:53
Alex
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Fütterung

Guten Tag Hr.Berger,
Während der letzten Brieftaubenausstellung in Essen konnte man wieder viele Züchter beobachten, die sich die verschiedensten Futtersorten von sämtlichen Herstellern angeschaut haben, sodaß man vermuten könnte diese Leute haben ganz bestimmte Kriterien, nach denen sie die Qualität eines Futters beurteilen könnten.
Ich behaupte aber, nur die wenigsten können ein Futter nach der Zusammenstellung und der Qualität der einzelnen Körner beurteilen.
Damit schließe ich mich ein.
Grundlegende Dinge sind mir zwar bekannt, aber ich würde mein Wissen gerne erweitern.
In diesem Forum wird so viel über dieses oder jenes Fütterrungssystem geurteilt, aber eine fundierte Begründung (Sie sind da die Ausnahme) fehlt in den meisten Fällen.
Ich würde gerne von Ihnen Antworten auf mehrere Fragen bekommen, die insgesamt die Züchterschaft interessieren sollten.
1. Frage: Wie kann man die Qualität eines Futters nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilen?
2. Gibt es einfache Möglichkeit die Qualität des Futters außer über die Sichtprüfung zu beurteilen (Keimfähigkeit von Mais z.B. durch ansetzen überprüfen)?
3. In Ihren Broschüren sind zumeist die Inhaltsstoffe (Energiegehalt, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette...), die insgesamt in einer Futtermischung stecken dargestellt. Ich würde mich für die Inhaltsstoffe der einzelnen Körnersorten interessieren, um Futterzusammenstellungen vergleichen zu können.
4. Der Grundgedanke, nach dem ich mein Fütterungssytem aufbaue ist folgender: Nach einem Flug benötigt die Taube leicht verdauliches, energiereiches Futter, um die entstandenen Defizite schnellst möglich wieder aufzubauen. Dies kann nur durch Futter geschehen in dem der Kohlenhydratanteil sehr hoch ist (Hanf, Mais, Dari, Milo, Reis...). Nach der schnellen Auffüllung (Regeneration) der der entstandenen Defizite, erfolgt der langsame Aufbau zum Wochenende. D.h. Montag/Dienstag eiweißreichere (aber möglichst wenig Hülsenfrüchte, sondern andere Futtermittelzusätze)Fütterung, um den Muskelaufbau zu fördern. Den Kohlenhydratanteil konstant hoch halten und zum Ende der Woche fettreicheres Futter dazu füttern (Sämereien=> Kohl-,Leinsaat, gesch.Sonnenblumenkerne, Nüsse etc.=> Superdiat...).
Nach welchen Grundsätzen stellen sie das Futter zusammen?
Was braucht die Taube in welcher Phase besonders?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Gruß Alexander Linges

P.S.: Nun eine Frage an die übrige Taubenzüchterwelt. Welche Unterschiede macht Ihr bei der Fütterung bei unterschiedlichen Entfernungen(=> zwei Tage im Korb)? Dieses Jahr hat es zwar gut geklappt, aber es geht bestimmt noch besser. Ich habe Probleme damit an die Tauben das notige Gewicht zu bekommen. Ich weiß, wie eine Taube aussehen muß, wenn sie in Topform ist, und das notwendige Kampfgwicht hat, aber ich bekomme es meistens nicht optimal hin. (Mit Unterschieden meine ich nicht Futterzusammenstellung, sondern die Fütterrungsweise=> Dosierung, sodaß sie Donnerstag morgen immer noch gut fressen)
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  #2  
Alt 31.01.2001, 17:55
Kurpfälzer
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Fütterung 500 /700km

Der Grundstock zur optimalen Fütterung wird bei uns in dieser Jahreszeit gelegt. Die Tauben werden derzeit so knapp gehalten, daß sie lernen, Erdnüsse (nur von Töllner, manuell halbiert und ganz) und badischen Saatmais (der Maiskolben hat nur 8 Reihen) aus der Hand zu fressen.

Vor den weiten Flügen wird der Maisanteil (badischer Mais) auf 50 % erhöht . Nach der normalen Boden-Fütterung(Mittwoch abends und Donnerstag vormittags) gibt es nochmals diesen Mais pur aber händchenweise in die Futterrine. Anschließend werden die Tauben, wenn sie in ihren Zellen sitzen (aber nicht eingesperrt) nochmals einzeln aus der Hand gefüttert körnchenweise (aber nicht die Taube in die Hand nehmen und stopfen wie eine Mastgans!!!) . Reisetauben, die nicht aus der Hand fressen (weil sie aus den Zellen fliegen)sind oft auch nicht so in Form, dies sieht man am fehlenden Selbstvertrauen (sonst würden sie in der Zelle bleiben). Manche fressen noch bis zu 15 Körner!!! So, und wenn absolut kein Mais mehr gefressen wird gibts noch Erdnüsse. Und die fressen sie alle nochmals. Wenn´s geht aus der Hand, 15 bis zu 20 Stück-oder aus dem Zellennäpfchen(darin liegen nach jedem Freiflug, Vortour, Preisflug drei halbe Erdnüsse).

Die Sache ist sehr zeitaufwendig aber Du wirst selten so kugelrund bemuskelte und zugleich statisch leichte Tauben (letzteres ist aber auch rassebedingt) zum Einsatzlokal gebracht haben.

Viel Erfolg
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  #3  
Alt 31.01.2001, 18:05
dieter
Gast
 
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Standard RE: Fütterung

zu 3.: Inhaltsstoffe von 27 Körnersorten finden Sie ganz hinten in der "Gewusst wie ... (NR. 18) - falls Sie diese haben - in einer aufklappbaren Seite (jedenfalls bei meinem Exemplar).
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  #4  
Alt 01.02.2001, 13:25
Franz
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Standard RE: Fütterung 500 /700km

hallo kurpfälzer !

ein interessanter beitrag , aber ich habe dazu mal zwei kurze fragen :

1.) warum nur töllner - erdnüsse ? was ist daran so besonders ?

2.) fressen die tauben am donnerstag vormittag nicht entsprechend weniger , wenn sie abends zuvor "vollgestopft" wurden ?

mfg franz
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  #5  
Alt 01.02.2001, 15:54
Alex
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Fütterung 500 /700km

Vielen Dank für die Antwort!
Ich kann mich der gestellten Frage nur anschließen: Die Tauben werden Donnerstagmorgen nicht mehr viel zu sich nehmen, oder?
Wenn doch, dann glaube ich, daß Du an den Tagen zuvor etwas anderes machst.
Werden Deine Tauben grundsätzlich satt gefüttert?
Trainierst Du sie ein oder zwei mal am Tag?
Fütters Du zu Beginn der Woche (vor weiten Touren) genau so wie bei leichten Flügen und läßt nur zwei weniger starke Mahlzeiten zu Beginn der Woche weg?
Bekommen sie am Donnerstag noch mal Freiflug?
Grundsätzlich sind Deine Empfehlungen durchdacht. So zum Beispiel ist das herumliegende(in der Zelle) Futter für die Taube interessanter, als das im Futtertrog. Aber, ich habe Kotbänder und dementsprechend auch Roste!
Da wird die Zellenfütterung schon problematisch, oder?
Gruß Alex
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  #6  
Alt 01.02.2001, 22:55
Kurpfälzer
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Fütterung 500 /700km

Hallo Alex, hallo Franz,

Töllner-Erdnüsse sind zwar teuer, aber sie bieten die größtmögliche Sicherheit hinsichtlich Pilzen, Verkeimungen und Frische. Hier machen wir keine Experimente!!

Wir füttern grundsätzlich keine Hülsenfrüchte während der Reise. Die Vögel werden immer ziemlich satt gefüttert. Die Weibchen werden knapp gehalten und bekommen nur die zwei letzten Mahlzeiten satt. Bei 500/700 km die letzten drei Mahlzeiten.

Am Donnerstag füttern wir die Tauben erst gegen 11.30 h, also wesentlich später als sonst. Somit haben sie wieder Appetit trotz des Abfüllens am Vorabend.Ansonsten sollte die Fütterung immer pünktlich sein, sonst klppt dieser Trick nicht!!

Die Reiseweibchen trainieren nur abends vor den Vögeln ca. 50-60 min.. Früher durften sie zweimal raus, das war besser! Die Vögel fliegen morgens nur, wenn es nicht so kalt ist, d. h. mit Fortschreiten der Saison. Ansonsten abends ca. 45 min. Immer um dieselbe Zeit. Mittwochs abends gibt es immer einen Zwischenflug von ca. 20 km Entfernung. Gemeinsamer Auflaß der beiden Geschlechter.Danach bleiben sie ca. 15 min zusammen. Am Einsatztag werden die Geschlechter ohne sich zu sehen eingekorbt. Die Vögel durfen aber noch 20 min. in ihre Nistschale.

Am Tag nach der Heimkehr und am Einsatztag gibt es nie Freiflug. Vor den weiten Flügen wird nur montags am Haus trainiert und am Mittwoch der Zwischenflug. Sind die Weibchen sehr paarig, dann muß man sie auch am Dienstag fliegen lassen.

Am Rückkehrtag vom kürzeren Flug gibt´s Betz 3 und Haferflocken. Sonntag gibt´s Betz 1 ab Montag bis Donnerstag gibt´s Betz 3 angereichert mit Bad. Mais und geschälten Sonnenblumenkernen. Und jeden Tag zwei, drei Erdnüsse (Samstag-Dienstag).

Auf die Roste bei den Zellen mit Förderbändern kann man doch bestimmt ein Zellennäpfchen stellen, in das man die Erdnüsse geben kann?!

Gruß

Kurpfälzer
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  #7  
Alt 05.02.2001, 12:25
Franz
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Fütterung 500 /700km

hallo kurpfälzer !

durch die zahlreichen berichte hier im forum und durch gespräche mit anderen züchtern kann ich nur zu dem schluss kommen , dass man

1. den schlag direkt an der wohnung haben muss
2. seine zeit frei einteilen kann ( rentner /selbststänig etc.)
3. richtig viel geld investieren muss ,
um auch nur halbwegs erfolgreich zu reisen .

solche massnahmen wie z.b. fütterung um 11.30 h , sind für normale berufstätige nicht durchführbar . vom zeitaufwand ganz zu schweigen . das soll keine kritik an Ihnen sein ,bringt mich jedoch sehr zum nachdenken , ob ich mit meinen finanziellen und zeitlichen möglichkeiten überhaupt einen preis gewinnen kann .

mfg franz
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  #8  
Alt 05.02.2001, 16:07
Kurpfälzer
Gast
 
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Standard RE: Fütterung 500 /700km

Hallo Franz,

mein Vater hat sich während der Saison die drei Donnerstage frei genommen. Er arbeitete bei einer Kommune. Allerdins befindet sich der Schlag am Haus!
Die Unsumme an Investitionen ist kalter Kaffee!! Du mußt eben an die richtigen Tauben kommen, und die sitzen nur selten bei den Großen, bzw. als Anfänger kommst Du schlecht daran. Ich rate Anfängern immer die Eier unserer Trockenwitwer zu nehmen, weil sie dann quasi einen durchgezüchteten Stamm mitnehmen. Das hat gerade letztes Jahr wieder gut geklappt! Wenn´s bei Dir soweit sein sollte, melde Dich einfach bei mir.

Mit Sportsgruß

Kurpfälzer
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  #9  
Alt 07.02.2001, 13:19
Franz
Gast
 
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Standard RE: Fütterung 500 /700km

hallo kurpfälzer !

eine sehr nette geste von Dir . ich werde auf Dein angebot sicher zurückkommen und mich bei Dir zu gegebener zeit melden . eier sind sicher insgesamt gesehen das beste und vor allem preisgünstigste mittel an hervorragende tauben zu kommen . nur stellt sich beim totalen neuanfang die frage , wo ich diese eier unterlegen soll .
und eines weiß ich sicher : ich kann schlecht tauben schlachten . also wohin mit den extra zu diesem zweck geholten "ammentauben" ????
nochmals vielen dank...
mfg
franz
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