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Alt 14.11.2009, 17:45
FranzJosef FranzJosef ist offline
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Standard Modernes Jungtaubenspiel

Hallo Sportfreunde,

abermals stehen die "progressiven" Züchter kurz vor der Anpaarung. Die "Konservativen" weigern sich weiter, warum ?

Jungtauben, - verdunkeln oder belichten - , dem Tier zu Liebe !

Jungtierflüge in Deutschland, immer gut für eine Diskussion, ein Dauerbrenner der letzten Jahre.
Unzählige Seiten wurden in den vergangenen Jahren über Sinn, Unsinn, Chancengleichheit und nicht vergleichbaren Ausgangspositionen beim “Stiefkind“ Jungtierwettflüge in Deutschland beschrieben.
Dazu kommen noch Leserbriefe pro und kontra “Jungtaubenspezialisten“ und sicherlich auch eine nicht mehr zählbare Summe an Diskussionen innerhalb von Regionalverbänden, RVen bis hinunter zu den Vereinen. Letztendlich aber hat Alles die identische Ausgangsposition, nämlich die ungleichen Voraussetzungen, mit welchen die Jungtauben zu den Wettflügen eingekorbt werden.
Gibt es da zum Einen die Mehrzahl der konservative und zum Anderen die Minderheit der progressiven Sportfreunde. Der fortschrittliche Züchter hat erkannt dass ein erfolgreiches Abschneiden an Wettflügen für Jungtauben mit in “voll im Federkleid“ sitzenden Tieren um ein vielfaches höher ist als mit alternativ gehaltenen mausernden Jungtauben. Durch spezielle Vorbereitung, entweder die weitverbreitete Methode des Verdunkelns oder die in den letzten Jahren immer häufiger angewandte Lichtmethode, wird den Tieren ja nur die Möglichkeit gegeben sich nicht mit “Löchern“ in den Handschwingen oder dem Deckgefieder auf dem Heimflug schwer zu tun. Schon wegen der tierartgerechten ausreichenden Befiederung sollten künftige Diskussionen um - Vorteil/Nachteil des Federstandes - in - zumutbar/unzumutbar -
gegenüber dem Tier gewandelt werden. In unseren Nachbarländern wie Belgien und Holland, oftmals auch als Vorbilder des Brieftaubensports beschrieben würde keiner auf die Idee kommen sich im Mauserendstadium befindliche Jungtauben einzukorben! Selbstverständlich nimmt das Jungtaubenspiel in besagten Ländern einen komplett anderen Stellenwert ein als bei uns, dennoch, und vielleicht gerade deshalb wird hier der Jungtauben das Handwerkzeug zum erfolgreichen absolvieren der Flüge mitgegeben. Man muss sich nur mal im August/September in den Einsatzstellen in Belgien die eingekorbten Jungtauben ansehen. Aalglatt, da fehlt keine Feder, nur so sind Jungflüge jenseits der 300 km – Marke erfolgreich zu meistern! Kein Belgier oder Niederländer wird auch nur einen Gedanken daran verschwenden sich über verdunkelte oder belichtete Jungtauben zu beschweren. Ebenso beschwert sich ja auch kein Dt. Liebhaber über die Witwerschaft im Altflug. Sie haben erkannt dass nur diese Art der Haltung der Taube die Möglichkeit bietet den Heimflug mit Leichtigkeit und Spaßfaktor zu bestreiten. Sind es doch die Anzahl der Wettflüge welche einer Jungtauben den Lernfaktor und Erfahrungswert für ihr späteres Leben mitgeben. Umso öfter sich eine Taube auf dem Heimflug einer anderen Gegebenheit stellen muss, um so leichter wird sie sich dann als einjährige Tauben tun. Sicherlich sollte man sich auch einmal über die überproportionalen Ausfälle unserer Jährigen Gedanken machen. Sie werden als Jungtauben in der Regel drei bis viermal im Kabinenexpress bis oftmals nur bis zu 150 Kilometer antrainiert, wegen der geringen Distanz erfolgt dann meistens eine fast geschlossene Ankunft im Schwarm am Heimatschlag. - Lerneffekt hier ist bei nahegehend null ! - Wollen wir das ?
Nun aber zurück zur eigentlichen Diskussionsgrundlage, dem Mauser“zu“stand der Tauben.
Um ein erfolgreiches tierschutzgerechtes Reisen unserer Jungtauben zu gewährleisten ist beileibe keine Winterzucht notwendig. Alternativ gezogene Junge von März – Mai werden alleinig nur mit Einsatz einer Lichtquelle, gesteuert über einen Dimmer, durch verlängern des Tages auf 16 Stunden das Mausern des Deckgefieders innerhalb 7 - 10 Tagen einstellen.
Man erreicht dadurch über den Zeitraum der Jungflüge optimal in Federn sitzende Tauben!
In vollem Federkleid wird die Jungtaube täglich ein ausgedehntes Training auf freiwilliger Basis absolvieren. Dies Training ist dann wieder Grundlage für die notwendige Kondition auf den Wettflügen, ebenso wir eine gut trainierende Jungtaube immer mit Appetit fressen wird.
Im Grunde ein “Teufelskreislauf“. Eine stark mausernde Taube trainiert nicht, hat deshalb keine Kondition und wird dadurch auch nicht den notwendigen Appetit aufweisen und daher auch die zugedachte Menge an Futter nicht aufnehmen!
Diese Taube ist ihren Artgenossen mit progressiver Haltung in allen Belangen unterlegen!
Dieser Zustand hält an bis die Lichtquelle wieder zurückgenommen bzw. ausgeschaltet wird. Genau wie die Mauser innerhalb 7 – 10 Tagen ausgesetzt hat wird sie innerhalb dieser Zeit wieder beginnen. Der Aufwand hierfür ist wahrlich entsprechend klein, setzt man doch Artikel des Alltags dagegen. Der Vorteil der Winterzucht, ob Verdunkeln oder Belichten, liegt sicherlich bei der körperlichen Reife der Tauben zu Beginn der Jungtierreise. Die häufig auftretende Jungtaubenkrankheit kann zum Großteil den Winterjungen durch ihren bereits erlangten körperlichen Immunzustand so gut wie nichts mehr anhaben. Auch bietet sich die Möglichkeit des “Spieles“ mit den Tauben, sei es mit Witwerschaft, vom Nest oder mit der Schiebetüre. Hier kann dann tatsächlich von “Jungtaubenspiel“ gesprochen werden!
Jeder Züchter sollte doch mal eine Saison mit einem derartigen geringen Aufwand seine Jungtauben bei den Jungflügen führen und spielen.

Die schon öfters geforderten getrennten Listen, das Andeuten bzw. direkte Ansprechen der mangelnden Fairness gegenüber den Sportfreunden sollten in Zukunft dann der Vergangenheit angehören.

Wo ist die Fairness des Züchters gegenüber seiner Jungtaube wenn er sie mit unzureichenden Gefieder auf Preisflüge setzt ??

Vielleicht wird ja dann auch in Deutschland das Jungtaubenspiel wieder zu einer Passion und entsprechend durch verfügbare Meisterschaften seitens unserem Verband gefördert !

Gruß

FranzJosef
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