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  #1  
Alt 18.07.2009, 14:28
Benutzerbild von Daktari
Daktari Daktari ist offline
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Registriert seit: 01.08.2006
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Standard Absturz

Hallo Sportfreunde,


was läuft seit eingen Jahren falsch, wie konnte sich eine Erfolgsgeschichte
in das komplette Gegenteil verwandeln?


Vor 125 Jahren wurde der Deutsche Verband gegründet, rund 85 Jahre lang wuchs der Taubensport in Deutschland fast ungebremst, selbst die beiden großen Kriege konnten diese Entwicklung nicht stoppen, Ende der 60ziger waren es rund 120000 Sportfreunde in Ost und West, danach folgten 20 Jahre der Stagnation mit leichten Rückgängen, aber über die Zukunft mußte man sich keine Sorgen machen. Anfang der Neunziger begann der Absturz ins Bodenlose auf heute unter 50000 Züchter!


Welchen besonderen Reiz übte der Taubensport früher auf viele Menschen aus ?


Was ist in der Zwischenzeit passiert?


Was können wir tun?


Gruß
Ralf
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  #2  
Alt 18.07.2009, 14:55
Benutzerbild von argail
argail argail ist offline
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Standard

Was passiert ist,kann ich dir sagen......mittlerweile liegt die Betonung bei "Taubensport" nicht mehr bei "Tauben",sondern bei "Sport".......verkrampfte Erfolgsgeilheit,mangelndes Zueinanderhalten,Abschreckung von Anfängern anstatt deren Förderung,Paragraphenhickhack,fehlende Öffentlichkeitsarbeit,Eigenbrödlerei,Imageverluste durch Fehlverhalten Einzelner sind heute an der Tagesordnung.

Ein Neuer bekommt sofort den Eindruck...: ohne Leistung bist du nichts!!!

Jeder will sein eigenes Süppchen kochen,die Interessen gehen auseinander,das Miteinander wird nicht mehr gepflegt sondern das Gegeneinander praktiziert.

Wie war es denn vor 50 Jahren? 3-4 oder mehr Züchter teilten sich eine Uhr,die Jugend wurde von klein auf mit Tieren erzogen,man musste zwangsläufig enger zusammenrücken.Kameradschaft war KEIN Fremdwort.

Ich denke,das Problem der Gesellschaft an sich spiegelt sich auch im Taubensport wieder...Egoismus und Entfremdung der Menschen untereinander.

Dies wird nur durch ein Umdenken der Züchter zu ändern sein,im Vordergrund sollten nicht mehr die Erfolge sondern all das stehen,was die Freude am Taubensport ausmacht.....der Umgang mit der Kreatur,das Staunen über das Heimfindungsvermögen,der Respekt vor älteren und besseren Züchtern..................

Wir müssen weg von dem Image der eigenbrödlerischen,kauzigen,Habichthassenden alten eingestaubten Säcke...denn so werden wir gesehen............

Neueinsteiger sollten aus der RV-Kasse die Schlageinrichtung und erste Arztkosten erstattet bekommen,Züchter sollten beim Schlagbau helfen,Reisekosten für das erste Jahr nicht erhoben werden.
Zudem sollten die ersten 10 RV-Meister dem Neuen je 2 Tauben freiwillig spenden,dann hat er schon mal 20 zum Anfang.

Dies also meine Vorschläge,manche mögen es anders sehen,das ist ja auch ok so.

Gut Flug,

Michael
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  #3  
Alt 18.07.2009, 15:45
WernerW WernerW ist offline
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Zitat:
Zitat von Daktari Beitrag anzeigen
Hallo Sportfreunde,


was läuft seit eingen Jahren falsch, wie konnte sich eine Erfolgsgeschichte
in das komplette Gegenteil verwandeln?


Vor 125 Jahren wurde der Deutsche Verband gegründet, rund 85 Jahre lang wuchs der Taubensport in Deutschland fast ungebremst, selbst die beiden großen Kriege konnten diese Entwicklung nicht stoppen, Ende der 60ziger waren es rund 120000 Sportfreunde in Ost und West, danach folgten 20 Jahre der Stagnation mit leichten Rückgängen, aber über die Zukunft mußte man sich keine Sorgen machen. Anfang der Neunziger begann der Absturz ins Bodenlose auf heute unter 50000 Züchter!


Welchen besonderen Reiz übte der Taubensport früher auf viele Menschen aus ?


Was ist in der Zwischenzeit passiert?


Was können wir tun?


Gruß
Ralf
Hallo Ralf
ist doch ganz einfach
Vorschriften und Erfolgsgeilheit,wie ja schon erwähnt wurde .
__________________

ES IST IMMER BESSER, DASS MAN MEHR WEISS, ALS MAN SAGT!
mit freundlichen Grüßen
Werner
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  #4  
Alt 18.07.2009, 16:31
Benutzerbild von remi
remi remi ist offline
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ich würde mal sagen weg von den alten modus 12 bis 14 preisflüge.man sollte das machen wie in belgien und holland . kurzstrecke - mittelstrecke - weitstrecke - man sieht doch wie die rentner alles bestimmen.als berufstätiger hat man echt schwierigkeiten alles unter einen hut zubekommen.wie ich zum beispiel.wochende arbeiten früh mittag nachtarbeit , frau und kind nicht zur kurz kommen lassen und dann als zugabe jedes wochende einsätzen und jedes wochende kommen die tauben zurück.wenn man das in belgien sieht kann man doch aussuchen was man gerne spielt und man kann sich drauf einstellen und planen und man sollte die deutsche meisterschaft in mehrere liegen aufteilen wie die fussballligen.da hat auch ein kleiner und hobbyzüchter auch mal eine chance was auf deutschlandebendne was zugewinnen und mir kommt das so vor das alle meisterschaften von verband aus auf die großen ausgerichtet sind.
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  #5  
Alt 18.07.2009, 16:51
Feuerauge Feuerauge ist offline
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Hi Remi,

und da setze ich noch einen drauf:
Ebenso vorbenennen wie in NL oder Belgien, die Kleinen haben dann ohne einen super Kostenaparat wieder eine Chance.
Schau Dir heute unsere Profis mit Schlagpfleger und 100 oder mehr Tauben an. Im Fußball wird immer noch 11 gegen 11 gespielt und was machen wir - Chancenungleichheit bis zum geht nicht mehr, Berufstätige ohne Schlagpfleger (Vater als Rentner o.ä) stehen doch von vornherein auf verlorenem Posten - das da kaum noch einer einsteigt, ist doch wohl klar.

Gut Flug
Ralf
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  #6  
Alt 18.07.2009, 20:12
Horizont
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Moin Ralf,

zum Teil hängt der überproportionale Rückgang der jüngsten Vergangenheit sicherlich in vielen RVen mit der Konstellation in der RV selbst begründet! Bei uns in der RV, in welcher ich seit kurzer Zeit wieder den Start versuche, sind noch cirka 25 spielende Schläge mit einer Ausdehnung von etwa 30 km, wobei die Tauben beim Preisflug oftmals von hinten einfliegen. Da bleibt den vorderen Schlägen dann wenig übrig. Das bereitet oftmals Kummer,... der erste überlegt bereits zukünftig bei angesagten Westwind keine Tauben mehr zu spielen. Hier würde eventuell ein Handicap zu gunsten lagebedingter benachteiligter Schläge weiterhelfen. Zum Beispiel eine andere Zeitverrechnung oder eine allgemeine maximale Preisausbeute von z.B. 50%, oder oder oder. Hier muss man(n) sich für die Zukunft eventuell mal richtig Gedanken machen. Ich fand zum Beispiel das Gewichtshandicap in der DTM immer sehr positiv, ... sehr fortschrittlich.

Desweiteren verhält es sich doch so, dass früher, zur Blütezeit unseres Hobbys, fast jeder hinsichtlich der Lebensmittelversorgung irgendwelches Viehzeugs auf dem Hof hatte. Oftmals eben auch Federvieh und nicht selten (Brief)tauben. Da war es dann ein leichtes Neue für unser Hobby im Verein zu gewinnen. Da gab es auch keine oder kaum Nachbarn die sich an den Tauben störten, sie hatten ja selbst Tiere auf dem Hof.

Ferner verhält es sich doch so, dass es früher die Behörden kaum kratzte, ob ein Stall etc. im Garten erstellt wurde. Heute sind die erforderlichen Behördengänge oftmals ein Desaster.

Zum Abschluss sehe ich noch die Kostenentwicklung der vergangenen Jahre. Der Brieftaubensport ist ein erheblicher Kostenfaktor geworden, ... auch beim Futter, ... zwei Sack kosten fast 40 Euro, ... verrückt. Ein Jugendlicher kann sich doch dieses "Hobby" eigenständig gar nicht mehr leisten.

Ansonsten sehe ich die Beiträge von "remi" und "Feuerauge" als positiv an.

Bis dann, Frank
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  #7  
Alt 19.07.2009, 00:11
Robrowi Robrowi ist offline
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Ort: Witten
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Hallo Daktari,

in den Jahren seit der Verbandsgründung bis in Ende der 80 er Jahre,
war die Welt ein beschauliches Dorf.
Spätestens seit der Wiedervereinigung aber, hat sich die Welt rasant verändert.
Flexible Arbeitszeiten ( nicht unbedingt länger ) , Ladenöffnungszeiten rund um die Uhr etc.
Diese und viele andere Veränderungen, haben sich auf das Freizeitverhalten der Bevölkerung ausgewirkt.
Selbst Fußballvereine die früher komplette Jugendabteilungen von den Mini-Kickern bis zur A-Jugend problemlos stellen konnten, bekommen diese
oft nicht mehr gestellt.
Was macht der Brieftaubensport ?, er stellt nach wie vor Reisepläne wie vor 100 Jahren auf ( nur mit weniger Kilometern ) .
-es wird teilweise Freitags eingesetzt , zu Zeiten wo ein Berufstätiger nicht kann, egal sind ja eh fast alles Rentner.
- 12-14 Wochen am Stück ,hat heute nicht mehr jeder Lust zu reisen.
Man kann ja aussetzen, das ist aber nur Theorie , bei den heutigen
Sprintertouren kommt man dann nicht mehr nach.
- in den Ballungsgebieten kann man oft nur mit Einschränkung Tauben am
Haus halten.
Wenn man Gartenkolonien für Brieftaubenzüchter schaffen würde ,könnte
das Abhilfe schaffen, aber sollte man dann nicht auch über eine Urlaubs-
betreunug der Kolonie eventuell durch 1-Euro Jobber ( sinnvolle Beschäftigung ) nachgedacht werden ?
Wir diskutieren lieber über einen Rückholservice für Tauben die zu doof sind nach Hause zu fliegen.
- Die heutigen Reisepläne bis oftmals max. 1 x 501 km ( der 600 er wird ja eh immer abgesagt ) unterstützt die Profis und Autobahnrutscher.
Einfache Abhilfe , mehr Kilometer - weniger Flüge
Oder habt Ihr schon mal eine Barcelona-Liste gesehen, wo einer die ersten
20 Konkurse macht ( Achtung Ironie )

- Das Kostenargument lasse ich nicht gelten , 1 Schachtel Kippen pro Tag
kostet mehr, man kann vieles über die Bestandgröße regeln.

Der Brieftaubensport muß den geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen
angepaßt werden, sonst wird er aussterben.

Nee Leute, mir braucht keiner mehr mit RV-Programm zu kommen,
obwohl ich es 23 Jahre mit meinem Vater sehr erfolgreich betrieben habe.
Aber auch an mir ist der gesellschaftliche Wandel nicht vorüber gegangen.

Bin vor 5 Jahren zur Weitstrecke gewechselt, seid froh das ich geografisch dazu in der Lage war, denn sonst wäre ich auch schon lange nicht mehr dabei.

Gruß Robrowi
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  #8  
Alt 19.07.2009, 01:04
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Federfuss Federfuss ist offline
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Zitat:
Zitat von Robrowi Beitrag anzeigen
Der Brieftaubensport muß den geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen angepaßt werden, sonst wird er aussterben.
Absolut! Und wenn das nicht ganz schnell verstanden und umgesetzt wird, so ist unser Sport ruck zuck eine Mumie!
__________________
Schau mal rein!
www.Brieftaubensport-Heuter.de
Freedom is just another word for nothing left to lose
(Janis Joplin - aus dem Song "Me & Bobby McGee")
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  #9  
Alt 19.07.2009, 14:05
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Landhandel Schmidt Landhandel Schmidt ist offline
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hallo Robrowi,

Aber die Flucht in die Weitstrecke ist meiner Meinung nach auch nicht der Richtige Weg. Es gibt doch so viele Meisterschaft bei denen nicht das komplette RV Programm in die Wertung kommt. Ausserdem gibt es bei unserer RV Meisterschaft Streichergebnisse.

Die direkte Konkurrenz Woche für Woche ist doch aber auch sehr reizvoll (siehe Formel 1 oder Bundesliga) gegenseitige Fairness, Respekt vor der Leistung des Besseren mal vorausgesetzt. Dazu kann ein lebendiges Zusammen in der Einsatzstelle viel beitragen.

viele Grüße aus Magdeburg
Stefan Schmidt
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  #10  
Alt 19.07.2009, 21:33
Robrowi Robrowi ist offline
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Hallo Stefan,

ich würde den Wechsel zur Weitstrecke nicht als Flucht bezeichnen.
Ich habe hier halt die für mich optimalen Bedingungen gefunden.

Ich will den begeisterten RV-Spielern auch Ihren Bereich nicht madig machen.
Ich wollte nur darauf hinweisen, daß gerade in diesem Bereich ein großer Nachholbedarf an die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen ,bezüglich Beruf und Freizeitverhalten besteht.

Viele Grüße
Robrowi
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